AGVS-Expertentalk: Karriere dank Weiterbildung

«Nicht lange überlegen – einfach machen»

Welche Weiterbildung bringt mich weiter? Worauf muss ich achten, und welche Fehler sollte ich vermeiden? Zwei Fachkräfte berichten aus der Praxis, ein Dozent ordnet ein und zeigt typische Stolpersteine.
Publiziert: 22. Mai 2026

Von

Kai Müller


										«Nicht lange überlegen – einfach machen»
Erhellender Austausch in der Mobilcity (v. l.): Dozent Thomas Aebi, Moderator Olivier Maeder, Betriebswirtin Sarah Dina Stähli und Automobil-Verkaufsberater Jan Lichtle. Foto: AGVS-Medien

Die Grundausbildung ist erst der Anfang. Der Anfang eines Wegs mit Höhen und Tiefen, oft auch der Anfang einer erfolgreichen Karriere. Wer weiterkommen will, braucht Motivation, Hingabe, Neugier, Ausdauer. Und vor allem: die richtige Weiterbildung.

Wie wichtig Weiterbildungen für die Absolvierenden und die Automobilbranche sind, zeigte der AGVS-Expertentalk vom 24. April in Bern. Moderator Olivier Maeder, Mitglied der Geschäftsleitung und verantwortlich für den Bereich Bildung, empfing in der Mobilcity drei Gäste zum Gespräch: Sarah Dina Stähli, eidg. dipl. Betriebswirtin im Automobilgewerbe von der Auto Eigermatte in Münsingen BE, Jan Lichtle, Automobil-Verkaufsberater mit eidg. Fachausweis von der Emil Frey Bern in Ostermundigen BE, sowie Dozent und Coach Thomas Aebi.

 

Zeitmanagement als Herausforderung

Die beiden jungen Fachkräfte sind gute Beispiele dafür, wie unterschiedlich die Wege sein können. Stähli war ursprünglich Dentalassistentin, wechselte ins Ersatzteillager der Garage Gerbsch GmbH in Ittigen BE und brachte sich dort vieles selbst bei. «Dann wollte ich aber an die Front zu den Kunden», sagt sie. Also absolvierte sie die Weiterbildungen zur Kundendienstberaterin mit eidg. FA (heute Serviceberaterin mit eidg. FA) und schliesslich zur Betriebswirtin. 

Lichtle, der gelernte Automobil-Mechatroniker EFZ, schloss dieses Jahr die Weiterbildung zum Automobil-Verkaufsberater mit eidg. Fachausweis ab. «Da ich voll gearbeitet habe, Schule hatte und daneben lernen musste, war es herausfordernd, alles unter einen Hut zu bringen», sagt er. Stähli ergänzt: «Das Zeitmanagement muss man von Anfang an im Griff haben. Ich habe gewisse Sachen manchmal zu lange hinausgezögert. Es hilft wirklich, wenn man sich einen Plan zum Lernen zurechtlegt.»

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Mut zahlt sich aus

Dozent Aebi, der die beiden in ihren Lehrgängen unterrichtet hat, sieht eine weitere Herausforderung: «Viele bekleiden im Betrieb noch gar nicht die Funktion, für die sie lernen. Das erschwert es, die Inhalte mit der Praxis zu verknüpfen.» Um dem Abhilfe zu schaffen, empfiehlt Stähli, mutig zu sein und «auch mal zum Chef zu gehen», um konkrete Themen im eigenen Betrieb anzuschauen.

Der Aufwand lohnt sich. Lichtle erzählt, wie ihm die Weiterbildung geholfen hat, nach dem Wechsel von der Werkstatt in den Verkauf «schnell durchzustarten», während Stähli heute die betrieblichen Zusammenhänge deutlich besser versteht. Fachliche Fortschritte sind das eine, die beiden haben aber auch persönlich profitiert. «Ich habe eine unglaubliche Persönlichkeitsentwicklung durchlaufen und viel Selbstvertrauen gewonnen», sagt Stähli. Lichtle ergänzt: «Ich habe gelernt, wie ich mich im Gespräch mit Kunden, Mitarbeitenden und Menschen allgemein verhalte. Daran bin ich gewachsen.»

Was Weiterbildungen konkret für die Karriere bringen, weiss Aebi aus eigener Erfahrung: «Sie öffnen Türen und man wird für Unternehmen attraktiver. Jede meiner Weiterbildungen brachte mich innerhalb von ein bis zwei Jahren in eine neue Position.»

Damit es überhaupt so weit kommt, braucht es einen ersten Schritt. Oder wie Stähli sagt: «Nicht lange überlegen – einfach machen.»


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