Fachkräfte entwickeln und halten

Weiterbildung, die allen etwas bringt

Im Autogewerbe ist Weiterbildung wichtiger denn je. Doch sie garantiert nicht automatisch, dass Mitarbeitende ihren Betrieben treu bleiben. Entscheidend ist, wie damit umgegangen wird – vor, während und insbesondere nach der Weiterbildung.
Publiziert: 11. Mai 2026

Von

Dora Szöke


										Weiterbildung, die allen etwas bringt
Fachkräfte im Einsatz: Entscheidend ist, dass neues Wissen im Alltag eingesetzt wird. Foto: AGVS-Medien

Die Anforderungen im Autogewerbe verändern sich dauernd. Neue Technologien, komplexere Systeme und steigende Erwartungen der Kundschaft verlangen nach stetig wachsender Kompetenz. Weiterbildungen sind deshalb längst kein Nice-to-have mehr, sondern ein wichtiger Teil der Branche.

Die Möglichkeiten dabei sind vielfältig: Von markenspezifischen Schulungen bis hin zu eidgenössischen Abschlüssen ist vieles möglich. Trotzdem fragen sich Betriebe oft: Lohnt sich das für uns wirklich? Und bleiben Mitarbeitende nach einer Weiterbildung überhaupt? Die ehrliche Antwort: Nein, nicht automatisch.

Weiterbildung allein bindet niemanden. Wer sich weiterentwickelt, erweitert seinen Horizont und wird auch für andere Betriebe interessanter. Entscheidend ist deshalb, was danach passiert. Wer neues Wissen erwirbt, will dieses auch einsetzen können. Bleibt alles beim Alten, macht sich Frustration breit und die Bereitschaft zu wechseln, steigt. Das bedeutet aber nicht, dass Weiterbildung ein Risiko darstellt. Im Gegenteil: Betriebe, die nicht fördern, verlieren ihre Mitarbeitenden schneller. Die grössere Herausforderung liegt darin, die Weiterbildung sinnvoll in den Betriebsalltag zu integrieren. 

 

Spielräume gezielt nutzen

Nicht jeder Betrieb kann neue Positionen schaffen oder einen Karriere-Boost anbieten. Gerade kleinere Garagen haben diesbezüglich begrenzte Möglichkeiten. Entwicklung zeigt sich allerdings nicht nur auf dem Organigramm, sondern im Alltag. Zum Beispiel dann, wenn Mitarbeitende mehr Verantwortung übernehmen können, ihr Wissen gezielter einsetzen oder sich in einem Bereich spezialisieren können. Nach einer Weiterbildung als Ansprechpartner für ein Thema zu gelten, steigert das persönliche Wachstum spürbar.

Ebenso wichtig ist die Haltung im Betrieb. Weiterbildung sollte nicht als Privatsache verstanden werden, sondern als gemeinsame Investition. Das beginnt bei einfachen Dingen wie Interesse zeigen, Gespräche führen oder Perspektiven aufzeigen. Oft sind es genau diese kleinen Signale, die den Unterschied machen. Auch während einer Weiterbildung können Betriebe etwas beitragen, indem sie beispielsweise Einsätze nachsichtig planen, Verständnis für intensive Prüfungsphasen aufbringen oder sich sogar an den Weiterbildungskosten beteiligen. 

Für das Autogewerbe liegt in der Förderung der Fachkräfte eine Chance. Die Branche bietet heute mehr Entwicklungsmöglichkeiten, als von aussen wahrgenommen wird. Wer diese aktiv nutzt und sichtbar macht, stärkt nicht nur die eigenen Mitarbeitenden, sondern auch die Attraktivität des Betriebs.

 

Zum Weiterbildungsangebot des AGVS

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