Neue Vorständin und Kritik an Verkehr '45
Wie der Importeursverband Auto-Schweiz mitteilt, wurden an einer ausserordentlichen Generalversammlung in Schinznach-Bad AG einstimmig neue Mitglieder aufgenommen. Wie es heisst, habe die Versammlung «im Zeichen des anhaltenden Mitgliederzuwachses und der Aufnahme neuer Fahrzeugmarken» gestanden. Mit den neu mitwirkenden Marken Xpeng, Chery, iCaur und Geely vertritt Auto-Schweiz nun die Interessen von 41 Verbandsmitgliedern mit der rekordhohen Zahl von zusammen 63 Fahrzeugmarken.
Zudem wurde ein neues Vorstandsmitglied gewählt. Neu im Vorstand ist Sylvia Neubauer, seit 1. Juli 2026 President und CEO der BMW (Schweiz) AG. Sie folgt in Dielsdorf ZH auf Sergio Solero, der die Führung von BMW Italien übernimmt. Sylvia Neubauer verfügt über mehr als 25 Jahre internationale Führungserfahrung in Strategie, Marketing, Vertrieb, CRM und digitale Transformation. Nach Stationen unter anderem bei Lufthansa wechselte sie zu BMW und verantwortete dort unter anderem als Vice President Customer, Brand & Sales der BMW M GmbH weltweit die Marken-, Kunden- und Vertriebsstrategie von BMW M.
In ihren Ansprachen verwiesen Verbandspräsident Peter Grünenfelder und Verbandsdirektor Thomas Rücker auf die anhaltend wirtschaftlichen und regulatorischen Herausforderungen für die Schweizer Autobranche. Angesichts der wirtschaftlichen Lage und der rekordhohen Treibstoffpreise fordert der Verband eine Aussetzung der Mehrwertsteuer auf Benzin und Diesel und eine wirtschaftsfreundlichere und realitätsnähere Verkehrs- und Umweltpolitik.
Insbesondere appelierte Auto-Schweiz auch ebenso wie der AGVS an den Bundesrat, im Projekt Verkehr ’45 eine nachfrageorientierte Verkehrsinfrastrukturpolitik zu verfolgen, was einen markanten Ausbau der Strasseninfrastruktur verlange. «Mit Enttäuschung und Unmut» beurteile Auto-Schweiz die Stossrichtung der vom Bundesrat in Vernehmlassung geschickten Infrastrukturplanung Verkehr ’45. Die Vernachlässigung der Strasse und der einseitige Fokus auf die Schiene werde der realen Nachfrage nach mehr Strasseninfrastruktur nicht gerecht und plane an den Mobilitätsbedürfnissen vorbei. Rekordhohe Staustunden mit volkswirtschaftlichen Folgekosten in Milliardenhöhe würden so in Kauf genommen. Rücker: «Der Bundesrat ist gefordert, eine an Markt- und Konsumrealität orientierte Wirtschafts- und Verkehrspolitik zu verfolgen, welche sich der zuspitzenden Verkehrsüberlastung ernsthaft annimmt.»