Seit 1992 finden hier Garagistenfrauen zusammen

27. November 2019 agvs-upsa.ch – Die vielfältigen Fachreferate des AGVS-Frauenseminars stehen bei den Teilnehmerinnen hoch im Kurs. Genauso aber wird das Zwischenmenschliche gepflegt. Die AGVS-Medien waren bei der 28. Ausgabe in Appenzell vor Ort. Eine Reportage über die Kunst eines zielführenden Mitarbeitergesprächs und über Gleichgesinnte, die im selben Boot sitzen.

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cst. Von A wie Arbeitsrecht über D wie Digitalisierung bis Z wie Zeitmanagement: Zahlreich sind die Themen, die das AGVS-Frauenseminar Jahr für Jahr behandelt. Und sie treffen den Nerv: Das Frauenseminar ist heuer bei seiner 28. Ausgabe angelangt und erfreut sich grosser Beliebtheit, wie ein Besuch in Appenzell zeigt.

«Die Themen, die aufgegriffen werden, sind sehr inspirierend. Ich konnte bereits viele nützliche Informationen für mich gewinnen», sagt Hildi Huber, Mitglied der Geschäftsleitung der Huber Nutzfahrzeuge AG Sirnach, am zweiten Kurstag. «Ich bin froh, dass ich mich für eine Teilnahme entschieden habe und empfehle das Frauenseminar jederzeit weiter. Ich glaube, ich bin nächstes Jahr wieder dabei», fügt sie mit einem Lächeln an. Nicht nur von Hildi Huber ist positives Feedback zu vernehmen, sondern auch von anderen der insgesamt 26 Teilnehmerinnen. Doch dazu später.

Das AGVS-Frauenseminar richtet sich an alle Garagistenfrauen im deutschsprachigen Raum, die für administrative und personelle Aufgaben zuständig sind und ihren Betrieb weiterentwickeln wollen. Die Weiterbildung dauert in der Regel drei Tage und findet einmal im Jahr an zwei aufeinander folgenden Daten statt. Zuständig für die Durchführung ist die «Arbeitsgruppe Frauenseminar» des AGVS, in der aktuell Susanne Leirer, Madeleine Maier, Irene Nyffeler, Ruth Johner und Esther Alfter-Würgler Einsitz haben.

Am heutigen Tag im Hotel Säntis steht das Thema «Mitarbeitergespräche – unliebsame Pflicht oder wirkungsvolle Kür?» auf dem Programm. Mit Theorie und praktischen Beispielen erläutert Referent Roland Gasche, welche Faktoren zu berücksichtigen sind, um ein Mitarbeitergespräch zielführend zu gestalten, aus dem Werkstatt und Mitarbeitende einen Nutzen ziehen können.

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Zu Beginn ruft der Unternehmensberater den Garagistenfrauen die Rollen einer Vorgesetzten in Erinnerung. «Ein Chef ist nicht nur Chef. Er ist gleichzeitig auch Vorbild und Coach», betont Roland Gasche. «Mit diesem Gedanken im Hinterkopf ist es eure Aufgabe, für ein Arbeitsumfeld zu sorgen, das Mitarbeitende motiviert.» Dazu trage beispielsweise die Integration und die Wertschätzung bei. Sollte es zu Unstimmigkeiten kommen, müsse ein Chef nicht über, sondern direkt mit dem Mitarbeitenden sprechen. Dabei gelte – wie auch beim eigentlichen Mitarbeitergespräch – das Prinzip: «Hart in der Sache, wertschätzend im Umgang.»
 

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Für einen erfolgreichen Austausch sind laut Roland Gasche mehrere Phasen zu berücksichtigen: die Vorbereitung, die Gesprächseröffnung, der Hauptteil und die Nachbearbeitung. «Beim Gespräch selber ist wichtig, dass Vorgesetzte ihre Mitarbeitenden über deren Leistung informieren und dass gemeinsam Entwicklungsmassnahmen vereinbart sowie realistische Ziele definiert werden», so der Referent. Er rät den Seminarteilnehmerinnen, Lösungen anzuvisieren, statt auf Problemen herumzureiten. Auch legt er ihnen abschliessend ans Herz, auf die richtige Haltung zu achten: «Chefs müssen mit ihren Arbeitnehmenden auf Augenhöhe sprechen, alles andere hemmt den Dialog!»

Manuela Latzer, die bei der Garage Latzer AG Gossau für die Administration und das Personal zuständig ist, zieht ein positives Fazit ihrer ersten Teilnahme: «Nicht nur finde ich, dass die Themen ansprechend und die Inputs für den Berufsalltag sehr nützlich sind, sondern ich bin auch von der Stimmung begeistert. Hier muss ich niemandem meine Situation erklären. Man trifft auf Gleichgesinnte, die im selben Boot sitzen. Das ist super.» Derselben Meinung ist Rahel Gut. Sie ist Leiterin Administration und Buchhaltung bei der Garage Gut AG Maienfeld und nahm schon mehrmals am Frauenseminar teil: «Abgesehen vom Fachlichen geniesse ich das Zusammensein unter Frauen sehr. Denn normalerweise bin ich in meinem Bewegungsumfeld eher auf mich alleine gestellt oder habe Kontakt zu Frauen, die aus einer anderen Branche stammen. Hier hingegen komme ich mit Frauen zusammen, die gleich ticken und mit den gleichen Problemen konfrontiert sind.»

Madeleine Maier und Susanne Leirer, die den AGVS-Event in Appenzell zusammen mit der Arbeitsgruppe organisiert haben, betonen, dass es neben vielfältigen Themen genau dieses Zusammenkommen unter Geschäftsfrauen im Autogewerbe sei, das den Erfolg des Frauenseminars ausmache. «Wir erleben, dass sich sehr gute Gespräche entwickeln. Man ist sehr offen miteinander und gibt viel von sich preis. Das hat auch damit zu tun, dass die Teilnehmerinnen aus der ganzen Deutschschweiz kommen und es keinen Konkurrenzkampf gibt», erklärt Automobil-Verkaufsberaterin Madeleine Maier von der Auto Maier Töss AG in Winterthur.

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Madeleine Maier und Susanne Leirer (r.).

Die beiden Garagistenfrauen sind seit über zehn Jahren in der Arbeitsgruppe dabei. «Es ist schön zu sehen, dass die Veranstaltung grossen Anklang findet und jeweils schnell ausgebucht ist», sagt Susanne Leirer, Mitglied der Geschäftsleitung der Sportgarage Leirer AG in Stein. «Das Organisieren des Frauenseminars bereitet uns grossen Spass. Die Themen für die 29. Ausgabe im nächsten Jahr stehen jedenfalls bereits fest. Die Arbeitsgruppe freut sich schon jetzt auf eine rege Teilnahme», fügt sie mit einem Schmunzeln an.
 
Save the date
Das 29. AGVS-Frauenseminar findet vom 26. bis 28. Oktober 2020 sowie vom 2. bis 4. November 2020 im Hotel Flora Alpina in Vitznau statt. Die Themen werden noch bekannt gegeben. Anmeldungen ab August 2020 unter brigitte.hostettler@agvs-upsa.ch.

 
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