So reagieren Garagisten

26. März 2020 agvs-upsa.ch – Der Bundesrat hat wegen des Coronavirus die «ausserordentliche Lage» beschlossen. Eine Bestandesaufnahme zeigt, wie kleine und grosse Garagenbetriebe auf die Situation reagieren und wie sie ihre Dienstleistungen aufrechterhalten.

cst. Ob Wirtschaft, Gesellschaft, Bildung oder Kultur: Das Coronavirus und seine Auswirkungen sind in allen Lebensbereichen spürbar. Auch für die Garagisten sind die Massnahmen gegen die Ausbreitung einschneidend. Nachdem der Bundesrat am 16. März die «ausserordentliche Lage» ausgerufen hatte, mussten die Betriebe ihre Showsrooms vorderhand schliessen – nur die Werkstätten durften offenbleiben. Garagisten sehen sich nun mit verschiedenen Herausforderungen konfrontiert. Der AGVS liefert über seine Website agvs-upsa.ch laufend Informationen. Dazu gehören zum Beispiel Factsheets zu Kurzarbeit und Arbeitsrecht, Informationen zu Regelungen betreffend Werkstätten und Showrooms oder einordnende Stimmen von Branchenkennern. Wie Garagisten mit dem Coronavirus umgehen, wie es ihnen gelingt, ihre Dienstleistungen aufrecht zu erhalten und gleichzeitig die Sicherheit ihrer Mitarbeitenden sowie Kundschaft zu gewähren, zeigt eine Umfrage bei verschiedenen Betrieben.

ahg-cars_holding.jpgDie AHG-Cars Holding, die an elf Standorten in der Region Biel, Lyss, Murten, Freiburg, Tafers, Bulle und Laupen präsent ist, hat die Entwicklungen rund um das Coronavirus seit Anfang an intensiv verfolgt. In einem ersten Schritt wurden in den Garagenbetrieben Plakate mit den Hygiene- und Verhaltensregeln der Kampagne «So schützen wir uns» des Bundesamts für Gesundheit BAG aufgehängt. «Handtücher wurden durch Papiertücher ersetzt, Desinfektionsmittel aufgestellt und die Mitarbeitenden instruiert, Abstand zu halten. Am Empfang wurden Markierungen angebracht, so dass der Sicherheitsabstand zwischen Mitarbeitenden und Kundschaft gewährleistet ist», erläutert Hubert Waeber, CEO der AHG-Cars Holding. In einem zweiten Schritt wurde die Produktivität der vergangenen Wochen in den Werkstätten analysiert und eine Prognose für die kommenden Wochen erstellt. «Anhand dessen haben wir entschieden, den Betrieb an den Standorten der Nachfrage anzupassen und Kurzarbeit einzuführen.» Prioritär sei, die Mitarbeitenden zu schützen, die besonders gefährdet seien wie zum Beispiel Asthmatiker. Zu Hause würden aber auch Mitarbeitende bleiben, die Mühe hätten, eine Kinderbetreuung zu organisieren, so Hubert Waeber. «Die restlichen der rund 150 Mitarbeitenden wechseln sich im Turnus ab, so dass der notwendige Abstand eingehalten werden kann», betont der CEO. «So können wir Mitarbeitende und Kunden schützen und den Werkstattbetrieb aufrechterhalten.» Denn trotz Lockdown gebe es zahlreiche Kundinnen und Kunden, die auf das Fahrzeug angewiesen seien. Nachdem der Bundesrat die «ausserordentliche Lage» entschieden hat, hat die AHG-Cars Holding, die neben der Hauptmarke Opel auch deren Nutzfahrzeuge sowie Mazda, Citroën, Cadillac und Corvette verkauft und repariert, ihre Showrooms geschlossen. «Allerdings stehen wir für den Notfalldienst zur Verfügung. Über den Empfang können sich Kundinnen und Kunden von unseren Teams beraten lassen. Darüber hinaus können sich Interessierte weiterhin auf unserer Website über unsere Fahrzeuge informieren.»

auto_erni_ag.jpgAufgrund des Bunderatsbeschluss hat die Auto Erni AG aus Oberkulm AG verschiedene Sicherheitsvorkehrungen getroffen: Die jährliche Frühlingsausstellung wurden abgesagt und im Werkstattbetrieb wurden diverse Massnahmen ergriffen. «Dazu gehört unter anderem, dass wir den Hol- und Bringservice für Wartungsarbeiten ab sofort allen Kundinnen und Kunden anbieten, die aufgrund der ausserordentlichen Lage ihr Fahrzeug nicht persönlich bringen oder abholen können», erklärt Claude Erni, Geschäftsführer des 1978 gegründeten Familienunternehmens und offizielle Renault- und Daciavertretung. Nach den Wartungsarbeiten werden an den Kundenfahrzeugen sämtliche Kontaktflächen wie zum Beispiel Schlüssel, Schalthebel, Türgriffe oder Lenkrad desinfiziert. «Zusätzlich können Kundinnen und Kunden jederzeit von unserem Schlüsselsafe Gebrauch machen und somit das Fahrzeug ausserhalb unserer Öffnungszeiten holen und bringen.» Darüber hinaus hält sich die Auto Erni AG wie die anderen Garagenbetriebe auch an die Regeln des BAG und hält ihre Kundinnen und Kunden auf ihrer Website auf dem Laufenden.


schoenegg_garage.jpgIn den knapp 50 Jahren, in denen die Familie Burkhardt im Besitz der Garage Schönegg AG in Spiez BE ist, war das Team noch nie mit einer solchen Situation konfrontiert. «Mit dieser Lage umzugehen, ist nicht einfach. Für uns steht nun an erster Stelle, dass wir unsere Kundschaft, unsere Mitarbeitenden sowie unsere Lieferanten bestmöglich schützen können», sagt Geschäftsführer Patrik Burkhardt. Gleichzeitig gelte es, den Betrieb im Einklang mit den Massnahmen des BAG soweit es geht fortzuführen. «Um diesen schwierigen Spagat zu meistern, haben wir verschiedene Vorkehrungen getroffen.» So legt der offizielle Fordhändler den Kundinnen und Kunden ans Herz, den persönlichen Kontakt zu meiden und stattdessen die Telefonnummer des Kundendienstes zu wählen. Auf Wunsch wird das Kundenfahrzeug zu Hause abgeholt, wobei dieses nach den Wartungsarbeiten dank der Schlüsselbox jederzeit wieder zur Verfügung steht. «Da der Showroom geschlossen bleibt, ist das Verkaufsteam bemüht, Kundinnen und Kunden über elektronische Wege zu beraten und zu betreuen. Informationen zu den Neu- und Occasionswagen sind auf der Website ersichtlich», erklärt Patrik Burkhardt.. «Zudem haben wir unsere Manpower an die Auslastung angepasst und Kurzarbeit eingeführt. Das heisst, es werden nur die Mitarbeitenden aufgeboten, für die es in der Werkstatt auch tatsächlich Arbeit gibt. Wir entscheiden Tag für Tag und informieren per Whatsapp-Gruppe.» Der Familienbetrieb hält ihre Kundinnen und Kunden auf ihrer Website auf dem Laufenden. «Eine proaktive Kommunikation ist in einer solchen Situation unerlässlich», betont der Geschäftsführer.

garage_montani.jpgUm die Mobilität ihrer Kundinnen und Kunden in dieser schwierigen Phase zu gewährleisten, bleibt die Werkstatt der Garage Montani SA in Salgesch VS zu den gewohnten Zeiten offen. «Unsere absolute Priorität ist natürlich die Gewährleistung der Sicherheit unserer Kundschaft und unserer Mitarbeitenden. Daher werden bei uns zusätzliche Vorsichtsmassnahmen ergriffen», sagt Patric Montani, Geschäftsführer des offiziellen Toyota-, Lexus- und Hyundaipartners. Die Kundenfahrzeuge werden mit entsprechendem Schutzmaterial geschützt, insbesondere Lenkrad, Sitz und Schalthebel. Die Fahrzeugschlüssel und der Türgriff werden vor der Rückgabe desinfiziert. «Kundinnen und Kunden können ihren Fahrzeugschlüssel direkt in unserem Schlüsseltresor einwerfen beziehungsweisen abholen, ohne persönlich Kontakt mit einem unserer Mitarbeitenden haben zu müssen», erklärt Patric Montani. Im Falle eines persönlichen Kontakts hält das Team der 1967 gegründeten Garage Abstand. Auch auf das Händeschütteln wird verzichtet. «Soweit möglich bieten wir auch an, das Kundefahrzeug zuhause abzuholen und nach dem Service wieder zu bringen.» Die Garage Montani SA informiert ihre Kundinnen und Kunden auf der eigenen Website über die Entwicklungen und hält sie auf dem Laufenden.

auto_baschnagel_widmer_rockmann_grossmann.jpgDie Autocenter Baschnagel AG in Wettingen AG bleibt bis auf den Verkauf für ihre Kundinnen und Kunden geöffnet. «Sie können ihr Fahrzeug also jederzeit zu uns in die Werkstatt bringen», sagt die gesamte Geschäftsleitung (Esmé Rockmann, Andreas Grossmann und Mario Widmer (l.)), die gemeinsam das über 102-jährige Unternehmen führen. Um die Kundschaft im Einklang mit den ausserordentlichen Massnahmen des BAG zu empfangen, hat die offizielle VW-, VW-Nutzfahrzeug- und Campervertretung verschiedene Massnahmen getroffen. So werden die Kundenfahrzeuge sowohl vor als auch nach dem Garagenbesuch desinfiziert. «Die Serviceannahme findet, getrennt durch eine Glasscheibe, im Windfang des einzig verbleibenden Zugangs statt», erläutert Mario Widmer. So sei sichergestellt, dass keine externen Personen direkten Kontakt zu den Mitarbeitenden haben können. «Im Weiteren steht unserer Kundschaft der DigiSafe jederzeit zur Verfügung für eine Fahrzeugübergabe.» Zudem wurde auf der eigenen Website eine Carrosserie Online-Schadenmeldung aufgeschaltet, die dem Kunden ermöglicht, gemäss Fotoprotokoll den Schaden online anzumelden. «Innerhalb des Betriebs wird auf den Sicherheitsabstand unter Mitarbeitenden von mindestens zwei Metern geachtet», erklärt Mario Widmer. Probefahrten werden keine durchgeführt. Fahrzeugablieferungen nach Reparaturen finden nur mit Schlüsselübergabe ausserhalb des Gebäudes statt. Nicht zuletzt weist das Unternehmen ihre Kundinnen und Kunden unübersehbar darauf hin, sich an die Regeln des BAG zu halten. Auf das Händeschütteln wird schon seit geraumer Zeit strikt verzichtet. Die drei Geschäftsführer informieren die Kundschaft proaktiv und aktuell auf der Website baschnagel.auto bezüglich den geschäftsspezifischen Massnahmen hin.
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