Schweizer Automarkt legt leicht zu
Der Schweizer Personenwagenmarkt zeigt im Oktober ein verhaltenes Wachstum, wie Auto-Schweiz mitteilt. Die 18'986 Neuzulassungen entsprechen plus 2,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat (18'451). Trotz des Wachstums im Oktober bleibt der Gesamtmarkt 2026 auf vergleichsweise tiefem Niveau. Nach zehn Monaten sind es lediglich plus 2,7 Prozent gegenüber dem ebenfalls schwachen Vorjahr. Auto-Schweiz spricht deshalb weiterhin von einer verhaltenen Marktentwicklung, die die Branche vor grosse Herausforderungen stelle.
Der Vergleich mit Europa zeigt, dass sich der Schweizer Markt weniger stark erholt. Während der EU-Gesamtmarkt in den ersten neun Monaten um 5,7 Prozent gewachsen ist, verzeichnet der Schweizer Markt ein geringeres Wachstum. «Die anhaltende Marktschwäche belastet die Automobilbranche und bremst die dringend notwendige Erneuerung des Fahrzeugbestands. Diese Überalterung hat negative Auswirkungen auf Sicherheit und Umweltbelastung. Wer mehr Verkehrssicherheit und weniger Emissionen will, muss die Erneuerung des Fahrzeugbestands beschleunigen, statt sie regulatorisch auszubremsen», sagt Mario Bonato, Chefökonom von Auto-Schweiz. Das Durchschnittsalter des Fahrzeugbestands hat mittlerweile mit elf Jahren einen neuen Höchstwert erreicht.
Die Neuzulassungen von rein elektrischen Personenwagen (BEV) entwickeln sich weiterhin positiv. Im Oktober wurden 6620 neue Elektroautos immatrikuliert (Vorjahr 4175). Seit Jahresbeginn wurden 52'084 rein elektrische Personenwagen neu zugelassen. Das entspricht einem Wachstum von 30,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr (39'900). Damit macht der BEV-Anteil 27,1 Prozent aller Neuzulassungen aus. Mehr als jeder vierte neue Personenwagen fährt somit rein elektrisch. Für ein stärkeres Wachstum der Elektromobilität fordert Auto-Schweiz attraktivere Rahmenbedingungen, insbesondere einen rascheren Ausbau der Ladeinfrastruktur und den Verzicht auf zusätzliche steuerliche Belastungen.
Während die EU ihre Automobilindustrie durch eine Flexibilisierung der CO₂-Vorgaben entlastet, lässt eine entsprechende Anpassung in der Schweiz weiterhin auf sich warten, heisst es seitens Auto-Schweiz. Mangels Erleichterungen seien Schweizer Automobilimporteure mit jährlichen Zielwerten und entsprechenden Sanktionsrisiken konfrontiert. Dieses regulatorische «Swiss Finish» belaste den ohnehin schwächelnden Markt. Thomas Rücker, Direktor von Auto-Schweiz: «Es ist nicht nachvollziehbar, dass die EU ihre Automobilindustrie entlastet, während die Schweiz weiterhin an einer übermässig strengen CO₂-Regulierung beharrt und damit erhebliche volkswirtschaftliche Schänden verursacht. Dass sich die Spanne zwischen Erholung in den europäischen Ländern und Stagnation in der Schweiz stetig vergrössert, braucht somit niemanden zu verwundern.»