Neuwagenabsatz im 1. Semester 2026

Leichte Erholung bei den Autoverkäufen

Silberstreif am Horizont: Die Personenwagenverkäufe haben im ersten Halbjahr 2026 moderat auf 116’584 neue PW, also um drei Prozent gegenüber dem Vorjahr zugelegt, wie Auto-Schweiz mitteilt. Und im Juni kamen Steckerfahrzeuge erstmals auf 40 Prozent der Neuzulassungen.
Publiziert: 02. Juli 2026

Von

Timothy Pfannkuchen


										Leichte Erholung bei den Autoverkäufen
Käuferinnen und Käufer unterschrieben im ersten Halbjahr 2026 wieder etwas häufiger. Foto: iStock

Der Schweizer Personenwagenmarkt schloss das erste Halbjahr 2026 mit einem leichten Plus gegenüber dem schwachen Vorjahr ab, wie Auto-Schweiz mitteilt. Bis zum 30. Juni wurden in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein 116’584 neue Personenwagen immatrikuliert – das sind 3,0 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum (113'133). Im Juni lagen die Neuzulassungen mit 25'207 Fahrzeugen um 15,6 Prozent über dem Vorjahr. Dieser starke Zuwachs im Juni dürfe laut Auto-Schweiz indes nicht überbewertet werden, weil dafür ein Kalendereffekt mitverantwortlich sei: Im Vergleich zum Vorjahr fielen 2026 weniger Feiertage auf Werktage, was mehr Verkaufstage zur Folge hatte.

 

Auto-Schweiz für stabile Bedingungen

Die leichte Erholung des Schweizer Automobilmarktes sei, wie es seitens der Vereinigung der Automobilimporteure heisst, erfreulich, bleibe aber angesichts der wirtschaftlichen Herausforderungen der Branche fragil. Damit sich der positive Trend fortsetzen könne, brauche es verlässlichere und marktorientierte Rahmenbedingungen. Insbesondere bei der Umsetzung der CO-Regulierung solle die Schweiz so rasch wie möglich die beschlossenen europäischen Erleichterungen übernehmen. Auf einen regulatorischen «Swiss Finish» sei zu verzichten, um Kosten- und Wettbewerbsnachteile gegenüber dem europäischen Umfeld zu vermeiden.

 

Elektrifizierung setzt ihr Wachstum fort

Die Elektrifizierung des Neuwagenmarktes hat im ersten Halbjahr weiter zugelegt. Im Juni erreichten Steckerfahrzeuge (BEV und PHEV) erstmals 40,0 Prozent Anteil. Rein elektrische Personenwagen legten im ersten Semester gegenüber dem Vorjahr um 20,2 Prozent auf 27’889 Fahrzeuge zu. Noch stärker fiel das Wachstum bei Plug-in-Hybriden aus, deren Immatrikulationen um 24,7 Prozent auf 14’456 Fahrzeuge stiegen. Gemeinsam erreichten die Steckerfahrzeuge einen Marktanteil von 36,3 Prozent (23,9 Prozent BEV und 13,4 Prozent PHEV). Damit kamen die Steckerfahrzeuge erstmals an die Hybridantriebe heran, mit einem Anteil von 36,5 Prozent die bisher volumenstärkste Antriebskategorie. Herkömmliche Antriebe (27,2 Prozent) verloren weiter an Bedeutung. Obwohl die fossilen Antriebe an Bedeutung verlören, bleibe das Wachstum der E-Mobilität hinter den Erwartungen zurück. Thomas Rücker, Direktor Auto-Schweiz: «Die Vielzahl von mehr als 350 elektrischen Modellen in allen Preisklassen überzeugt in der Mehrheit noch nicht alle Neuwagenkäufer. Offenbar konnten die bisherigen Markterfolge die Vorurteile noch nicht genügend abbauen.» 

Der Anteil der Steckerfahrzeuge am Gesamtfahrzeugbestand befindet sich erst auf einstelligen Prozentniveau. Für den Umstieg auf emissionsarme Antriebe seien attraktivere Rahmenbedingungen notwendig. Dazu gehörten Steuererleichterungen statt -erhöhungen auf Elektroantriebe, der weitere Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur erst recht in den Städten, günstige Energiepreise sowie wirtschaftlich attraktive Voraussetzungen für das Laden zuhause und am Arbeitsplatz.

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