Schweizer Porsche-Partnerschaft für Batterierecycling

Wie aus Hochvolt-Batterien wertvolle Rohstoffe werden

Was passiert mit der Batterie eines Schweizer E-Autos, wenn sie das Ende ihres Lebenszyklus erreicht hat? Auch Porsche hat darauf nun eine Schweizer Antwort.
Publiziert: 17. Februar 2026

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AGVS-Newsdesk


										Wie aus Hochvolt-Batterien wertvolle Rohstoffe werden
Hochvoltbatterie samt Leistungselektronik eines Porsche Macan. Foto: Porsche

Schon 2020 hatte der Logistik- und Transportspezialist Galliker in Altishofen LU mit Renault ein Reparatur-Zentrum für Antriebsbatterien aufgebaut. In der explizit für Hochvoltbatteriereparaturen eingerichteten Werkstatt führen die Luzerner inzwischen Reparaturaufträge diverser Hersteller, Importeure oder Garagistinnen und Garagisten aus. Im sogenannten Lithium Battery Competence Center übernehmen die Galliker-Mitarbeitenden dank HV-Stufe 3 auch Ausbau, Reparatur, Tausch und Wiedereinbau durch. Am Ende des Lebenszyklus werden die Batterien der Schweizer Firma Librec in Biberist SO, einem Pionier der Branche, zur fachgerechten Rezyklierung angeliefert.

Hoher Anteil an elektrifizierten Modellen

Auch die Porsche Schweiz AG arbeitet nun mit dem Recyclingunternehmen Librec zusammen. Porsche hat hierzulande einen überdurchschnittlich hohen Anteil an Plug-in-Hybriden und vollelektrischen Fahrzeugen: Im Jahr 2025 waren 46 Prozent der neu zugelassenen Porsche-Modelle elektrifiziert. Damit lag der Sportwagenhersteller klar über dem Schweizer Durchschnitt von 34 Prozent. Die Lebensdauer und Zuverlässigkeit der Hochvolt-Aggregate sind bei Porsche wie bei Verbrennern ausgelegt: Mindestens 15 Jahre oder 300’000 Kilometer. Zudem gibt es umfassende Reparaturkonzepte. Ist eine Reparatur wirtschaftlich nicht sinnvoll oder hat eine Batterie das Ende ihrer Lebenserwartung erreicht, wird sie recycelt.

Innovativer Recyclingprozess von Librec

Der Recyclingprozess von Hochvoltbatterien ist ein integraler Bestandteil der Nachhaltigkeitsstrategie bei Porsche. Dabei strebt das Unternehmen einen möglichst geschlossenen Materialkreislauf an. Ausgediente Hochvoltbatterien werden von den Schweizer Porsche-Zentren an die Librec AG übergeben. Dort werden sie zunächst sortiert, entladen, zerlegt und mechanisch zerkleinert. Durch diesen Prozess entsteht sogenannte Schwarzmasse: ein fein gemahlenes Pulver, das Rohstoffe wie Nickel, Kobalt, Lithium und Mangan enthält. Auch Alu und Kupfer werden wiedergewonnen.

Insgesamt lassen sich mit dem innovativen Recyclingverfahren über 97 Prozent der Rohstoffe zurückgewinnen! Unter Vollauslastung kann die Librec AG bis zu 9000 Tonnen Material pro Jahr verarbeiten. Gegenüber der Nutzung neuer Rohstoffe können somit CO₂-Einsparungen von bis zu 38'000 Tonnen erzielt werden.
 

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