«Die Wasserstoffmobilität findet ihr Anwendungsgebiet»

11. Februar 2021 agvs-upsa.ch – Elektro- oder Wasserstoffmobilität? Christian Bach gab den Garagisten am Elektroauto-Online-Kongress Wissenswertes fürs Verkaufsgespräch mit. 

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Screenshot: Elektroauto-Kongress

mig. «Ich rate allen, ein mit erneuerbarer Energie angetriebenes Fahrzeug auszuprobieren», erklärte Empa-Experte Christian Bach im Rahmen des ersten Elektroauto-Online-Kongresses. Fahrzeuge mit alternativen Antrieben würden mithilfe einer steigenden Nachfrage günstiger und besser. «So können wir als Konsumenten unseren Beitrag zur Energiewende leisten.» Unterstützend agieren können die Garagisten in ihren Beratungsgesprächen. In dem rund 40-minütigen Gespräch lieferte

Christian Bach Fakten rund um die Reichweite, die Preise und die Betankung von Brennstoffzellen-Fahrzeugen. 
Zu Beginn legte sich der Abteilungsleiter für Fahrzeugantriebssysteme an der Empa fest, dass die Wasserstofftechnologie die Elektromobilität nicht konkurrenzieren wird. «Die Wasserstoffmobilität wird ihr spezifisches Anwendungsgebiet finden. Die Chancen im Nutzfahrzeugbereich sind hier grösser»,  sagt er. Einer der Hauptgründe für seine These sieht er auch in den wartungs- und kostenintensiven Wasserstofftankstellen und ihrem komplexen Verdichtungssystem. «Da im Flottenbetrieb immer dieselben Routen gefahren werden, würden so weniger Wasserstofftankstellen gebraucht.» Positiv: Dank der weltweit geltenden Norm bleibt die Tank-Infrastruktur dieselbe. Es gebe keinen Steckerwildwuchs wie bei den Stromern. Es gilt die Zapfpistole mechanisch mit dem Fahrzeug zu koppeln. Nach dem Dichtheitstest wird betankt. «In drei Minuten kann H2 für 600 Kilometer Reichweite getankt werden», sagt Bach. 


Weiter zeigte Bach – nicht zum ersten Mal – die Problematik auf, dass Stromangebot und -nachfrage nicht übers Jahr, sondern zu jeder Zeit ausgeglichen sein müssten: «Im Sommerhalbjahr haben wir grosse Mengen an temporär überschüssiger, erneuerbarer Elektrizität.» Die Speicherkapazität von Pumpspeicherkraftwerke reiche dafür nicht aus. Wasserstoff sei eine Möglichkeit, diese überschüssige Elektrizität zu nutzen. Durch die Umwandlung in einen chemischen Energieträger kann erneuerbare Elektrizität auch in andere Energiesektoren wie die Industrie oder den Langstreckenverkehr transferiert werden.


Bach positioniert sich auch bei der Preisfrage deutlich und sagt E-Fahrzeugen eine bessere Zukunft voraus. Im Gespräch nennt er zwei Varianten: «Wenn ich das E-Auto daheim mit Strom aus der eigenen Fotovoltaikanlage lade, dann ist es mit Abstand die günstigste Lösung. Anders ist es bei längeren Fahrten, wenn ich auf Schnellladesäulen angewiesen bin und der Strompreis deutlich teurer ist.» 

Die aktuelle Achillesferse der Wasserstoffmobilität, die Reichweite, wird aus Sicht des Empa-Forschers in absehbarer Zukunft ausgemerzt. Der Drucktank, der die Form eines Zylinders haben müsse, befindet sich meist quer im Bereich der Hinterachse. Das verhindere den Einsatz von 4x4-Antrieben in Kombination mit Brennstoffen. «Eine Reichweite von 1000 Kilometern wie bei Benzinern ist aber sicher bald möglich.» Ausserdem räumte Bach mit dem Märchen auf, dass Wasserstoff-Fahrzeuge gefährlicher sind. Garagisten könnten das Vertrauen ihrer Kundschaft in die Wasserstoffmobilität stärken. «Wasserstoff-Fahrzeuge sind nicht anfälliger für Unfälle und man darf nicht vergessen, dass in der Schweiz jährlich 1000 Fahrzeugbrände bei Benzinern und Diesel registriert werden», erklärt Bach. 
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