Nationale Anerkennung für ein Projekt der AGVS-Sektion Schaffhausen

19. Juli 2018 autoberufe.ch – Die Sektion Schaffhausen erhält dank des zweiten Platzes am «Prix Vision 2018» 10'000 Franken. «Bislang haben die Instruktoren Fehler an den Übungsfahrzeugen vorgegeben. Bei uns machen dies ab sofort die Lernenden», nimmt Christian Leu, Vizepräsident und Berufsbildungsverantwortlicher Sektion Schaffhausen, die Besonderheit vorweg.

tki. . «Wir haben mehrere Anläufe unternommen – nun hat es geklappt», sagt ein sichtlich stolzer Christian Leu, Vizepräsident und Berufsbildungsverantwortlicher der AGVS-Sektion Schaffhausen:  Ihr Projekt «Übungsfahrzeug für bessere Handlungskompetenz» wurde mit dem zweiten Platz des diesjährigen Prix Vision belohnt. «Eine Auszeichnung für unsere Bemühungen, aber auch ein finanzieller Zustupf für den Projektbetrieb», erklärt Leu. Der Award belohnt kreative Ideen, die zur Attraktivität der dualen Berufsbildung im Kanton Schaffhausen beitragen. «Konkret sollen Projekte unterstützt werden, die durch ihren innovativen Charakter neue Impulse zur Lehrlingsausbildung geben», fasst die Jury zusammen.

Das neue Berufsbildungsbijou der Sektion Schaffhausen: Lernende schulen künftig am mit dem Prix Vision dotierten Ford Fiesta ihr Verständnis für das Zusammenspiel der Technologien (Bild zvg).


Entdeckendes Lernen am Fahrzeug
«An unserem Projekt gefiel vor allem der didaktisch-methodische Hintergrund, das entdeckende Lernen», so Christian Leu. Ganz dem Gedanken der Anfang 2018 in Kraft getretenen Bildungsverordnung verpflichtet, sollen die Lernenden dank des Übungsfahrzeugs in den Genuss von handlungsorientierten Lehrmethoden kommen. «Wir kehren nämlich die bewährten Unterrichtsprozesse um», erklärt Leu. Will heissen: «Bislang haben die Instruktoren Fehler an den Übungsfahrzeugen vorgegeben. Bei uns machen dies ab sofort die Lernenden.»

Verkehrte Unterrichtswelt
So finden die im Schuljahr 2018/19 gestarteten Berufsschülerinnen und -schüler nun einen Ford Fiesta ab Werk vor, der alle Ansprüche der Lehrgangsverantwortlichen erfüllt: «Den Fiesta werden wir mit den Klassen sukzessive auseinanderbauen. Ziel ist, dass sich die Lernenden Gedanken über Verschleisserscheinungen und mögliche Fehlerquellen machen.»
Mit diesem Hintergrundwissen im Gepäck werden vom auf 10 000 Franken bemessenen Prix-Vision-Preisgeld weitere Bauteile erworben. «Unsere Lernenden sollen dann fachlich in der Lage sein, selbst Fehler in die Ersatzteile einzubauen. Fehler, die dann die Folgeklassen wiederum erkennen und beheben werden», erläutert Leu.

Vom Basiswissen bis zum QV
Dank des Neuwagens, der nicht nur über ein Automatikgetriebe verfügt, sondern auch mit allen möglichen technischen Schikanen – vom Spurhalte- bis zum Bremsassistenten – ausgerüstet ist, kann der Berufsschulunterricht nachhaltig profitieren. «Vom mechanischen Basiswissen bis zum Fokus Elektronik im vierten Lehrjahr oder gar Diagnostiker-Fachwissen: Das neue Übungsfahrzeug setzt uns praktisch keine Grenzen, um diesen praxisnahen Unterricht lebendig und interaktiv zu gestalten», zeigt sich Christian Leu zufrieden. 
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