«Beat Jans muss halt mal den Finger rausnehmen»
Es sind markige Worte, die Roland «Rino» Büchel im Beitrag von TeleZüri wählt. «Beat Jans muss halt mal den Finger rausnehmen.» Hässig machen den Ostschweizer SVP-Nationalrat die zahlreichen Einbrüche in Garagen, die die Schweiz seit Tagen in Atem halten. Die Kritik an Justizminister Jans: Die Landesregierung mache viel zu wenig, um den Diebesbanden Einhalt zu gebieten.
Wörtlich sagt Büchel weiter: «Die Zusammenarbeit zwischen Grenzwacht und Polizei war nicht immer ideal, das ist ganz klar.» Man müsse sich untereinander «besser absprechen» und «Informationen austauschen». Das gelte insbesondere auch für die Kommunikation mit den französischen Behörden. «Sie kennen diese Banden.»
fedpol kontert Büchels Aussagen
Diebesbanden, die es vor allem auf Luxusautos abgesehen haben, halten die Polizei in der ganzen Schweiz seit Wochen auf Trab. In den letzten Tagen haben die Täter, die fast immer aus Frankreich stammen, auf Social Media angeworben werden und oftmals noch keine 18 Jahre alt sind, zigfach zugeschlagen – betroffen sind praktisch sämtliche Kantone. Allein seit Beginn des Jahres zählt die St. Galler Polizei 36 Einbruchsdiebstähle, die nach diesem Muster verliefen. Das Bundesamt für Polizei fedpol hat Kenntnis von 360 Einbrüchen oder Einbruchsversuchen seit Anfang 2025.
Das Bundesamt für Polizei wehrt sich gegen Rino Büchels Vorwürfe, es sei in dieser Sache nichts unternommen worden. «Unsere Aufgabe ist es zwischen den Kantonen und mit dem Ausland zu koordinieren, damit die Informationen so schnell wie möglich fliessen können», erklärt fedpol-Sprecherin Miriam Knecht im TeleZüri-Beitrag. Sowohl beim fedpol, das dem Departement von Beat Jans angegliedert ist, wie auch bei den verschiedenen Kantonspolizei-Korps seien Taskforces gegründet worden.
Was Sie als Garage tun können
Auch der AGVS hat mehrfach auf das Phänomen hingewiesen und fordert seine Mitglieder dringend auf, wachsam zu sein und Massnahmen zu treffen – in einem Video erklärt Markus Friedli, Fachbereichsleiter Beratung und Projekte bei der Kantonspolizei Bern, wie sich Garagistinnen und Garagisten vor den Ganoven schützen können. Oftmals reichen bereits kleine Vorkehrungen als Prävention.
Ihre Tipps hat die Berner Kantonspolizei auf einem übersichtlichen Flyer zusammengestellt. Die Polizei in St. Gallen wiederum steht in direktem Kontakt mit mehreren hundert Garagen, wie sie auf ihrer Website schreibt. Mit direkt an den Betrieben angebrachten Plakaten wird den Tätern mitgeteilt, dass sich ein Einbruch nicht lohnt, weil weder Fahrzeugschlüssel noch Wertsachen im Innern der Garagen zugänglich aufbewahrt würden.