Zum 90. Geburtstag in den Europa-Park



5. Juni 2018 agvs-upsa.ch – Die AGVS-Sektion beider Basel feierte einen runden Geburtstag und lud zur Generalversammlung in den Europa-Park. 58 stimmberechtige Garagistinnen und Garagisten legten Zeugnis ab vom Zusammenhalt in der Branche. Ein einmaliges Fest, das jedoch auch von Wehmut geprägt war.

sco. René Degen, Garagist in Binningen, Mitglied des AGVS-Zentralvorstands, Präsident der AGVS-Sektion beider Basel und zusätzlich in verschiedensten Gremien tätig: Degen ist nicht nur ein automobiler «Hansdampf in allen Gassen» und ein Patron mit schier unerschöpflicher Energie, sondern auch eine Frohnatur, die gerne für gute Laune sorgt. Als dieser René Degen aber nach einer kurzen Begrüssung an seinen verstorbenen Co-Präsidenten Martin Wagner erinnerte, kämpfte er mit den Tränen.
 
Am 28. Januar, einem Sonntag, war Martin Wagner Opfer eines sinnlosen Gewaltverbrechens geworden. «Es gibt heute immer wieder Momente, in denen ich nicht fassen kann, dass Martin nicht mehr da ist», sagte René Degen mit bebender Stimme und rühmte das grosse Engagement des Juristen zugunsten des Basler Autogewerbes: von der ersten gemeinsamen Generalversammlung im Jahr 1992 («Martin als junger Anwalt und Sekretär der AGVS-Sektion beider Basel, ich mit meinem damaligen Chef.») bis zur gemeinsamen Wahl im Jahr 2008, als Martin Wagner zum Präsidenten, René Degen zu seinem Vize gewählt wurden. «Martin Wagner setzte sich mit Freude, Überzeugung und Herzblut für das Autogewerbe ein. Ich wünsche ihm, dass er auch im Himmel tolle Autos fahren kann.»
 
Später, auf dem Weg zum Gala-Dinner im Ballsaal, sollte es ein weiteres Mal hoch emotional werden: In einer Galerie mit Porträts von deutschen Persönlichkeiten hing auch ein Bild von Martin Wagner. Hintergrund: Bei der Rekognoszierung der Tagungsräumlichkeiten im Europa-Park im letzten Herbst hatte Wagner scherzhaft erwähnt, in dieser Galerie würde er auch gerne figurieren. Die Idee, die Jubiläums-GV in Rust abzuhalten, kam ebenfalls vom Martin Wagner.
 
Weiter gedachten die 160 Anwesenden – neben den stimmberechtigten Garagistinnen und Garagisten auch deren Partner und Partnerinnen sowie Gäste aus dem Zentralvorstand – dem verstorbenen Ernst Keigel, der von 1975 bis 2001 im Vorstand der AGVS-Sektion beider Basel sass und am 27. Oktober 2017 nach reich erfülltem Leben im 87. Altersjahr im Kreise seine Familie verschied. «Ernst war ein Zeitgenosse, der mit wenigen Worten viel sagte», erinnerte René Degen an den Garagisten, der sich zeit seines Lebens für die Ausbildung starkgemacht hatte.
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Parallelen zwischen dem AGVS und dem Europa-Park
 
Seitens der Betreiber war es Jürgen Mack vorbehalten, die Basler Delegation im Europa-Park willkommen zu heissen. Der 60-jährige Wirtschaftsingenieur führt das Familienunternehmen mit mittlerweile 4000 Mitarbeitenden mit seinem neun Jahre älteren Bruder Roland. Jürgen Mack fand Parallelen zwischen dem Freizeitpark und der aus Basel angereisten Delegation: «Als Garagisten sorgen Sie dafür, dass unsere Gäste aus der Schweiz zuverlässig und sicher hierherkommen. Und wir im Europa-Park transportieren bis zu 50'000 Gäste pro Stunde zuverlässig und sicher auf unseren Bahnen und Attraktionen.» Mit 5,6 Millionen Besucherinnen und Besucher im Jahr ist der Europa-Park nach dem Disneyland Paris der zweitgrösste Freizeitpark Europas. 22 Prozent der Besucher stammen aus der Schweiz, 82 Prozent kommen mehr als einmal nach Rust. «Das zwingt uns zur Innovation», sagte Jürgen Mack. «Auch vor dem Europa-Park macht die Digitalisierung nicht halt. Aber die klassische Achterbahn ist immer noch beliebt.»
 
Ausgeglichene Rechnungen, drei neue Vorstandsmitglieder
 
Der scheidende Rechnungsführer Markus Meier – er wird im Spätsommer Direktor des Hauseigentümerverbandes (HEV) Schweiz – konnte für die Sektion einen kleinen Jahresgewinn von knapp 3000 Franken vermelden, für das Ausbildungszentrum Sissach betrug der Überschuss 108'000 Franken. Die Budgets 2018 gehen von einer «leicht hellroten» Rechnung der Sektion und einem erneut positiven Ergebnis im Ausbildungszentrum aus.
 
Die Rechnung wurde einstimmig angenommen, das Budget mit einer Enthaltung. Ohne Vorbehalt wurden alle anderen traktandierten Geschäfte abgesegnet, so auch die Neuwahlen in den Vorstand aufgrund des Hinschieds von Martin Wagner und der Rücktritte von Peter Schneiter und Peter Schweizer. Letzterer sorgte mit seinem Bericht über die MFK-Prüfungsstationen beider Basel für Belustigung im Saal: nicht des Inhalts wegen, sondern weil er diesen mittels Videobotschaft in kurzen Hosen und Fes übermittelte. Der Garagist aus Liestal weilt derzeit in der Türkei in den Segelferien. Dank den Segnungen der Digitalisierung konnte er trotzdem in Rust dabei sein…
 
Per Akklamation neu in den Vorstand der AGVS-Sektion beider Basel gewählt wurden David Schweizer, Peter Schweizers Sohn und Geschäftsführer der P. Schweizer AG in Liestal, Bettina Schmid, Geschäftsführerin der Garage Schmid in Reinach, und Sascha Renz, Geschäftsführer des Autohauses Wederich Donà in Muttenz. Die drei neuen Gesichter stehen auch für eine Verjüngung im Vorstand der Sektion.
 
Die neuen und einstimmig gewählten Gesichter im Vorstand: (v. l.) Sascha Renz, Bettina Schmid und David Schweizer.

«Das freie Unternehmertum erhalten»
 
Der Zentralvorstand und die Geschäftsleitung des AGVS waren zur Jubiläums-GV geladen und der Einladung nach Rust praktisch vollzählig gefolgt. Zentralpräsident Urs Wernli überbrachte die besten Grüsse und Glückwünsche aus der Mobilcity und referierte über die Themen, mit denen sich der Verband aktuell beschäftigt: «Wir müssen Zugang zu den technischen Daten haben, wir müssen die Marktmacht der Hersteller eindämmen und wir müssen für Investitionsschutz sorgen. Es geht darum, dass das freie Unternehmertum erhalten bleibt.» Dazu sei es erforderlich, die Interessen mit Gleichgesinnten zu bündeln.
 
Wernli warf ausserdem einen Blick in die Zukunft mit Carsharing, Elektrifizierung und autonomem Fahren: «Wohin führt der Weg? Keiner weiss es. Aber wir alle wissen, dass es Veränderungen geben wird.» Der Garagist, schloss der AGVS-Zentralpräsident, habe einen grossen Vorteil: «Wir sind mittendrin in der Entwicklung der individuellen Mobilität. Und diese individuelle Mobilität wird auch in Zukunft ein Bedürfnis sein.»
 
Anschliessend machte sich die AGVS-Delegation im «Voletarium» des Europaparks auf einen virtuellen Flug über Europa, dem ein gemütlicher Abend unter Freunden und Kollegen im Ballsaal folgte. Happy Birthday, AGVS-Sektion beider Basel!

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