Hochvolt-Zertifizierung

Grundsätzlich muss der Werkstattmitarbeiter «instruiert und sachverständig» sein, um Arbeiten an Hochvolt-Fahrzeugen durchzuführen. Die Verantwortung zur Beurteilung der Sachverständigkeit liegt aber letztlich beim Betrieb. Um die Beurteilung der Mitarbeiter-Kompetenzen im Bereich der Hochvolt-Grundlagen zu erleichtern, gibt es dazu nun einen einheitlichen Online-Test. Der einheitliche Kompetenzausweis dient als Nachweis der Grundlagen-Kenntnisse. Darauf aufbauend kann die Hochvolt-Kompetenz durch markenspezifische oder markenübergreifende Kurse vertieft und ergänzt werden.
 

Der AGVS trifft sich jährlich mit den Schulungsverantwortlichen der Importeure zum gemeinsamen Erfahrungsaustausch. Wo immer möglich, sollen Synergien genutzt und Doppelspurigkeiten in der Weiterbildung beseitigt werden. Dabei bildete auch das Thema „Hochvolt“ in der Fahrzeugtechnik ein wichtiges Traktandum. Es wurde der Wunsch geäussert, dass ein einheitliches Grundmodul mit einer Online-Prüfung aufgebaut wird, die mit einem Kompetenzausweis AGVS / Electrosuisse abgeschlossen wird. Das gemeinsame Ziel stets vor Augen: Die Regelung der gegenseitigen Anerkennung.


 
Anerkennung des einheitlichen Ausbildungsstandards für sicheres Arbeiten an Hochvolt-Systemen in der Fahrzeugtechnik
 
Der AGVS stellte die Onlineplattform zur Verfügung und ist mit Electrosuisse zuständig für den Inhalt und Aktualität der Prüfungsfragen (Schweizer Gesetzgebung). Die Bildungspartner (AGVS-Ausbildungscenter, Berufsfachschule oder Importeur) unterzeichneten eine Vereinbarung zur gegenseitigen Anerkennung, wo u.a. die gemeinsamen Lernziele für das Grundlagenmodul (Dauer 1 Tag) festgelegt wurden.
 
Die Vermittlung des Kursinhaltes für diese Grundlagen erfolgt entweder direkt durch den Importeur resp. anerkannten Ausbildungspartner oder durch Electrosuisse. Hat der Teilnehmer nach dem Kurs den Online-Test bestanden, erhält er vor Ort den Kompetenzausweis AGVS / Electrosuisse. So ist gewährleistet, dass die Inhalte bei den Hochvolt-Grundlagen-Ausbildungen gleichermassen überprüft werden. Auch bei der eindeutigen Identifikation des Teilnehmers auf der Plattform konnte ein gemeinsamer Nenner gefunden werden: Die Versicherten-Nummer.
 
Doppelspurigkeit ausgemerzt
Die markenspezifischen Kenntnisse müssen in Ergänzung zum Grundmodul jeweils noch durch den Importeur geschult werden. Wechselt der Werkstattmitarbeiter nach der Absolvierung des Hochvolt-Grundmoduls die Marke und hat diese Marke die Vereinbarung zur Anerkennung mit dem AGVS unterzeichnet, so muss der Mitarbeiter nur noch den markenspezifischen Teil absolvieren, nicht aber die Grundlagen.
 
Auch für den Betrieb ist dies ein grosser Vorteil, denn die finanziellen Ausgaben für die Weiterbildungen sind so besser investiert. Der Arbeitgeber profitiert somit von einem ganzen Tag, an dem der Mitarbeiter in seinem Betrieb produktiv arbeitet, anstelle nochmals dieselbe Theorie zu büffeln.
 
Mitte November 2016 konnte der erste Online-Test der Grundlagen in der Hochvolttechnik in der Mobilcity Bern im Rahmen des AGVS–Hochvolt-Kurses in Zusammenarbeit mit Electrosuisse erfolgreich durchgeführt werden (s. Bild).
 
Ein Erfolgsmodell mit Zukunft
Die Zusammenarbeit des AGVS mit den Technik- und Schulungsverantwortlichen der Importeure und Ausbildungspartner zeigt auf, dass über die Markengrenzen hinaus Gemeinsamkeiten bestehen und es immer wichtiger ist, zusammen Lösungen zu erarbeiten. Haben wir doch alle dasselbe Ziel; die Fachkräfte gut auszubilden und in der Branche zu halten.


 

Ist Ihr Werkstattpersonal in Sachen Hochvolt-Technik noch nicht geschult, wenden Sie sich an den AGVS oder den Importeur / Ausbildungspartner.


Die AGVS-Beraterin Manuela Jost, manuela.jost@agvs-upsa.ch
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