«Reparieren ist wirtschaftlicher und umweltfreundlicher»
Philipp Zimmermann, CEO von auto-i-dat und Gastgeber der Veranstaltung, begrüsst die Teilnehmenden in der Aeschbachhalle in Aarau und eröffnet ein vielseitiges Programm mit aktuellen und praxisrelevanten Themen. Anwesend sind nebst Versicherungsvertretern auch Vertreter des AGVS, von Carrosserie Suisse, des VFSS sowie von Auto-Schweiz.
Zu Beginn der Tagung richtet Moderatorin Noémi Besedes eine Frage an das Publikum: Ist die Messung der Reparaturquote in der eigenen Organisation von Bedeutung? Das Ergebnis fällt eindeutig aus: Sowohl für Versicherer als auch für Reparaturbetriebe ist es zentral zu wissen, wie hoch der Anteil an Reparaturen im Verhältnis zu sämtlichen Schadenfällen ist.
Auswertungen von auto-i-dat zeigen, dass die Instandsetzung von Fahrzeugteilen häufig wirtschaftlicher ist als deren Ersatz. Darüber hinaus sprechen auch ökologische Gründe für eine stärkere Fokussierung auf Reparaturen. Linda Kren vom Swiss Safety Center, einer unabhängigen Prüf- und Zertifizierungsstelle für Qualitäts- und Umweltstandards, bestätigt dies: So können Garagenbetriebe pro Frontscheibe rund 30 Kilogramm CO₂-Äquivalente einsparen, wenn diese repariert statt ersetzt wird.
Dieses Ziel greift auch der neu entwickelte «Green Repair Tracker» für die Schadensoftware SilverDAT auf, den René Mitteregger, Leiter Produktmanagement bei auto-i-dat, vorstellt. Das Tool ermöglicht es Carrosserien undGaragen, die eigene Reparaturquote systematisch zu erfassen und auszuweisen. Ziel ist es, den Ansatz «Reparieren statt ersetzen» zu fördern, indem durch gezielte Reparaturen Kosten vermindert, Abfall reduziert und CO₂-Emissionen gesenkt werden.
In der anschliessenden Podiumsdiskussion wird von den verschiedenen Anspruchsgruppen einhellig betont, dass der Dialog zur Steigerung der Schadenreparatur in der Branche künftig noch mehr gepflegt werden muss. Dabei sind sowohl die Hersteller gefordert, die entsprechenden Reparaturfreigaben zu erteilen, als auch die Garagen- und Carrosseriebetriebe selbst. Nach wie vor gibt es Betriebe, die eher den vermeintlich einfacheren Weg des Austauschs statt der Reparatur wählen.
Künstliche Intelligenz hält zunehmend Einzug in verschiedenste Branchen und verändert bestehende Prozesse teilweise grundlegend. Auch im Bereich des Schadenmanagements respektive der Reparatur von Carrosserie- und Lackschäden gewinnt sie an Bedeutung. Erste Ansätze befinden sich derzeit in der Entwicklung oder sind bereits im Einsatz.
So führte die Mobiliar einen Pilotversuch zur Schadenerkennung anhand von Fotos durch. Stefan Schüpbach, Leiter des Kompetenzzentrums für Fahrzeugschäden bei der Mobiliar, sieht vielversprechendes Potenzial in der KI-unterstützten Auswertung des Reparaturweges, welche durch die Anwendung FastTrackAI von auto-i-dat ermöglicht wird. Nach dieser Triage entscheidet der Fahrzeugsachverständige über den Fall und verhandelt ihn mit dem Reparateur.
Diese Entwicklungen zeigen deutlich, dass Künstliche Intelligenz auch in der Schadenabwicklung eine wichtige Rolle spielen wird – nicht als alleinige Lösung, jedoch als integraler Bestandteil zukünftiger Prozesse.
Auch der wachsende Bestand an Elektrofahrzeugen hat einen relevanten Einfluss auf die Schadenabwicklung und die Restwertberechnung. Umso wichtiger ist es, gerade mit Blick auf die sich weiterentwickelnde Batterietechnologie, dass der Autobranche hilfreiche Tools wie die neue State-of-Health-korrigierte Fahrzeugbewertung der auto-i-dat zur Verfügung stehen.