«Wir haben Marktanteile gewonnen»

16. Mai 2019 agvs-upsa.ch - Ein neuer Umsatzrekord und ein sehr positives Ergebnis. ESA-CEO Giorgio Feitknecht blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr zurück.

sco. Herr Feitknecht, im ESA-Live vom vergangenen Dezember hatten Sie angekündigt, dass das Jahr 2018 ein gutes Jahr für die ESA war. Jetzt liegen die definitiven Zahlen vor. Wie zufrieden sind Sie mit dem ESA-Geschäftsjahr 2018?
Giorgio Feitknecht, CEO der ESA: Wir sind mit dem ESA-Geschäftsjahr sehr zufrieden, denn wir konnten mit 371,3 Millionen Franken einen Umsatzrekord erzielen und dank konsequenter Kostendisziplin erzielte die ESA auch ein sehr positives Ergebnis. Das erlaubt uns, die Anteilscheine weiterhin mit einem attraktiven Zins zu verzinsen und die gesunde Finanzsubstanz der ESA einmal mehr auf bereits hohem Niveau zusätzlich auszubauen. Dies ist sehr erfreulich und sehr wichtig, um anstehende und zukünftige Investitionen und Entwicklungen weiterhin selbst finanzieren zu können.

Sie haben dort auch geschrieben, dass die ESA ihre Position im Markt weiter stärken konnte. Können Sie das etwas konkretisieren?
Wir haben praktisch in allen Sortimenten im Vorjahresvergleich zugelegt und wir wissen, dass die Marktnachfrage im Schnitt aufgrund der technischen Fortschritte, der grösseren Zuverlässigkeit der Fahrzeuge und der längeren Serviceintervalle stabil oder sogar rückläufig ist. Stabil ist die Marktnachfrage beispielsweise im Reifengeschäft, rückläufig bei den Service- und Verschleissteilen. Also können wir davon ausgehen, dass wir Marktanteile gewonnen haben.

Megatrends wie autonomes Fahren, alternative Antriebe oder Internet of Things prägen eine Industrie im Wandel. Wie haben Sie diese Transformation in den letzten zwölf Monaten gespürt?
Die durch Sie erwähnten Megatrends habe ich in den letzten zwölf Monaten noch nicht richtig «gespürt», sondern vor allem viel davon gehört und gelesen. Es ist aber unbestritten, dass diese durch Sie erwähnten Trends eintreffen werden. Wichtige Fragen sind aber noch offen, wie zum Beispiel welche Ausprägung diese Transformationen haben werden, wer sie in welcher Form vorantreiben wird, welche Opportunitäten respektive Risiken sie für wen bedeuten können und ab wann sie eintreten werden. Wir als KMU müssen dies intensiv beobachten.

Erneut haben rund 1000 Genossenschafter, Sie nennen sie Mitinhaber, den Weg an die GV nach Interlaken gefunden. Wie erklären Sie sich den nach wie vor grossen Aufmarsch an diesem sehr analogen Anlass in der heutigen von der Digitalisierung immer stärker geprägten Zeit?
Es gibt meines Erachtens drei Gründe dafür. Erstens: Sehr viele ESA-Mitinhaber haben eine grosse Verbundenheit zur ESA und interessieren sich deshalb auch für die ESA und nehmen aktiv am ESA-Leben teil. Dazu gehört auch die GV als sehr wichtiger Anlass. Zweitens bietet die ESA-GV neben dem statutarischen auch immer einen unterhaltsamen und/oder informativen Teil mit Persönlichkeiten, die nicht gerade jeden Tag in der Nähe angesehen werden können. Der diesjährige Vortrag von Herrn Gansch zum Beispiel war sehr informativ, interessant und unterhaltsam. Der dritte und sehr wichtige Grund ist sicher das gesellige Zusammensein, der Austausch mit Branchenkollegen und Freunden in einem sehr schönen und angenehmen Rahmen. Gerade in der von der Digitalisierung stark geprägten Zeit stellen wir ein verstärktes Bedürfnis fest, sich im Rahmen eines solchen Anlasses persönlich zu treffen und auszutauschen.

Sie haben vorhin das Reifengeschäft erwähnt, das für die ESA von grosser Bedeutung ist. Welchen Einfluss hatte der zwar heftige, aber relativ späte Wintereinbruch um Weihnachten und das Ausbleiben von Schnee im Flachland auf Ihre Zahlen?
Wir hatten im 2018 ein positives Reifengeschäft. Wäre der Schnee im Flachland im vierten Quartal nicht ausgeblieben, hätten die Garagen und damit auch die ESA mit Sicherheit eine noch bessere Reifensaison gehabt. Erfahrungsgemäss ist Schnee vor Weihnachten bis ins Flachland ein starkes Signal und die Automobilisten rüsten um. Wenn der Schnee nicht eintrifft, sinkt erfahrungsgemäss die Umrüstquote, was dann auch zu etwas weniger Reifenverkäufen führt.

Was bedeutet der Klimawandel für diesen Geschäftsbereich der ESA?
Reifen, in welcher Form auch immer, braucht es heute und wird es auch in Zukunft  weiterhin brauchen. In diesem Sinn kann der Klimawandel zu Anpassungen der Produkte-Eigenschaften und des Kundenverhaltens führen, stellt aber sicher nicht das Produkt in Frage. Die Garagen werden deshalb auch in Zukunft bemüht sein, das wichtige Reifengeschäft, als optimales Kundenbindungsinstrument professionell anzubieten und zu fördern. Die ESA wird sie dabei weiterhin unterstützen.
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