Vorsichtige Zuversicht am Schweizer Aftermarket
Die Schweizer Wirtschaft zeigt sich trotz geopolitischer Spannungen und handelspolitischer Unsicherheiten stabil: So lautet das Fazit des Konjunkturbarometers 4/26 des Verbandes Swiss Automotive Aftermarket (SAA) auf Basis befragter Aftermarket-Unternehmen. Die Konjunkturaussichten hätten sich zuletzt aufgehellt; zugleich blieben die Entwicklung des Aussenhandels, die Wechselkurse sowie Energie- und Beschaffungskosten wichtige Einflussfaktoren. Die weiterhin moderate Inflation sorge für eine gewisse Planungssicherheit, der Kostendruck für die Unternehmen bleibe jedoch bestehen.
In diesem Umfeld habe sich insbesondere die Einschätzung der Umsatzlage in der Garagenzulieferbranche verbessert, während die Ertragslage verhaltener beurteilt werde.
Die Umsatzlage wird positiver beurteilt als im Vorquartal: 45 Prozent (Vorquartal: 35 Prozent) der befragten Unternehmen bewerten sie als gut, 50 Prozent (61 Prozent) als befriedigend und 5 Prozent (4 Prozent) als schlecht. Bei der Ertragslage fällt das Bild zurückhaltender aus: 27 Prozent (30 Prozent) beurteilen sie als gut, 68 Prozent (65 Prozent) als befriedigend und 5 Prozent (4 Prozent) als schlecht. Die Differenz könnte laut SAA darauf hindeuten, dass die Unternehmen trotz solider Umsätze weiterhin unter Margendruck stehen. Auch die Beschäftigungslage bleibt überwiegend stabil: 45 Prozent (Vorquartal: 48 Prozent) beurteilen sie als gut, 50 Prozent (48 Prozent) als befriedigend und 5 Prozent (4 Prozent) als schlecht.
Bei der Beschäftigungslage erwarten 23 Prozent (Vorquartal: 9 Prozent) eine Verbesserung, 73 Prozent (87 Prozent) keine Veränderung und 5 Prozent (4 Prozent) eine Verschlechterung. Einen steigenden Personalbestand prognostizieren ebenfalls 23 Prozent (9 Prozent); 68 Prozent (91 Prozent) rechnen mit einem gleichbleibenden und 9 Prozent mit einem sinkenden Bestand. Keines der befragten Unternehmen plant Kurzarbeit. Damit überwiegt trotz der Risiken eine stabile bis positive Einschätzung. Bei den Kosten zeichnet sich eine leichte Entspannung ab: 55 Prozent (43 Prozent) erwarten gleichbleibende Personalkosten und 45 Prozent (57 Prozent) steigende.
Bei den Materialkosten rechnen allerdings weiterhin 68 Prozent (Vorquartal: 74 Prozent) mit einem Anstieg; 32 Prozent (26 Prozent) erwarten unveränderte Kosten. Der Kostendruck bleibt damit ein wichtiger Unsicherheitsfaktor. Für den Umsatz erwarten 36 Prozent (Vorquartal: 30 Prozent) eine Zunahme, 50 Prozent (57 Prozent) eine gleichbleibende Entwicklung und 14 Prozent (13 Prozent) einen Rückgang. Bei der Ertragslage rechnen 14 Prozent (17 Prozent) mit einer Verbesserung, 64 Prozent (61 Prozent mit gleichbleibenden und 23 Prozent (22 Prozent) mit schlechteren Ergebnissen.
Insgesamt spreche dies, so das SAA-Urteil, für eine stabile Branchenentwicklung, bei der die Ertragskraft stärker unter Druck bleibe als der Umsatz.