ECG und VDA veröffentlichen aktualisierte Leitlinie zur standardisierten Emissionsberichterstattung in der Automobillogistik

Die automobilen Lieferketten machen einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung Dekarbonisierung: ECG, der Verband der europäischen Fahrzeuglogistik, und der VDA, Verband der Automobilindustrie, haben die zweite Version ihrer gemeinsamen Leitlinie zur Berechnung und Berichterstattung von Emissionen veröffentlicht.
Publiziert: 26. November 2025

										ECG und VDA veröffentlichen aktualisierte Leitlinie zur standardisierten Emissionsberichterstattung in der Automobillogistik
Bild: Leitlinie zur standardisierten Emissionsberichterstattung in der Automobillogistik

Die Erstfassung aus Dezember 2023 definierte bereits den Rahmen für die Anwendung der ISO 14083 zur Standardisierung der Treibhausgasberichterstattung im Transportwesen innerhalb der automobilen Lieferkette. Die nun aktualisierte Version baut darauf auf und konkretisiert die methodischen Vorgaben weiter.

Damit können Logistikunternehmen und Fahrzeughersteller erhebliche Fortschritte bei der präzisen und standardisierten Berechnung von Transportemissionen erzielen. Für die Fahrzeuglogistik ist dies zentral, da es den Vergleich verschiedener Transportarten ermöglicht und somit fundierte Entscheidungen für die kohlenstoffeffizienteste Lösung unterstützt», sagt Frank Schnelle, Geschäftsführer von ECG.

Die Leitlinie wird bereits von zahlreichen Herstellern angewendet und bestätigt sich zunehmend als Branchenstandard für die Emissionsberichterstattung in der Fahrzeuglogistik.

«Jetzt ist die Umsetzung entscheidend. Wenn der harmonisierte Standard nicht angewendet wird, hemmt das Investitionen und schwächt den Vorteil grüner Lösungen wie elektrisch betriebener Lkw. Die Leitlinie sollte als Industriestandard etabliert werden, um die richtigen Investitionen anzustoßen», ergänzt Wolfgang Göbel, Präsident von ECG.

Die überarbeitete Leitlinie entstand im Rahmen der zweiten Phase des Emissionsprojekts, an dem führende Akteure der Fahrzeuglogistik beteiligt waren. Volkswagen Konzernlogistik und Toyota Motor Europe haben die Leitlinie bereits eingeführt und erste Tests durchgeführt.

Daniel Unterburger, Senior Manager Strategie und Nachhaltigkeit bei Volkswagen Konzernlogistik, erklärt:

«Wir implementieren die Leitlinie dort, wo wir zur Zielgruppe gehören, auch wenn der Schwerpunkt der aktuellen Version primär auf Spediteuren liegt. Der Mehrwert ist klar erkennbar über die Pilotphase hinaus. Ein sinnvoller nächster Schritt wäre ein gemeinsames Projekt mit einem Lieferanten, der die Leitlinie bereits nutzt, um einen Referenzprozess für die Emissionsberechnung und den Datenaustausch zu entwickeln. Idealerweise schließt dies auch die Dokumentation von CO2-Reduktionsmaßnahmen ein, etwa Zertifikatsnummern oder andere prüfbare Nachweise.»

Auch Toyota Motor Europe bestätigt die Vorteile. Jean Christophe Deville, Vice President Supply Chain:

«Die Emissionsleitlinie ist eine starke Initiative unter dem Dach der ECG. Unsere ersten Tests zeigen Abweichungen zu bisherigen Schätzungen – genauere Werte unterstützen sowohl gesetzliche Meldungen als auch das Management, das klare Trends für Entscheidungen benötigt.»

Dr. Stefan Doch vom Institut für Transport und Logistik verweist auf einen wichtigen Bestandteil des Updates:

«Wir verfügen nun über ein vollständiges Set an Austauschdokumenten, das mit allen Kunden genutzt werden kann. Zudem haben wir praxisnahe, schrittweise konforme Prozesse für Emissionsprognosen, vereinbarte Reduktionsmaßnahmen und gemeldete Ergebnisse entwickelt.»

Die Pilotprojekte zeigen deutlich, wie wichtig eine standardisierte Methodik ist. In sechs Tests über verschiedene Transportarten hinweg stellte sich heraus, dass mehrere Hersteller Emissionen bislang ohne detaillierte Berücksichtigung tatsächlicher Transportnetzwerke oder Betriebsbedingungen berechnet hatten.

Daniel Unterburger erläutert:

«Eine der überraschendsten Erkenntnisse war die große Bandbreite der Emissionsergebnisse von minus 20 bis plus 60 Prozent. Hauptursachen waren fehlende Daten, unterschiedliche Berechnungsmethoden, vereinfachte Routenannahmen und verschiedene Modellierungsansätze. Das verdeutlicht den dringenden Bedarf an Standardisierung, um Konsistenz und Vergleichbarkeit in der Branche sicherzustellen.»

Auf Basis der nun harmonisierten Emissionsberechnung soll der nächste Schritt darin bestehen, Investitionen in umweltfreundlichere Lösungen zu unterstützen und zu beschleunigen – durch ein Werkzeug, das Transparenz und Vergleichbarkeit in der gesamten Lieferkette schafft.

Die Leitlinie ist auf der ECG-Website verfügbar.