TCS-Sommerreifentest 2026

Budgetreifen zeigen Schwächen

Der TCS-Sommerreifentest verdeutlicht eindrucksvoll, wie wichtig ausgewogene Abstimmung und hochwertige Fertigung für die Gesamtqualität eines Reifens sind. 16 Pneus wurden geprüft, wobei drei Premium-Reifen vollständig überzeugten, Budgetreifen dagegen nicht.
Publiziert: 24. Februar 2026

Von

Jürg A. Stettler


										Budgetreifen zeigen Schwächen
Im Sommerreifentest werden alle Kandidaten auch auf dem Handlingkurs an die Belastungsgrenze gebracht. Fotos: TCS/ADAC

Beim aktuellen Test der Abteilung Test & Technik des TCS wurden 16 Sommerreifen in der Dimension 225/50 R17 98W/Y auf Herz und Nieren geprüft. Diese Dimension eignet sich für Fahrzeuge der Mittelklasse wie etwa Audi A4, A5 oder TT, BMW 2er-, 3er- und 4er-Reihe, Skoda Octavia Scout und Yeti, Alfa Romeo Giulia, Peugeot 3008, 5008, Volvo S80, V40, V60 und V70 oder auch VW Sharan. Als Testfahrzeug diente den Reifenexperten übrigens ein Audi A4 Avant. «Der Teufel liegt im Detail, könnte man zum aktuellen Sommerreifentest sagen», so Reto Blättler, Reifenexperte und Projektleiter Reifentest beim TCS. «Dabei zeigte sich, wie relevant die Ausgewogenheit eines Reifens ist. Nicht umsonst werden die Produkte deshalb in insgesamt 15 verschiedenen Testkriterien bewertet, welche in die Hauptbereiche ‹Fahrsicherheit› und ‹Umweltbilanz› gegliedert sind.» Für die Garagistinnen und Garagisten liefern die detaillierten Testresultate einmal mehr wichtige Grundlagen und Hintergrundwissen für eine kompetente und umfassende Reifenberatung.

Nur drei Reifen überzeugen vollständig

Drei Reifen erhalten im TCS-Schlussergebnis die Bewertung «sehr empfehlenswert»: der Continental PremiumContact 7, der neue Pirelli Cinturato (C3) und der Goodyear EfficientGrip Performance 2. Diese Modelle haben allesamt eine konstant hohe Leistungsfähigkeit auf allen Fahrbahnarten, ergänzt durch eine überzeugende prognostizierte Laufleistung, geringen Abrieb und eine gute Effizienz.
 

Knapp am Podest vorbeigeschrammt

Weitere sechs Reifen verfehlen ein «sehr empfehlenswert» teils nur knapp. Der Firestone Roadhawk 2 überzeugt bei den Fahreigenschaften, muss jedoch Abstriche bei der Laufleistung und beim Abrieb hinnehmen. Der Falken Ziex ZE320 zeigt leichte Schwächen auf trockener Fahrbahn sowie bei der prognostizierten Laufleistung. Beim Bridgestone Turanza 6 fallen leichte Defizite in der Fahrsicherheit auf, während er bei der Umweltbilanz mit überzeugenden Ergebnissen punktet.

Ähnlich verhält es sich beim erstmals getesteten Michelin Primacy 5: Auch dieser Reifen zeigt Schwächen bei der Fahrsicherheit, insbesondere auf trockener Fahrbahn, erreicht dafür jedoch die Bestnote in der Umweltbilanz. Der Maxxis Premitra HP6 lässt vor allem auf nasser Fahrbahn nach; ausschlaggebend für sein lediglich befriedigendes Abschneiden ist jedoch die Laufleistung. Und der Kumho Ecsta HS52 zeigt Defizite auf trockener Fahrbahn, zudem werden Abrieb und Effizienz nur mit «befriedigend» bewertet.
 

Die Tipps des Experten

Für Reifenexperte Reto Blättler ist klar: «Fährt man im Jahr durchschnittlich viele Kilometer, sollte die Wahl auf einen Reifen fallen, der sowohl in der Fahrsicherheit als auch in der Umweltbilanz mit gut bewertet ist.» Dank der Zwei-Säulen-Struktur der TCS-Testergebnisse lässt sich nun für Kundinnen und Kunden auch einfacher und schneller ein passender Pneu finden, wenn jemand mehr Wert auf die Performance in den Fahreigenschaften legt. «Oder auch, wenn die Umwelt- und Wirtschaftlichkeitskriterien im Vordergrund stehen», ergänzt Blättler.
 

Nicht ganz so ausgewogene Reifen

Auf den weiteren Plätzen beim TCS-Sommerreifentest folgen vier Pneus mit der Schlussbeurteilung «empfehlenswert». Bei diesen Reifen sind die Schwächen etwas deutlicher ausgeprägt. Der BFGoodrich Advantage etwa zeigt Defizite auf nasser Fahrbahn, zudem wird auch sein Abrieb lediglich mit «befriedigend» bewertet. Der Hankook Ventus Prime4 offenbart Schwächen auf nasser Fahrbahn, die sich am Ende so stark auswirken, dass er auch im Gesamturteil nicht über eine befriedigende Bewertung hinauskommt.

Der Vredestein Ultrac+ weist Schwächen auf trockener Fahrbahn auf. Bei der Laufleistung erreicht der Reifen gerade noch ein befriedigendes Niveau. Schlusslicht in dieser Gruppe ist der Greentrac Quest-X. Er zeigt deutliche Defizite beim Bremsen auf nasser Fahrbahn, erreicht im Handling ebenfalls nur eine befriedigende Bewertung und schneidet auch bei Laufleistung, Abrieb und Effizienz lediglich befriedigend ab. Die Summe mehrerer durchschnittlicher Bewertungen wirkt sich deutlich auf das Gesamtergebnis aus.
 

Sparen bei den Reifen, lohnt sich nicht

«Alle drei Reifen am Ende des Testfelds sind sogenannte Budgetreifen. Oft werden sie im Netz preisgünstig angeboten», erläutert Reto Blättler weiter. Um Unfälle zu vermeiden, sei es daher wichtig, den Kundinnen und Kunden klarzumachen, dass es sich nicht lohne, bei neuen Pneus zu sparen. «Wenn etwas Unvorhergesehenes passiert, ist es letztlich der Reifen, der mit seinen wenigen Quadratzentimetern Kontaktfläche noch Reserven bietet – oder eben nicht», meint der Reifenexperte dazu vielsagend.

Daher kommen die Reifenexperten auch zum Schluss, drei Gummis aus China und der Türkei nur ein «bedingt empfehlenswert» zu verleihen. Der Lassa Revola verfehlt dabei eine empfehlenswerte Gesamtbewertung zwar nur knapp, schneidet aufgrund deutlicher Schwächen auf trockener Fahrbahn jedoch ungenügend ab. Zusätzlich zeigt der Reifen Defizite bei der Laufleistung und beim Abrieb. Auch der Leao Nova-Force Acro weist ausgeprägte Schwächen auf trockener Fahrbahn auf und lässt darüber hinaus auf nasser Fahrbahn sowie bei Laufleistung und Abrieb spürbar nach.

Unausgewogenes Schlusslicht

Schlusslicht des Tests ist der Linglong Sport Master. Er verdeutlicht besonders eindrücklich, dass ein Reifen ausgewogen sein muss und es nicht ausreicht, lediglich in einer einzelnen Disziplin zu glänzen. Zwar erzielt er im Test die besten Ergebnisse auf nasser Fahrbahn – die Performance wurde konsequent in diese Richtung optimiert –, die Kehrseite dieser Auslegung sind jedoch die schwächsten Werte beim Fahrverhalten auf trockener Fahrbahn, die geringste Laufleistung sowie der höchste Abrieb im gesamten Testfeld.

Alle Resultate im Detail gibt es hier als PDF

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