Kommentar: Nach dem Ja zum Reparaturbestätigungsverfahren im Kanton Bern

Ein wichtiger Schritt gegen den «MFK-Stau»

Das Berner Kantonsparlament sagt Ja zur Einführung eines Reparaturbestätigungsverfahrens (RBV). Das RBV ist ein bewährtes Instrument, um die Motorfahrzeugkontrolle gezielt zu entlasten, ohne die Sicherheit auf den Strassen zu gefährden. Der AGVS begrüsst den Entscheid.
Publiziert: 05. Juni 2026

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AGVS-Newsdesk


										Ein wichtiger Schritt gegen den «MFK-Stau»
Die Prüfungshoheit bleibt beim Kanton: Bern sagt Ja zur Einführung eines RBV. Foto: Magnific

Der Kanton Bern steht bei der Motorfahrzeugkontrolle vor grossen Herausforderungen. Der Fahrzeugbestand wächst, die Fahrzeuge werden im Durchschnitt älter und damit steigt auch der Prüfbedarf. Gleichzeitig stossen die bestehenden Prüfkapazitäten zunehmend an Grenzen. Per April 2025 waren im Kanton Bern gemäss der Motion von Annegret Hebeisen-Christen (SVP) 83’788 Fahrzeuge ungeprüft. Hinzu kommen jährlich rund 35’000 Fahrzeuge, die nach einer amtlichen Prüfung nochmals zur Nachkontrolle müssen, sowie rund 40’000 Fahrzeuge mit kleineren Mängeln. Genau hier setzt das Reparaturbestätigungsverfahren, kurz RBV, an. 

Beim RBV können anerkannte und entsprechend qualifizierte Garagenbetriebe die fachgerechte Behebung bestimmter Mängel bestätigen, die anlässlich einer amtlichen Fahrzeugprüfung festgestellt wurden. Fahrzeughalterinnen und Fahrzeughalter müssen ihr Fahrzeug in solchen Fällen nicht zwingend nochmals bei der Prüfstelle vorführen. Die amtliche Motorfahrzeugkontrolle wird dadurch nicht ersetzt, sondern gezielt ergänzt. Die Prüfungshoheit bleibt beim Kanton, die Entlastung erfolgt bei der Nachkontrolle geeigneter Mängel.

 

«Es zählt jede unnötig vermiedene Zusatzfahrt»

Am Donnerstag hat das Berner Kantonsparlament nun die Motion zur Einführung eines RBV, eingereicht von SVP-Grossrätin Hebeisen-Christen, angenommen. Für den AGVS ist der Entscheid ein Schritt in die richtige Richtung. «Das RBV ist kein Freipass für Garagen, sondern ein geregeltes Verfahren mit klaren Anforderungen an Fachkompetenz, Qualitätssicherung und Verantwortung», sagt Tahir Pardhan, Leiter Recht & Politik beim AGVS. «Wenn ein Mangel nachweislich behoben wurde, ist es weder kundenfreundlich noch ressourcenschonend, jedes Fahrzeug zwingend nochmals zum Amt zu schicken. Entscheidend ist, dass die Verkehrssicherheit jederzeit gewährleistet bleibt.»

Auch Barbara Germann, Präsidentin der AGVS Sektion Bern und Mitglied des Zentralvorstandes des AGVS, die den Anstoss zu diesem Anliegen gegeben hatte, begrüsst den politischen Entscheid. «Unsere Garagistinnen und Garagisten übernehmen jeden Tag Verantwortung für sichere Fahrzeuge auf Berner Strassen. Ein sauber ausgestaltetes RBV anerkennt diese Fachkompetenz und bringt für Kundinnen und Kunden, Betriebe und Behörden einen konkreten Mehrwert.» Und weiter: «Gerade in einem grossen Kanton wie Bern mit vielen ländlichen Regionen zählt jede unnötig vermiedene Zusatzfahrt.»

 

RBV ist kein Experiment, sondern ein bewährtes Instrument 

Für den AGVS ist zentral, dass ein Berner RBV praxistauglich, unkompliziert und kontrollierbar ausgestaltet wird. Dazu gehören klare Zulassungskriterien für Betriebe, eine wirksame Qualitätssicherung und eine einfache sowie möglichst digitale Rückmeldung an das Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt des Kantons Bern. Ebenso braucht es klare Regeln, welche Mängel über das RBV bestätigt werden dürfen und welche weiterhin zwingend eine amtliche Nachkontrolle erfordern.

In mehreren Kantonen kommt das RBV bereits heute zum Einsatz. Es ist damit kein Experiment, sondern ein bewährtes Instrument der Zusammenarbeit zwischen Behörden und Garagengewerbe. Richtig umgesetzt, stärkt es die Effizienz des Systems, entlastet die Prüfstellen und bringt für Fahrzeughalterinnen und Fahrzeughalter eine spürbare Vereinfachung.

Die AGVS Sektion Bern wird die weiteren Arbeiten im Kanton Bern eng begleiten und die Praxiserfahrung der Branche einbringen. Ziel ist ein Verfahren, das Sicherheit, Effizienz und Kundennähe verbindet.

«Am Ende geht es um eine einfache Frage», sagt Germann. «Wie schaffen wir ein System, das sicher, effizient und nah bei den Menschen ist? Das RBV setzt genau dort an.»

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