Arbeitsmarkt im Autogewerbe

Zwischen Generationen und Erwartungen

Der Fachkräftemangel im Autogewerbe bleibt akut. Viele Garagen fragen sich, wie sie die nächste Generation erreichen. Ein Blick auf gesellschaftliche Entwicklungen zeigt, wo die Herausforderungen liegen.
Publiziert: 05. Mai 2026

Von

Dora Szöke


										Zwischen Generationen und Erwartungen
Unterschiedliche Generationen im Werkstattalltag: Entscheidend ist, wie die Zusammenarbeit gelingt. Foto: AGVS-Medien

Die Entwicklung zeichnet sich bereits seit längerem ab: Laut dem Generationen-Barometer 2025 stehen bei der Bewertung von Arbeit nicht mehr nur finanzielle Aspekte im Vordergrund. Entscheidend sind vielmehr konkrete Faktoren im Arbeitsalltag. So nennen die Befragten insbesondere Teamgeist (53 %), eine sinnstiftende Tätigkeit (49 %) sowie Wertschätzung (46 %) als Merkmale eines guten Arbeitsplatzes. 

Gleichzeitig macht die Studie deutlich, dass sich nicht nur die Erwartungen an Arbeit verändern, sondern auch die Einschätzung der Zukunft. Globale Unsicherheiten – ausgelöst durch Kriege, politische Instabilität oder wirtschaftliche Entwicklungen – prägen das Gefühl vieler junger Menschen, wenig Einfluss auf das eigene Leben zu haben. Das führt dazu, dass Entscheidungen vorsichtiger getroffen und Bindungen langsamer eingegangen werden.

Dass klassische Handwerksberufe mit veränderten Erwartungen und einer breiteren Auswahl an Berufsmöglichkeiten konkurrieren, macht die Situation nicht einfacher. Nicht nur der Beruf selbst ist dabei entscheidend, sondern auch das Bild, das Menschen damit verbinden. Ob eine Branche als zukunftsfähig wahrgenommen wird, beeinflusst die Berufswahl. Für das Autogewerbe bedeutet das: Der Arbeitskräftemangel ist nicht nur eine Frage von offenen Stellen oder fehlenden Bewerbungen, sondern auch eine Frage der Wahrnehmung in den Köpfen der Leute.

Grafiken: AGVS-Medien

Zusammenarbeit als Schlüssel

So rückt der Blick nach innen in den Fokus. Wenn sich Erwartungen verändern und Unsicherheiten zunehmen, reicht es nicht mehr, nur neue Mitarbeitende zu gewinnen. Entscheidend ist, wie Zusammenarbeit im Betrieb tatsächlich gelebt und erlebt wird. Laut Generationen-Barometer fühlen sich Junge oft nicht ernst genommen, Ältere hingegen fühlen sich oft unverstanden. Das birgt eine Menge Spannungen im Arbeitsalltag.

Als Gamechanger im Generationenmanagement erweisen sich soziale Kompetenzen in der Zusammenarbeit. Denn für die Attraktivität eines Arbeitgebers ist laut der Studie generationenübergreifend nicht nur die Tätigkeit selbst entscheidend, sondern in gleichem Masse die Art der Zusammenarbeit. Respekt, Vertrauen und ein funktionierendes Miteinander werden von Mitarbeitenden aller Altersgruppen als zentral bewertet.

Unterschiedliche Lebensphasen und Erwartungen verlangen nach flexibleren Ansätzen im Umgang mit Mitarbeitenden. Tatsache ist, dass dabei weniger einzelne Massnahmen oder Zusatzleistungen entscheidend sind. Ausschlaggebend ist vielmehr die gelebte Kultur. Am Ende entscheidet der individuell erlebte Alltag, ob man sich ernst genommen fühlt oder nicht.

 

Die Studie

Die zugrunde liegenden Erkenntnisse basieren auf dem Generationen-Barometer 2025, einer schweizweiten Studie von mehreren Tausend Personen zu Themen wie Arbeitswelt, Erwartungen und Generationenverständnis.

Strategien gegen den Arbeitskräftemangel

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