Jetzt heisst es Daumen drücken
27. September 2026
Jetzt heisst es Daumen drücken: Heute Sonntag zeigt sich, wie Janiks Leistungen an den vier Wettkampftagen im internationalen Vergleich bewertet werden. An der Closing Ceremony werden die Ranglisten bekannt gegeben und die Medaillen vergeben.
Die Abschlussfeier findet am von 19 bis 22 Uhr in Shanghai, in der Schweiz von 13 bis 16 Uhr, statt. Wer bei der Entscheidung live dabei sein möchte, kann die Closing Ceremony hier im Livestream verfolgen.
26. September 2026
Am Samstag startete Janik mit der Getriebeüberholung («Gearbox Overhaul») in den vierten und letzten Wettkampftag. Schnell war klar: Das Getriebe musste vollständig zerlegt, die einzelnen Bauteile geprüft und bei Bedarf ersetzt werden. Wie schon an den Vortagen war die Zeit knapp. Janik zeigte sich nach dem Posten mit seiner Arbeit zufrieden. Auch der Experte signalisierte ihm, dass er eine sehr gute Leistung gezeigt hatte.
Drei Extraminuten bis zum Wettkampfende
Zum Abschluss wartete der Posten «Brake». Dafür standen Janik nur eineinhalb statt der gewohnten zwei Stunden zur Verfügung. Gleich zu Beginn kam es zu einer unerwarteten Unterbrechung: Während Janik die Bremsanlage prüfte, bemerkte der Experte, dass er einen vorgesehenen Fehler noch nicht eingebaut hatte. Janik musste sich kurz umdrehen, damit er nicht sehen konnte, welche Veränderung der Experte am Fahrzeug vornahm. Janik blieb unbeeindruckt und gab nochmals Vollgas. Unter anderem musste er Bremsscheiben wegen Verschleiss und Seitenschlag, eine defekte Bremszange sowie den Hauptbremszylinder ersetzen. Es lief ausgezeichnet.
Unter Applaus in die Zielgerade
Als sich bereits die ersten Schweizer Fans versammelten, um seinen Abschluss zu feiern, erhielt Janik wegen der Unterbrechung zu Beginn drei zusätzliche Minuten. Während nach der offiziellen Schlusssirene rundherum schon gejubelt wurde, arbeitete er noch konzentriert weiter. Dann war auch für ihn Schluss: Unter Applaus, vor Kameras und Schweizer Fahnen beendete Janik seinen Wettkampf.
Die Erleichterung war ihm anzusehen. Der Experte gratulierte ihm zu seiner Leistung, ebenso die anwesenden Vertreter von SwissSkills, seine Eltern Susanne und René sowie der Schweizer WorldSkills-Experte Riet Bulfoni.
Am traditionellen Schweizerabend von SwissSkills wurde das SwissSkills-Nationalteam mit herzlichem Applaus empfangen. Nach vier intensiven Wettkampftagen konnten Janik und seine Teamkolleginnen und -kollegen den Wettbewerb gemeinsam ausklingen lassen.
25. September 2026
Am dritten Wettkampftag diagnostizierte Janik beim Posten «New Energy Vehicle» Fehler an einem Elektrofahrzeug, unter anderem an der Hochvoltbatterie. Dabei galt es, die Sicherheitsvorschriften für Arbeiten am Hochvoltsystem konsequent einzuhalten. Insgesamt lief der Posten für ihn ordentlich.
Bei «Motor Overhaul» zerlegte Janik einen Vierzylindermotor und prüfte dessen Bauteile. Dabei wurde die Zeit zum entscheidenden Faktor: Obwohl ihm der VW-Motor vertraut war, konnte er nicht alle Arbeiten abschliessen. Mit der Qualität seiner ausgeführten Arbeiten ist Janik jedoch zufrieden. Er ist überzeugt, dass seine Messungen, beispielsweise an den Kolben, korrekt waren. Denn im Wettkampf zählt nicht nur, wie viele Aufgaben erledigt werden, sondern auch, wie präzise sie ausgeführt werden.
24. September 2026
Am Vormittag des zweiten Wettkampftages standen für Janik zwei Posten zum Thema «Motor Management» auf dem Programm. Insgesamt dauerten die Aufgaben vier Stunden, wobei jeder Posten in zwei Teilaufgaben gegliedert war. Mit jedem Wechsel musste sich Janik wieder auf einen neuen Experten einstellen, was ihm ausgesprochen gut gelang.
Der gelungene Vormittag gab ihm zusätzlichen Schwung für den Nachmittag. Gerade nach dem eher mässigen zweiten Teil des ersten Wettkampftages war das wichtig. Mit Blick auf den bevorstehenden Posten «Steering and Suspension» war seine Devise klar: Beim Schrauben müsse er jetzt einfach Gas geben. Genau diese Kombination macht eine der Herausforderungen unseres Berufs aus: Bei komplexen Diagnosen müssen die Fachleute hochkonzentriert arbeiten und den Kopf voll bei der Sache haben. Gleichzeitig sind sie bei mechanischen Arbeiten auch körperlich gefordert.
Am Nachmittag wartete ein MG auf Janik. Welches Fahrzeug zum Einsatz kommen würde, hatten die Teams erst relativ kurze Zeit vor den WorldSkills erfahren. Erschwerend kam hinzu, dass dieses Modell in Europa nicht erhältlich ist und es im Vorfeld nicht gelungen war, entsprechende technische Unterlagen zu beschaffen. Davon liess sich Janik aber nicht beeindrucken. Er ging mit hohem Tempo an die Aufgabe heran, ohne die wichtigen Details aus den Augen zu verlieren. Gefordert war, einen Fahrwerksschaden zu diagnostizieren, die defekten Komponenten auszubauen und zu zerlegen sowie anschliessend wieder fachgerecht zu montieren. Zum Abschluss musste auch die Lenkgeometrie korrekt eingestellt werden.
Während der zweistündigen Aufgabe wurde Janik von einem malaysischen Experten betreut, mit dem die Zusammenarbeit bestens funktionierte. Nach zwei intensiven Stunden war Janik ordentlich ins Schwitzen gekommen, aber sichtlich zufrieden. Das Fazit des Experten fiel kurz und deutlich aus: «Top Job!»
Damit ging ein sehr guter zweiter Wettkampftag zu Ende. Das bestätigte auch Janik nach Abschluss des Tages. Der durchzogene Nachmittag vom Vortag war abgehakt – und Janik hatte eindrücklich gezeigt, dass er wieder voll im Wettkampf angekommen war.
23. September 2026
Mit grosser Spannung ging es heute in den ersten Wettkampftag. Auch für Janik Schumacher wurde es ernst. Der Luzerner erwischte an seinem ersten Posten einen guten Start in die erste Aufgabe. Souverän und konzentriert arbeitete er am Posten und auch im Austausch mit den Experten wirkte er ruhig und entspannt.
Insbesondere beim ersten Posten «Engine-Test» war er schneller als die weiteren Mitstreiter seiner Gruppe aus Brasilien, Australien und Chile. Die Schwierigkeit war, die Ursachen der Motorenstörungen zu finden ohne, gemäss Aufgabestellung, den Motor zu zerlegen. Motorenbauteile wie Ventile und Nockenwelle mussten also von aussen geprüft werden.
Am Nachmittag ging es mit dem kombinierten Posten «Body Electrical» (Karosserie-Elektrik) und ADAS (Fahrerassistenzsysteme) weiter. Beim ersten Teil «Body Electical» hatte Janik im Nachhinein ein durchzogenes Gefühl, da er aus seiner Sicht nur wenige Fehler finden konnte. Erschwerend empfand er zudem die Dokumentation mit den Schaltplänen: Mit mehreren hundert Seiten war sie zu umfangreich, um wirklich eine Hilfe zu sein.
Im zweiten Teil ADAS war die Sprachsituation mit den Experten herausfordernd. Mit zwei chinesischen Experten und teilweise einem Japanischen scheinen die Diskussionen gegen Schluss eher auf Übersetzungs- bzw. Verständigungsprobleme als auf technische Aspekte zurückzuführen gewesen zu sein. Zum Glück konnte ein kanadischer Experte dann unterstützen.
Entscheidend ist nun, den heutigen Tag abzuhaken und sich auf die nächsten Aufgaben zu konzentrieren. Neuer Tag, neue Chance und wir drücken Janik die Daumen.
22. September 2026
Es ist ein Berufswettbewerb der Megaklasse: Rund 1400 junge Fachpersonen aus über 60 Ländern messen sich an den WorldSkills in Shanghai in 38 Berufsdisziplinen. Mit dabei ist auch ein junges Talent aus dem Schweizer Autogewerbe: Janik Schumacher aus Hergiswil bei Willisau LU tritt in der Disziplin «Automobile Technology» an. Der Automobil-Mechatroniker EFZ sicherte sich im vergangenen Dezember mit seinem Sieg am EuroCup in Bern das Ticket für die internationale Bühne.
Für ihn gilt es nun ernst: Morgen steht für Janik Schumacher der erste Wettkampftag an. Der AGVS drückt ihm für die kommenden Wettkampftage die Daumen und wünscht ihm viel Erfolg!