Damit Prius und Co. weiterstromern
Plötzlich geht eine Warnleuchte an oder die Hochvoltbatterie eines Vollhybriden mag sich unterwegs nicht mehr richtig füllen: Solche und weitere Symptome können andeuten, dass ein Problem mit der Traktionsbatterie vorliegt. Erscheint dann zum Beispiel in einem Toyota der Fehlercode P0A80, heisst das: Die Spannungsunterschiede zwischen den Batteriemodulen sind zu hoch, also Steuergerät oder Batterie fehlerhaft. Entpuppt sich die Batterie als Ursache, dann muss sie ersetzt oder repariert werden.
Bislang war eine Reparatur in der Regel die Sache von Markenvertretungen, die je nachdem selbst oder über Reparaturzentren an die Hochvoltsache gehen. Doch längst kommen Hybrid- und Elektrofahrzeuge in Altersbereiche, in denen die Reparaturen zeitwertgemäss und auch von nicht markengebundenen oder nicht spezialisierten Betrieben durchgeführt werden wollen – auch wenn es um Hochvoltbatterien geht. Die rechtzeitige Positionierung in diesem Bereich eröffnet künftig gerade freien Garagen neue Chancen.
Tausch der Batteriemodule
Die Aftermarket-Grösse Bosch, als weltgrösster Autozulieferer ohnehin dicht am Thema dran, hat nun nach Freigabe für Deutschland und Österreich jene für die Schweiz für Traktionsbatterie-Reparatursätze. «Der Hochvoltbatterie-Reparatursatz ermöglicht es, alle Batteriemodule gezielt auszutauschen, während weitere Komponenten der Batterie wiederverwendet werden. Das sorgt für eine wirtschaftliche und nachhaltige Lösung im Garagenalltag», sagt Luca Francucci, Leiter Marketing Automobiltechnik bei der Robert Bosch AG Schweiz. «In einer ersten Phase ist der HV-Batterie-Reparatursatz für ausgewählte Hybride wie Toyota Prius III, Toyota Yaris Hybrid, Toyota Auris Hybrid und Lexus CT200 h verfügbar. Einzige Voraussetzung für die Umsetzung in den Garagen ist eine Hochvolt-Schulung der Stufe 3.»
Was unabhängigen Betrieben entgegenkommt: Das Reparaturkit für Nickel-Metallhydrid-Hybridbatterien (NiMH) erfordert kein modellspezifisches Spezialwerkzeug. Bei der Bosch-Reparaturlösung werden alle Module der NiMH-Batterie sowie einige Kleinteile getauscht. Dies, weil beim Tausch einzelner Module sonst laut Bosch die Gefahr bestünde, dass in absehbarer Zeit weitere Module ihr unteres Kapazitätslimit erreichen. Weitere Originalkomponenten wie Gehäuse, Lüfter und Elektronik werden wiederverwendet.
Eine Win-win-win-Situation
Die Verwendung eines solchen Reparatursatzes kommt allen beteiligten Seiten zugute. Die Umwelt profitiert vom Ansatz «Reparieren statt Ersetzen» und von der Ressourcenschonung. Die Endkundinnen und Endkunden freuen sich über eine preislich günstigere Lösung als bei Totalersatz. Und Garagen haben die Möglichkeit, sich als Experten für diesen Bereich mit der Chance auf Neukunden und als kompetente Partner für bestehende Kunden mit einem Hybridfahrzeug zu positionieren. Übrigens: Fünf Jahre Garantie ab Kauf für den HV-Reparatursatz sind ein weiterer Aspekt, der bei der Kundschaft Vertrauen schafft. Bosch weist darauf hin, dass getunte Fahrzeuge und Fahrschulfahrzeuge sowie Fahrzeuge zur gewerbsmässigen Personenbeförderung nicht von der Garantie abgedeckt sind, die Garantie jedoch sonst alle unter gewöhnlichen Verwendungsbedingungen auftretenden Defekte abdecke.
Zur Diagnose empfiehlt Bosch naturgemäss Produkte aus der eigenen Palette an Werkstattausrüstung. Wie etwa die Steuergeräte-Diagnosetester der KTS-Reihe (KTS 560 mit 1-Kanal-Multimeter oder KTS 590 mit 2-Kanal-Multimeter und Oszilloskop), die Diagnose-Software ESItronic 2.0 Online oder KTS und ESItronic samt Secure Diagnostic Access (SDA). Selbstredend hinzu kommen der technische Support (etwa per Remote Diagnostics) und die Möglichkeit, bei Bosch Schulungen zur NiMH-Instandsetzung zu belegen.