Mazda-Kooperation mit der écal

Designideen für Schweizer Händler

Neue Modelle sollen im Showroom gebührend präsentiert werden. Doch wie kann das Kundenerlebnis noch verbessert werden, ob beim Kauf, bei der Auslieferung oder beim Besuch eines Showrooms? Designtalente der écal machten sich dazu spannende Überlegungen.
Publiziert: 07. Juli 2026

Von

Jürg A. Stettler


										Designideen für Schweizer Händler
Designtalente der écal machten sich spannende Überlegungen, um das Kundenerlebnis im Showroom oder auch bei der Fahrzeugübergabe für Mazda Schweiz auf ein neues Level zu heben. Fotos: AGVS-Medien

Die École cantonale d'art de Lausanne oder eben kurz écal im Lausanner Vorort Renens VD gehört bei internationalen Rankings regelmässig zu den Topschulen für Kunst und Design weltweit. Im Industriedesign arbeitet die Hochschule eng mit weltweit führenden Marken wie Vitra oder Jean Paul Gaultier zusammen. Der einjährige Masterlehrgang in Design für Luxus und Handwerkskunst ist ein Sprungbrett für talentierte Designerinnen und Designer. Mazda Schweiz nutzt diese Talente und ihr Know-how, um das Kundenerlebnis im Showroom oder auch bei der Fahrzeugübergabe auf ein neues Level zu heben.

«Wir bei Mazda setzen nicht einfach nur im Marketing auf Handwerkskunst und Tradition. Diese Werte prägen unsere japanische Marke – und sie sind für uns weit mehr als bloss Worthülsen», erläutert Matthias Walker, Managing Director Mazda Schweiz, die Idee hinter der Kooperation mit dem écal-Studienlehrgang. «Wir haben Designideen für den Showroom und die Händler gesucht, um das Kundenerlebnis zu intensivieren und die neue Farbe Nightfall Violet, die wir beim Mazda CX-6e einführen, gebührend in Szene zu setzen. Wir bewegen uns schon länger im Bereich des Kunsthandwerks und haben so auch den Kontakt zur écal und diesem Lehrgang gefunden.»

Praktikable Ideen für den Showroom

Die Zusammenarbeit lief so gut, dass bereits zum zweiten Mal mit den Lausanner Designtalenten nach Ideen gesucht wurde: dieses Mal für die Lancierung des Elektro-Crossovers CX-6e. Mazdas Exterieurdesignchef Bahram Partaw hat sich dazu extra die Zeit genommen und die 18 Teilnehmenden aus 10 verschiedenen Nationen ebenfalls in die europäischen Mazda-Designstudios in Oberursel (D) eingeladen. Dort haben sie vor gut einem Jahr die Hintergründe des Mazda-Designs und die reiche Geschichte der Marke, welche viele Designdetails beeinflusst, besser kennenlernen dürfen. Nun wurden die Abschlussarbeiten präsentiert, von denen durchaus die eine oder andere den Weg in die Showrooms der rund 70 Schweizer Mazda-Partner finden könnte.

Das Resultat begeistert nicht nur die Schweizer Mazda-Verantwortlichen, sondern auch den 44-jährigen Exterieurdesigner: «Für mich war der Austausch extrem inspirierend. Die unterschiedlichsten Dimensionen der Projekte, von Produkten für die Schlüsselübergabe bis hin zu Ideen für den Ausstellungsbereich, waren aussergewöhnlich.» Eine wirklich beeindruckende Vielfalt konstatierten alle. «Die Idee von Vanessa Shababzadeh mit dem Kreisel in Wagenfarbe hat etwas sehr Spielerisches und Leichtes. Gleichzeitig erinnert seine Form an das Mazda-Logo. Das ist ein sehr cleveres, kleines Präsent», so Matthias Walker anerkennend. Zudem nehme sie mit dem bemalten Kork in der Verpackung die Geschichte von Mazda auf, das 1920 als Korkhersteller gestartet sei und erst danach Dreiräder und Autos produziert habe. Und durch das Aluminium des Kreisels selbst sei ein weiteres nachhaltiges Element vorhanden. «Ausserdem finde ich die Idee gut, den Kunden etwas zu schicken, während sie auf die Auslieferung ihres Wagens warten müssen», so der Schweizer Mazda-Chef weiter.

So macht ein Schlüssel etwas her

Ebenfalls auf grosses Interesse stiessen die hochwertigen Boxen für die Autoschlüssel. Maxime Billoud hatte sich von Schmuck- und Uhrenboxen inspirieren lassen und so für die wichtige Kundeninteraktion bei der Schlüsselübergabe ein zusätzliches Highlight geschaffen. Hübsch auch der Farbverlauf der Boxen, der ebenfalls die neue Farbe Nightfall Violet aufnimmt.

Cool auch der Zen-Garten aus Holz mit den farbigen Steinen, den auch Luca Wirthner, Mazda-Verkaufsdirektor bei der Groupe Leuba SA, spannend fand. Die «Steine» aus dem 3D-Drucker in den verschiedenen Autofarben geben dank ihrer natürlichen Form sogar die Licht-Schatten-Effekte einer Carrosserie wieder. Die Kunden – auch die jungen – könnten sogar damit spielen. «Wir hatten uns zuerst überlegt, einen echten Zen-Garten mit Sand statt eines auf dem Holzbrett zu erschaffen. Weil ein Händler keinen Sand im Showroom haben will, gaben wir die Idee auf», meinte die Designerin Alice Brovarone lachend.

Eine süsse Überraschung

Eine süsse Kundenüberraschung hat Nayun Kwon mit dem Lausanner Edelchocolatier Blondel entwickelt. Eine kleine Box mit vier Pralinen in einem dezenten Violett. Wenn man das Transparenzpapier mit dem kleinen Mazda-Logo abstreifte, poppten sofort die Erläuterungen zu den Geschmacksrichtungen der edlen Pralinen hervor. Deren Formen hatten es ebenfalls in sich. Nicht einfach viereckige, superfeine Schokoladenstücke, sondern kleine Designkunstwerke, die Carrosserie-Elemente oder Nähte der Ledersitze aufnahmen und in Schokoladenform wiedergaben.

Fast schon zu kunstvoll für einen Garagenbetrieb ist die Interpretation von Leichtigkeit und Farbe von Julianna Probst. Doch ihr Werk wird an der Homo Faber, einer der weltweit bedeutendsten Ausstellungen für zeitgenössisches Kunsthandwerk in Venedig, im September zu sehen sein. Die Amerikanerin nutzte in Anlehnung an die Mazda-Ursprünge ebenfalls eine Korkbasis, setzte darauf an drei Klaviersaiten drei runde Elemente, die Komponenten des Wagens und seine Farbe darstellen, und liess sie federleicht schwebend – wie ein Mobile von Alexander Calder – auf Bewegungen oder einen Lufthauch reagieren und so mit vorbeilaufenden Kunden interagieren.

Mit Mehrwert für den Handel

Eine Option – vielleicht nicht für den Schweizer Mazda-Showroom, aber für einen Auftritt an einer Messe wie der Auto Zürich – ist der magische Vorhang von Júlia Claveria Baro aus verschiedenen kleinen Kettenteilen, die wie die Pixel der neuen Mazda-Farbe Nightfall Violet ein Licht und-Schattenspiel mit viel Tiefe erzeugen und aus der Distanz ganz anders wirken. Witzig das Gemeinschaftsprojekt von Cho Huisu und Martin Brouckaert. Ihr Teller, auf dem Tee- oder Kaffeetassen serviert werden, reagiert auf Wärme. Die eigentlich schwarze Farbe wird transparent, und weil die Tassen am Boden ein Mazda-Logo haben, bleibt dieses zurück, sobald der Kunde die Tasse hebt. Eine Erfrischung mit Aha-Effekt. Passend dazu gibt es einen Stuhl und einen Tisch mit einer Aussparung dafür. Nur auf den ersten Blick irritierend ist der Schlitz in der Tischmitte, denn er dient als praktische Ablage für Mazda-Prospekte, die so jederzeit greifbar und in Kundennähe sind.

«Uns bei Mazda Schweiz ist es wichtig, dass einige dieser Ideen die Hochschulräume verlassen und helfen, die Kundenerlebnisse in den Showrooms zu verbessern», so Matthias Walker zum Abschluss. «Ich bin beeindruckt von der Vielfalt der Ideen, die von einem kleinen Accessoire bis hin zu einer Installation reichen und vor allem einen Bezug zur Realität aufweisen sowie durchaus umsetzbar und für Garagen nutzbar sind.» Die Schweizer Mazda-Händler dürfen also gespannt sein, welche Idee demnächst für ein emotionaleres und intensiveres Kundenerlebnis sorgen wird. Die Kooperation der Marke mit der renommierten Designschule zeigt ausserdem, dass es gar keine exorbitanten Budgets braucht, um auf coole und innovative Ideen zu kommen, die einen klaren Mehrwert für den Handel bieten können.

Matthias Walker, Managing Director Mazda Schweiz.

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