Frauen und Quereinsteigende im Fokus

Soft Skills im modernen Autogewerbe

Fachwissen bleibt im Autogewerbe zentral. Doch ob Kundschaft zufrieden ist und Teams harmonieren, entscheidet sich oft anderswo. Soft Skills werden für Garagen zum echten Wettbewerbsvorteil.
Publiziert: 19. Juni 2026

Von

Dora Szöke


										Soft Skills im modernen Autogewerbe
Moderne Mobilität braucht mehr als Technik: Soft Skills gewinnen im Autogewerbe zunehmend an Bedeutung. Foto: AGVS-Medien

Ob im Verkauf, Kundendienst oder in der Werkstatt: der direkte Kontakt mit Menschen gehört heute in vielen Bereichen des Autogewerbes selbstverständlich dazu. Deshalb werden auch Soft Skills immer wichtiger. Dennoch wird das Autogewerbe oft noch stark über technische Kompetenzen definiert. Im Berufsalltag reicht Fachwissen allein jedoch längst nicht mehr aus.  

Die Kundschaft wünscht sich heute eine Beratung auf Augenhöhe - verständliche Erklärungen statt Fachjargon und eine offene Kommunikation. Gerade bei komplexen Reparaturen oder neuen Technologien wird nachvollziehbare Beratung immer wichtiger. Digitale Kanäle verstärken diesen Anspruch zusätzlich.

 

Kundenkontakt verändert sich

Die Erwartungen an den Kundenkontakt haben sich in den vergangenen Jahren spürbar verändert. Viele informieren sich bereits online über Fahrzeuge, Reparaturen oder Dienstleistungen und erwarten im Betrieb anschliessend eine klare und verständliche Beratung. Gleichzeitig steigt der Anspruch an Erreichbarkeit und schnelle Rückmeldungen. Informationen werden laufend ausgetauscht, Termine kurzfristig angepasst oder Rückfragen direkt erwartet. Mitarbeitende müssen deshalb nicht nur fachlich kompetent sein, sondern auch in hektischen Situationen professionell auftreten können und einen kühlen Kopf bewahren.

Gerade im direkten Kundenkontakt zeigt sich deshalb immer deutlicher, wie wichtig Soft Skills geworden sind. Freundlichkeit, Empathie, Teamfähigkeit und ein professioneller Umgang mit schwierigen Situationen lassen sich nicht mit einem Diagnosegerät messen. Im Garagenalltag machen sie aber oft den entscheidenden Unterschied.

 

Chancen für die Branche

Gleichzeitig eröffnet diese Entwicklung dem Autogewerbe neue Möglichkeiten im Umgang mit dem Arbeitskräftemangel. Noch immer gilt die Branche vielerorts als klassische Männerdomäne, obwohl die Tätigkeiten heute deutlich vielseitiger sind als oft angenommen und auch Frauen vielfältige Karrierewege offenstehen.

Viele Berufe verbinden technisches Verständnis mit Beratung, Organisation oder direktem Kundenkontakt. Genau darin liegen auch Chancen für Frauen und Quereinsteigende, die Fähigkeiten mitbringen, die im modernen Autogewerbe zunehmend gefragt sind. Kommunikationsstärke, Organisationstalent oder ein gutes Gespür im Umgang mit Menschen können für Teams und Kundschaft ein grosser Gewinn sein. Viele Garagen zeigen bereits heute, dass gemischte Teams neue Perspektiven einbringen und den Arbeitsalltag positiv prägen können.

 

Soft Skills lassen sich entwickeln

Soft Skills sind zudem keine angeborene Eigenschaft. Viele dieser Fähigkeiten lassen sich gezielt fördern und auf verschiedenen Wegen weiterentwickeln. Für Betriebe wird es deshalb immer wichtiger, diese Kompetenzen bei ihren Mitarbeitenden bewusst zu fördern und nach aussen hin sichtbar zu machen.  

Die Entwicklung der Branche zeigt, dass moderne Mobilität mehr als technisches Know-how braucht. Gerade in Zeiten von Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz bleiben Menschen gefragt, die zuhören, verständlich erklären und auf die Kundschaft eingehen können. Gerade darin liegt für viele Garagen die Chance, ihren Betrieb breiter und zukunftsfähiger aufzustellen.

Weiterbildungsmöglichkeiten des AGVS

Ob Technik, Kundendienst, Verkauf oder Führung: Der AGVS bietet verschiedene Weiterbildungsmöglichkeiten an. 

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