Checkbox: Das neue Garagenkonzept der ESA ist Türöffner zu neuen Kunden

7. Juni 2017 agvs-upsa.ch - Die Kundschaft der Garage Thommen in Ormalingen BL besteht zum grossen Teil aus Liebhabern von älteren Volvos. Um den Kunden- und Fahrzeugkreis zu ­erweitern, schloss sich Adrian Thommen dem neuen ESA-Konzept Checkbox an.


Die Garage Thommen hat sich auf ältere Volvo-Modelle spezialisiert.

srh. Niklaus Huwyler steht vor der Garage Thommen in Ormalingen und strahlt – nicht wegen des strahlend blauen Himmels und auch nicht wegen des wunderschönen Volvo Amazon aus den 1960er Jahren. «So habe ich mir eine Checkbox-Garage vorgestellt, als wir das Konzept entwickelten», erklärt der Leiter Garagenkonzepte & Kundenbindung bei der ESA. «Die Garage ist architektonisch typisch – sie sieht ein wenig aus wie eine Box – und sie ist ein typischer Betrieb mit zwei gut ausgebildeten Fachleuten.»
 
Adrian Thommen, Inhaber der Garage und ab dem 1. Juni Checkbox-Partner, freut sich, künftig mit einer starken Marke an seinem Gebäude zu werben. «Wir haben gemerkt, dass wir für viele erster Ansprechpartner sind für ihren alten Volvo», erklärt Thommen, der selber rund zehn alte Volvos besitzt. «Als ein Kunde aber seinen Volvo wieder abholte, bemerkte er nebenbei, dass er gerade seinen Opel in einer anderen Garage im Service habe.» Dem Kunden sei nicht bewusst gewesen, dass Thommen und sein Mitarbeiter Ueli Hunziker auch diese Dienstleistung anbieten können. «Mit Checkbox erhoffen wir uns, dass unsere Kunden realisieren, dass wir Service und Reparaturen an allen Marken vornehmen können.»
 
Auf Umwegen zur eigenen Werkstatt
Die Liebe zur schwedischen Automarke – und später auch zum Land selber – entstand schon während der Lehrzeit. «Ich machte die vierjährige Lehre zum Automechaniker bei der Garage Ernst Buser AG in Ormalingen – einem Volvo- und Renault-­Vertreter», er-zählt Thommen. Danach arbeitete er bei verschiedenen Betrieben und mit verschiedenen Marken wie Ford, Nissan, Jeep und schliesslich im Occasionscenter der Garage F. Niggli in Liestal. «Danach hatte ich das Gefühl, etwas ganz anderes machen zu wollen. Während drei Jahren arbeitete ich im Aussendienst der Allianz Versicherungen.» 2010 entschloss sich Adrian Thommen, sich selbstständig zu machen. «Das wichtigste an Einrichtung war vorhanden und so konnte ich ohne übermässig grosse Investitionen starten. Es sprach sich schnell herum und so wurde die Werkstatt in Wittinsburg zu klein.» Ende 2012 zog er nach Ormalingen um, wo er eine ehemalige mechanische Werkstätte zur ­Autogarage umfunktionierte. Die geografische Nähe zu seinem ehemaligen Lehrbetrieb – noch immer offizielle Volvo-Vertretung im Dorf – ist kein Problem: «Wir haben ein gutes Verhältnis und tauschen uns auch regelmässig aus.»


Bild links: Weil die Büroarbeit immer mehr Zeit in Anspruch nahm, stellte Adrian Thommen einen Mitarbeiter ein.
Bild rechts: Ueli Hunziker liess sich auf dem verkürzten Weg zum Automobil-Mechatroniker ausbilden.

Mit der Werkstattauslastung ist er zufrieden. Einzig das Occasionsgeschäft entwickle sich rückläufig. «Im Verlaufe der Zeit realisierte ich, dass ich alleine nicht mehr alles bewältigen konnte – Telefone, Kundenbesuche, Abklärungen absorbierten mich», berichtet er. Er fand in Ueli Hunziker den idealen Mitarbeiter. «Er hatte bei den Pilatus Flugzeugwerken gearbeitet und liess sich in der verkürzten Mechatroniker-Ausbildung umschulen. Er schloss als bester seines Jahrgangs ab», sagt Thommen nicht ohne Stolz.
 
Kosten-Nutzen-Verhältnis stimmt bei Checkbox
Stolz ist Adrian Thommen auch auf seine kleine Werkstatt, die direkt hinter dem Restaurant Altavilla steht: «Ich habe das hier von Null auf-gezogen, deshalb zögerte ich lange, mich einem Konzept anzuschliessen.» Kam dazu, dass ihm die Angebote auf dem Markt nicht zusagten. «Das Kosten-Nutzen-Verhältnis stimmte für eine kleine Garage wie meine nicht.» Erst in jüngerer ­Vergangenheit wurde das Thema Garagen-konzept wieder aktuell. «Rund zwei Drittel unserer Kunden sind Fahrer von älteren Volvo-Modellen. Das wollen wir ändern, damit die Kunden auch ihre anderen Fahrzeuge zu uns bringen. An Service und Reparaturen ist bei uns alles möglich. Deshalb ist ein Konzept eine gute Ergänzung», sagt Thommen.
 
Für Garagen wie jene von Adrian Thommen entwickelte ESA das Konzept Checkbox. «Als Genossenschaft sind wir verpflichtet, für alle unsere Mitinhaber eine Lösung anzubieten. Mit dem Konzept von Bosch, das eher im Premium-Bereich ist, und ‹Le Garage› als Full-Service-Konzept decken wir ein grosses Segment ab, aber gerade für die kleineren Werkstätten fehlte bisher ein Angebot», erklärt Niklaus Huwyler. «Dieses Bedürfnis haben wir klar gespürt.» Und auch die Resonanz nach der Lancierung am Auto-Salon war positiv: «Wir rechnen mit 25 bis 30 Checkbox-Betrieben bis Ende Jahr. Grosses Interesse gibt es vor allem auch in der Romandie.»


Die Affinität von Adrian Thommen zu Volvo und Schweden ist auf dem Vorplatz und in der Werkstatt sicht- und spürbar.

Adrian Thommen freut sich bereits auf die Beschriftung und zeigt die Visualisierung, die er von der ESA vorab erhalten hat. «Es gibt eine grosse rote Tafel, die mit ‹Checkbox› und ‹Garage Thommen› beschriftet sein wird, sowie eine Dienstleistungstafel, auf der die fünf wichtigsten Dienstleistungen aufgeführt sind. Diese Tafel werde ich im Eingangsbereich montieren», blickt er in die Zukunft.

«Als ESA sind wir allen Mitinhabern verpflichtet»
 
Herr Huwyler, für welche Garagisten sind Garagenkonzepte ideal?
Niklaus Huwyler: Grundsätzlich für jeden Garagisten, der eine Mehrmarkenkompetenz hat und diese kommunizieren oder unter­streichen möchte.
 
Was ist der Hintergrund des Konzepts Checkbox?
Als Genossenschaft ist die ESA allen Mitinhabern – gross und klein – verpflichtet. Wir müssen für alle Segmente Lösungen anbieten. Es gab zahlreiche Garagen, die ein entsprechendes Bedürfnis hatten. Deshalb haben wir für jeden nun ein passendes Garagenkonzept.
 
An wen richtet sich das Angebot?
Uns ist wichtig, dass Checkbox-Garagisten gut ausgebildet sind und ihre Werkstatt gut ausgerüstet ist – also alle nötigen Geräte vorhanden sind. Die Garage muss ordentliche Werkstattöffnungszeiten haben. Der Inhaber muss auch ESA-Mitinhaber sein. Alles in allem: Es muss ein professionell geführter Betrieb sein.
 
Welche Entwicklungen beobachten Sie bei den Konzepten?
Es gibt einen Strukturwandel. Die Marken straffen ihr Angebot und erhöhen die Ansprüche. Immer mehr Garagisten wollen oder können diese nicht mehr erfüllen. Gleichzeitig wollen sie nach aussen mit einer Marke auftreten. Die ESA muss ihnen helfen, Zugang zu Informationen zu erhalten. Dafür braucht es einen Partner und gleichzeitig behalten die Garagen ihre unternehmerische Unabhängigkeit.
 
Immer häufiger ist zu sehen, dass Garagen eine Markenvertretung und ein Garagenkonzept nebeneinander haben…
Das stellen wir auch vermehrt fest. Markenvertreter wollen ein zweites Standbein haben, um die Werkstattauslastung zu erhöhen. Oder es kann sein, dass die Marke weniger Autos verkauft und die Garage das Volumen halten möchte. Eine zweite Marke hinzuzunehmen wird zusehends schwieriger – auch wegen der Auflagen der Hersteller oder Importeure.
 

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