Aktuelles von den WorldSkills 2026

Mit Vollgas in die nächste Runde

An den WorldSkills 2026 im chinesischen Shanghai startet Janik Schumacher für das Schweizer Autogewerbe. Nach einem starken zweiten Wettkampftag warten an Tag drei die nächsten Herausforderungen. Die AGVS-Medien halten Sie im News-Ticker täglich auf dem Laufenden.
Publiziert: 25. September 2026

Von

Celeste Blanc


										Schrauben auf Weltklasse-Niveau: Janik im Einsatz. Foto: SwissSkills (Michael Zanghellini)
Schrauben auf Weltklasse-Niveau: Janik im Einsatz. Foto: SwissSkills (Michael Zanghellini)

Wettkampftag 3: Jetzt sind Hochvolt und Motoren-Know-how gefragt

  1. September 2026

Heute Freitag startet Janik mit dem Posten «New Energy Vehicle» in den dritten Wettkampftag. Dabei stehen Arbeiten an Hochvoltfahrzeugen im Zentrum. Anschliessend folgt «Engine Overhaul», wo Janik sein Können bei mechanischen Arbeiten am Motor unter Beweis stellen muss.

Übrigens: Wer noch mehr Live-Impressionen von den WorldSkills in Shanghai erleben möchte, findet auf den Instagram- und LinkedIn-Kanälen des AGVS und von Autoberufe laufend neue Bilder, Videos und Eindrücke von Janiks Wettkämpfen.

Ein «Top Job» vom Experten

  1. September 2025

Am Vormittag standen für Janik zwei Posten zum Thema «Motor Management» auf dem Programm. Insgesamt dauerten die Aufgaben vier Stunden, wobei jeder Posten in zwei Teilaufgaben gegliedert war. Mit jedem Wechsel musste sich Janik wieder auf einen neuen Experten einstellen, was ihm ausgesprochen gut gelang.

Der gelungene Vormittag gab ihm zusätzlichen Schwung für den Nachmittag. Gerade nach dem eher mässigen zweiten Teil des ersten Wettkampftages war das wichtig. Mit Blick auf den bevorstehenden Posten «Steering and Suspension» war seine Devise klar: Beim Schrauben müsse er jetzt einfach Gas geben. Genau diese Kombination macht eine der Herausforderungen unseres Berufs aus: Bei komplexen Diagnosen müssen die Fachleute hochkonzentriert arbeiten und den Kopf voll bei der Sache haben. Gleichzeitig sind sie bei mechanischen Arbeiten auch körperlich gefordert.

Am Nachmittag wartete ein MG auf Janik. Welches Fahrzeug zum Einsatz kommen würde, hatten die Teams erst relativ kurze Zeit vor den WorldSkills erfahren. Erschwerend kam hinzu, dass dieses Modell in Europa nicht erhältlich ist und es im Vorfeld nicht gelungen war, entsprechende technische Unterlagen zu beschaffen. Davon liess sich Janik aber nicht beeindrucken. Er ging mit hohem Tempo an die Aufgabe heran, ohne die wichtigen Details aus den Augen zu verlieren. Gefordert war, einen Fahrwerksschaden zu diagnostizieren, die defekten Komponenten auszubauen und zu zerlegen sowie anschliessend wieder fachgerecht zu montieren. Zum Abschluss musste auch die Lenkgeometrie korrekt eingestellt werden.

Während der zweistündigen Aufgabe wurde Janik von einem malaysischen Experten betreut, mit dem die Zusammenarbeit bestens funktionierte. Nach zwei intensiven Stunden war Janik ordentlich ins Schwitzen gekommen, aber sichtlich zufrieden. Das Fazit des Experten fiel kurz und deutlich aus: «Top Job!»

Damit ging ein sehr guter zweiter Wettkampftag zu Ende. Das bestätigte auch Janik nach Abschluss des Tages. Der durchzogene Nachmittag vom Vortag war abgehakt – und Janik hatte eindrücklich gezeigt, dass er wieder voll im Wettkampf angekommen war.

Ein Start mit Höhen und Tiefen

  1. September 2026

Mit grosser Spannung ging es heute in den ersten Wettkampftag. Auch für Janik Schumacher wurde es ernst. Der Luzerner erwischte an seinem ersten Posten einen guten Start in die erste Aufgabe. Souverän und konzentriert arbeitete er am Posten und auch im Austausch mit den Experten wirkte er ruhig und entspannt.

Insbesondere beim ersten Posten «Engine-Test» war er schneller als die weiteren Mitstreiter seiner Gruppe aus Brasilien, Australien und Chile. Die Schwierigkeit war, die Ursachen der Motorenstörungen zu finden ohne, gemäss Aufgabestellung, den Motor zu zerlegen. Motorenbauteile wie Ventile und Nockenwelle mussten also von aussen geprüft werden.

Am Nachmittag ging es mit dem kombinierten Posten «Body Electrical» (Karosserie-Elektrik) und ADAS (Fahrerassistenzsysteme) weiter. Beim ersten Teil «Body Electical» hatte Janik im Nachhinein ein durchzogenes Gefühl, da er aus seiner Sicht nur wenige Fehler finden konnte. Erschwerend empfand er zudem die Dokumentation mit den Schaltplänen: Mit mehreren hundert Seiten war sie zu umfangreich, um wirklich eine Hilfe zu sein.

Im zweiten Teil ADAS war die Sprachsituation mit den Experten herausfordernd. Mit zwei chinesischen Experten und teilweise einem Japanischen scheinen die Diskussionen gegen Schluss eher auf Übersetzungs- bzw. Verständigungsprobleme als auf technische Aspekte zurückzuführen gewesen zu sein. Zum Glück konnte ein kanadischer Experte dann unterstützen.

Entscheidend ist nun, den heutigen Tag abzuhaken und sich auf die nächsten Aufgaben zu konzentrieren. Neuer Tag, neue Chance und wir drücken Janik die Daumen.

Start der «Mission Shanghai»

  1. September 2026

Es ist ein Berufswettbewerb der Megaklasse: Rund 1400 junge Fachpersonen aus über 60 Ländern messen sich an den WorldSkills in Shanghai in 38 Berufsdisziplinen. Mit dabei ist auch ein junges Talent aus dem Schweizer Autogewerbe: Janik Schumacher aus Hergiswil bei Willisau LU tritt in der Disziplin «Automobile Technology» an. Der Automobil-Mechatroniker EFZ sicherte sich im vergangenen Dezember mit seinem Sieg am EuroCup in Bern das Ticket für die internationale Bühne.

Für ihn gilt es nun ernst: Morgen steht für Janik Schumacher der erste Wettkampftag an. Der AGVS drückt ihm für die kommenden Wettkampftage die Daumen und wünscht ihm viel Erfolg!