Erstes Treffen der AGVS-Markenkommission in diesem Jahr

Eine Erkenntnis lässt aufhorchen

Erste Sitzung, grosse Fragen: Während Markus Aegerter Adieu sagt, kämpft die Markenkommission mit dem Umbruch im Automarkt. Ist die Hoffnung auf ein «bombastisches 2027» berechtigt oder nur Zweckoptimismus?
Publiziert: 18. März 2026

Von

AGVS-Newsdesk


										Eine Erkenntnis lässt aufhorchen

Für die erste Zusammenkunft der Markenkommission des Jahres finden sich die Mitglieder Ende Februar im Classic Center der Emil Frey AG in Safenwil ein. Im stilvoll eingerichteten Clubraum im Dachgeschoss begrüsst Kommissionspräsident und Zentralvorstandsmitglied Markus Hesse die anwesenden Teilnehmenden. Speziell begrüsst wird Markus Aegerter, welcher bekanntlich nach 30 Jahren Tätigkeit für den AGVS Ende April seinen wohlverdienten Ruhestand antreten wird. Während vieler Jahre hat er die Markenkommission seitens der Geschäftsstelle betreut, koordiniert und massgeblich mitgeprägt. 

Nun steht also seine letzte Kommissionssitzung an und dies in turbulenten Zeiten. Das historische Tief an Neuzulassungen in den ersten beiden Monaten des Jahres beschäftigt die Markenvertreter und ist im Geschäftsalltag permanent spürbar. So ist es wenig überraschend, dass die schwächelnden Verkaufszahlen eines der Hauptthemen im markenübergreifenden Austausch waren. Eine gewichtige Ursache dieser Entwicklung ist die nach wie vor zurückhaltende Nachfrage nach Elektrofahrzeugen und das fehlende Angebot an preislich attraktiven Kleinwagen. Hinzu kommen die grossen Bestände an gebrauchten Elektrofahrzeugen mit deutlich zu hohen Restwerten, was gravierende Auswirkungen auf die betriebswirtschaftlichen Ergebnisse der einzelnen Garagen hat. 

 

Grosse Unterschiede bei der Zusammenarbeit

Die Aussagen der Kommissionsmitglieder machen hier wenig Hoffnung auf eine rasche Besserung. Laufend kommen Fahrzeuge in die Betriebe zurück, welche vor vier bis fünf Jahren mit hohen Restwerten und zur Einhaltung der CO2-Ziele verleast wurden. Der Start zur gemeinsamen Kommunikationskampagne des AGVS, Auto-Schweiz und dem TCS mit dem Ziel, Vorurteile gegenüber E-Occasionen abzubauen, wird daher von der Kommission sehr positiv aufgenommen und begrüsst. 

Der gemeinsame Austausch zeigt deutlich, dass sich die Zusammenarbeit zwischen den Markenhändlerverbänden und ihren jeweiligen Herstellern und Importeuren teils erheblich unterscheidet. Einzelne Markenvertreter haben ein sehr gutes Einvernehmen und führen Gespräche auf Augenhöhe, wogegen andere Garagen und Verbände mit stetigen Diskussionen und Diskrepanzen zu kämpfen haben. Ein gemeinsamer Dialog auf Verbandsstufe ist dabei eine zentrale Aufgabe des AGVS, dessen Wichtigkeit wurde daher auch nochmals unterstrichen.

 

Rennfeeling kurz vor dem Saisonstart

Eine Erkenntnis des gemeinsamen Austauschs lässt aufhorchen: Sämtliche Hersteller gestehen ein, dass das Jahr 2026 schwierig und herausfordernd wird. Im kommenden Jahr soll aber an breiter Front Besserung in Sicht sein. Wenn diese Vorhersagen stimmen, steht dem Autohandel ein bombastisches 2027 bevor. Ob dem wirklich so ist, darf zumindest kritisch hinterfragt werden. 

Nach Abschluss der angeregten und spannenden Diskussionen geht es genau so interessant weiter. Kurz vor Saisonbeginn erhält die AGVS-Markenkommission einen Einblick in die letzten Vorbereitungen des Emil Frey Racing Teams vor deren Saisonstart. Yann Grinwald, Head of Marketing & Event, führt die Teilnehmenden durch das Epizentrum des Rennstalls und stellt die beiden imposanten Ferraris 296 GT3 sowie den eindrücklichen Fahrsimulator vor. Genau wie beim Racingteam ist ein ausgeprägter Teamgedanke auch beim AGVS und den verschiedenen Kommissionen ein wichtiger Erfolgsfaktor, um die Rahmenbedingungen für die Branche weiterzuentwickeln. Die Teilnehmenden der Markenkommission besiegeln diesen Teamgedanken bei einem gemeinsamen Mittagessen im Classic Center.

Markenkommission – Austauschplattform der Markenhändlerverbände

In der Markenkommission sind die Präsidenten der schweizerischen Markenhändlerverbände (MHV) zusammengeschlossen. Rund 20 Marken bzw. Markengruppierungen tauschen sich hier markenübergreifend über aktuelle Entwicklungen im Fahrzeughandel aus. Die Kommission dient als Plattform, um gemeinsame Herausforderungen zu diskutieren und Erfahrungen zu teilen.

Dreimal jährlich treffen sich die Vertreter zu Sitzungen. Im Fokus stehen insbesondere die Markt¬entwicklung im Neu- und Occasionsfahrzeughandel, die Situation im Kundendienst sowie Themen wie Lagerbestände, Restwerte oder technologische Veränderungen. Ergänzend informiert die Geschäftsstelle über relevante Entwicklungen aus Politik, Recht und Technik, die für den Markenhandel von Bedeutung sind.

Die Diskussionen erfolgen stets unter strikter Einhaltung der kartellrechtlichen Vorgaben. Aus der Arbeit der Kommission sind in der Vergangenheit bereits wichtige Initiativen hervorgegangen, etwa Gutachten zum Agenturmodell, eine Charta zur Zusammenarbeit mit Importeuren oder koordinierte Branchenkontakte mit Behörden wie der Weko. Zudem pflegt die Kommission einen engen Austausch mit europäischen Markenhändlerorganisationen und der Cecra.

Im Clubraum im Dachgeschoss begrüsst Kommissionspräsident und AGVS-Zentralvorstandsmitglied Markus Hesse die anwesenden Teilnehmenden. Fotos: AGVS-Medien
An der Sitzung der Markenkommission wurde unter anderem auch Markus Aegerter verabschiedet.
Beim Apéro im Classic Center der Emil Frey AG wurde fleissig gefachsimpelt.

Emil Frey Racing: mit zwei Ferrari in zwei Rennserien

Nach einer spannenden Saison 2025 setzt Emil Frey Racing seinen Erfolgsweg mit dem Ferrari 296 GT3 fort. 2026 erwartet das Schweizer Team eine spannende Herausforderung an insgesamt 13 Rennwochenenden (DTM und GT World Challenge), in der sich das Team erneut auf höchstem Niveau in zwei Meisterschaften mit der Konkurrenz messen wird. Weiter Infos unter emilfreyracing.com