CarGarantie-Analyse: Reparaturkosten auf Rekordhoch

«Entspannung ist nicht in Sicht»

Die alljährliche Schadensanalyse der CG Car-Garantie Versicherungs-AG bestätigt den gefühlten Trend: ­CarGarantie ermittelte für 2025 einen neuen europaweiten Rekord bei den Reparaturkosten und sieht eigene Prognosen auch beim wachsenden Anteil von Elektrik und Elektronik bestätigt.
Publiziert: 28. April 2026

Von

Timothy Pfannkuchen


										«Entspannung ist nicht in Sicht»
Kann keine Entwarnung beim Reparaturkostenanstieg geben: Marcus Söldner, Vorstandsvorsitzender der CG Car-Garantie ­Versicherungs-AG. Foto: CarGarantie

«Die Entwicklung bestätigt unsere Erwartungen», betont Marcus Söldner, der Vorstandsvorsitzende von CarGarantie, zur Reparaturkostensteigerung. «Schon in den vergangenen Jahren war absehbar, dass sich Reparaturkosten aufgrund der globalen wirtschaftlichen Lage, Krisen und komplexerer Fahrzeugtechnologie weiter erhöhen.» Die europaweite jährliche Analyse von CarGarantie verzeichnet nun einen Anstieg der Durchschnittskosten von 718 Euro (ca. 658 Franken) 2024 auf 764 Euro (ca. 700 Franken) 2025. Dieser Rekord bricht jenen des Vorjahres und bestätigt den befürchteten Trend: Der Kostenanstieg geht weiter. 

Wie in jedem Jahr hat CarGarantie rund eine Million ausgelaufene Garantieverträge für Neufahrzeuge und Occasionen analysiert, um Durchschnittsreparaturkosten zu ermitteln und Trends bei der Schadenhäufigkeit und Schadensumme herauszuarbeiten. Während der Anstieg einerseits auf die globale Wirtschaftslage zurückzuführen sei, verstärke die zunehmende technologische Komplexität andererseits den Trend. Elektrik und Elektronik sind empfindliche Komponenten, Reparaturen werden aufwendiger. Automobilistinnen und Automobilisten reagieren zunehmend sensibel und schieben Werkstattbesuche auf. Dadurch entgehen den Garagen Erträge und Auslastung, es sinken Kundenzufriedenheit und Kundenbindung. Umso bedeutender sei es, heisst es bei CarGarantie, der Kundschaft die Möglichkeit zu bieten, sich gegen Kosten abzusichern.

Erstmals bei Neuwagen Elektrik vor Motor

Bei Occasionen blieb der Motor weiterhin die kostenintensivste Baugruppe, sein Anteil an der gesamten Schadenregulierungssumme lag 2025 bei 24,2 Prozent und damit leicht unter dem Vorjahreswert von 26 Prozent. Die Kraftstoffanlage inklusive Turbolader folgte mit 17,2 Prozent (Vorjahr 17,7 Prozent), während die elektrische Anlage von 12,9 auf 13,6 Prozent Anteil stieg. Bei den Neuwagen bestätigte sich der Trend der letzten Jahre deutlich: Die elektrische Anlage erreichte 2025 einen Anteil von 19,3 Prozent und überholte erstmals den Motor. Der Motor fiel mit 16,9 Prozent (Vorjahr 18,4 Prozent) auf Platz 2 zurück, dahinter lag die Kraftstoffanlage mit 13,4 Prozent (Vorjahr 15,5 Prozent). Auch bei der Schadenhäufigkeit zeigte sich ein vertrautes Bild. Die elektrische Anlage blieb 2025 bei Neuwagen wie bei Occasionen die meistbetroffene Baugruppe. Bei Occasionen stieg sie von 21,5 Prozent auf 23,2 Prozent, während sie bei Neuwagen mit 28,8 Prozent über dem Vorjahreswert von 26,1 Prozent lag. Die zunehmende Anfälligkeit elektrischer Systeme bestätigte: Mit der Komplexität steigen sowohl Reparaturintensität wie Defektwahrscheinlichkeit. Bei Occasionen folgte auf Platz 2 die Kraftstoffanlage samt Turbo mit 17,6 Prozent (Vorjahr 18,2 Prozent), bei Neuwagen die Komfortelektrik mit 15,2 Prozent (14,9 Prozent). Platz 3 nimmt bei Occasionen der Motor mit 12,4 Prozent ein (13,5 Prozent), bei Neuwagen die Kraftstoffanlage (10,8 Prozent, Vorjahr 12,9 Prozent).

Bei Occasionen Schadenszeitpunkt stabil

Weitgehend stabil blieb der Zeitpunkt des Schadeneintritts. Bei Occasionen traten 2025 in 27,5 Prozent der Fälle die Schäden innerhalb der ersten 5000 Kilometer auf (Vorjahr 27,1 Prozent), während 20 Prozent der Schäden erst nach mehr als 25 000 Kilometern registriert wurden (Vorjahr 21 Prozent). 26,7 Prozent der Schäden bei Occasionen treten erst nach über 360 Tagen auf (im Vorjahr lag dieser Wert bei 25,8 Prozent). «Dass wir nun die Marke von über 760 Euro erreicht haben, unterstreicht, wie stark die sich überlagernden Einflussfaktoren auf die Branche wirken. Eine baldige Entspannung ist derzeit nicht in Sicht», sagt Marcus Söldner, Vorstandsvorsitzender der in 19 Ländern präsenten CarGarantie. «Schon in den letzten Jahren war absehbar, dass sich die Reparaturkosten aufgrund der globalen wirtschaftlichen Lage und Krisen und immer komplexerer Technologie weiter erhöhen. Umso wichtiger ist konsequente Absicherung gegen diese Risiken – für den Handel wie Endkundinnen und Endkunden. Garantie‑ und Reparaturkostenversicherungen von CarGarantie bieten stabile Lösungen, die steigende Kosten abfedern und zur langfristigen Kundenzufriedenheit beitragen.»

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