«Wir haben uns lange auf diesen Tag gefreut»

11. Mai 2020 agvs-upsa.ch – Die Schweizer Wirtschaft erwacht aus dem achtwöchigen Lockdown. Das Pendlermedium «20 Minuten» hat verschiedene Gewerbebetriebe am ersten Tag nach der Wiedereröffnung besucht. Unter anderem die Emil Frey AG Autocenter Bern in Ostermundigen.
 
sco. Als erstes desinfizierte sich «20-Minuten»-Reporter Marc Gerber die Hände. Die Flasche mit Desinfektionsmittel ist im Eingangsbereich des Showrooms der Emil Frey AG in Ostermundigen gut zugänglich platziert. Bezüglich Schutzkonzept halte man sich an die Auflagen des Bundesamts für Gesundheit (BAG), sagt Geschäftsführer Franz Häfliger und hält das Schutzkonzept Sales des AGVS in die Kamera: «Wir setzen die AGVS-Schutzkonzepte um und gehen sogar noch einen Schritt weiter und haben eine Checkliste für die Desinfektion der Fahrzeuge erstellt.» Sämtliche Autos im Showroom und die Demofahrzeuge werden vom verantwortlichen Automobil-Verkaufsberater jeden Morgen desinfiziert. Dasselbe wird mit allen Fahrzeugen nach Probefahrten gemacht. Probefahrten führen die Kunden allein durch. «Wenn ein Kunde das wünscht, stellen wir ihm eine Hygienemaskeund Schutzhandschuhe zur Verfügung.» Nach wie vor sind auch begleitete Probefahrten möglich. Franz Häfliger: «In diesem Fall tragen Kunde und Verkäufer eine Hygienemaske. Zudem sitzt der Verkäufer nicht auf dem Beifahrersitz, sondern auf der Rückbank. Auch hier wollen wir möglichst viel Distanz.»
 
Abstand gibt es auch an den Arbeitsplätzen im Showroom, wo Plexiglasscheiben montiert worden sind. Vor den Pulten sind zudem gelbe Markierungen angebracht, damit sich Verkäufer und Kunde nicht zu nahekommen.
 
«Wir haben uns lange auf diesen Tag gefreut», sagt Franz Häfliger und lässt durchblicken, dass er mit «lange» eigentlich «zu lange» meint: «Wir hatten gehofft, dass wir unsere Verkaufs- und Ausstellungsflächen schon im April und nicht erst im Mai öffnen dürfen.» Der Geschäftsführer erklärt diese Hoffnung an einem Beispiel: In einem Supermarkt gelte die Regelung, dass auf zehn Quadratmeter Fläche nicht mehr als ein Kunde kommen dürfe: «Unser Showroom hat eine Fläche von 2’000 Quadratmetern. Hätten wir gleichzeitig 200 Menschen in diesem Showroom, wäre das ein grossartiger Tag…» Durchschnittlich würden pro Stunde jedoch zwischen zehn und 20 Kunden den Showroom betreten, so Häfliger.
 
«Der Lockdown hat uns geschäftlich zurückgeworfen», gibt Franz Häfliger zu. Der Umsatz, der mit der faktischen Einstellung des Fahrzeughandels in den letzten Wochen verloren ging, sei kaum mehr aufzuholen.
 
Die Situation sei sehr herausfordernd und belastend für viele AGVS-Mitglieder, bestätigt Olivia Solari. Die AGVS-Juristin war die zweite Gesprächspartnerin von «20 Minuten». «Von Januar bis April wurden in der Schweiz 35 Prozent weniger Autos verkauf und immatrikuliert als in der Vorjahresperiode», so Olivia Solari. Eine Krise von einem derartigen Ausmass habe die Autoindustrie und damit auch das Schweizer Autogewerbe bislang noch nie erlebt. Sie sei nicht zu vergleichen mit der Finanzkrise von vor zehn Jahren. Olivia Solari nutzte die Bühne des grössten Newsportals der Schweiz für Werbung für die Sache der Garagisten: «Gemeinsam mit Partnerverbänden, wie zum Beispiel Auto-Schweiz fordern wir etwa Kaufanreize für Neuwagen und Subventionen für Elektrofahrzeuge. Schliesslich seien während des Lockdowns auch weniger E-Fahrzeuge verkauft worden. Die CO2-Thematik wird uns jedoch weiter beschäftigen.» Ausserdem brachte die AGVS-Juristin die Idee aufs Tapet, Ausbildungsbetriebe zu unterstützen. «Wir wollen Anreize schaffen, Lernende auszubilden. Denn ohne Nachwuchskräfte wird es für unsere Branche noch viel schwieriger.»
 
Den Beitrag von «20 Minuten» finden Sie hier.
 

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