Erster Lehrgang startet im Herbst

Fahrzeugrestaurator:innen für die nächste Generation

Seit einigen Jahren befindet sich der Oldtimer-Markt im Umbruch. Der klassische Generationenwechsel ist in vollem Gange. Ältere Fahrzeuge der Vorkriegszeit bis in die 70er-Jahre finden zunehmend schwerer Käufer, da die jüngere Generation andere automobile Helden hat.
Publiziert: 06. Juli 2026

Von

Christoph Künzi


										Fahrzeugrestaurator:innen für die nächste Generation
Der BMW M3 Sport Evolution und der Mercedes-Benz 190 E 2.5-16 Evolution II stehen exemplarisch für jene Fahrzeuggeneration, die bei Youngtimer-Fans heute besonders gefragt ist. Foto: AGVS-Medien

Während die bisher teils hochpreisigen Fahrzeuge mit Jahrgängen der «alten Jahrgänge» nicht mehr jährlich an Wert zulegen, sondern kontinuierlich an Wert verlieren, nehmen die Verkaufspreise für jüngere Oldtimer spürbar zu. Dies ist zum einen darauf zurückzuführen, dass Besitzer mit Beziehung zu Vor- und Nachkriegsmodellen nicht mehr Auto fahren und die Babyboomer bereits ihre Sammlungen verkleinern. Zum anderen drängen jüngere Käufer – diese gehören in den meisten Fällen den Generationen X und Y an – auf den Markt. Sie suchen nach den Träumen ihrer Jugend. Dies sind oft legendäre Fahrzeuge aus den 80er- und 90er-Jahren wie der BMW 3er E30, der Mercedes-Benz 190 W201 sowie ehemalige Brot-und-Butter-Autos in ihren sportlichen Varianten wie der Golf II GTI oder der Kadett E GSi.

Ausserdem lassen sich diese Fahrzeuge deutlich alltagstauglicher fahren als ihre Vorfahren. Dieser Vorteil ist mitunter darauf zurückzuführen, dass sie bereits mit Komfort- und Sicherheitssystemen ausgestattet sind. Diese sind nach heutigen Massstäben archaisch aufgebaut, trotzdem schon durch Steuergeräte geregelt, verfügen aber meist noch über keine verständliche Eigendiagnose oder eine geführte Fehlersuche. Damit tut sich eine Problematik für die Werkstätten auf: Junge Fachkräfte, selbst topausgebildete Mechatroniker oder gar Diagnostiker, tun sich bei der Fehlersuche ohne Computer, menügeführte Tester und digitale Literatur schwer. Denn diese Generation wurde der heutigen Technik entsprechend ausgebildet und hat ein ganz anderes Verständnis für die Entwicklung von Diagnosestrategien.

Und genau da kommt die neue Fachrichtung des Fahrzeugrestaurators ins Spiel. Mit den neuen Stoffplänen und der neuen Prüfungsordnung deckt sie die Jahrgänge 1976–1996 ab. Der neue Berufstitel nach Bestehen der Berufsprüfung heisst dann «Fahrzeugrestaurator / Fachrichtung Automobiltechnik Epoche 2». Grundlegende Unterschiede gegenüber der bisherigen, ebenfalls überarbeiteten und mit «Epoche 1» betitelten Fachrichtung sind die Lerninhalte, mit welchen die Absolventen für die vorgenannten Herausforderungen mit der jüngeren Technik bestens gerüstet sein werden. Dazu gehören beispielsweise Systeme wie die verschiedenen L-Jetronic- sowie die ersten Motronic-Ausführungen, Traktionssysteme ABS, EDS, ASR etc. inkl. Allrad-Varianten. Aber auch erste Wegfahrsperren, Heiz- und Klimaanlagen sowie erste Telematik-Geräte gehören in den Stoffplan. Darüber hinaus werden die der Generation entsprechenden Werkstatteinrichtungen und Diagnosegeräte geschult.

Zum Lehrgang

Wenn du dich für «Youngtimer» und deren Technik interessierst: Melde dich jetzt für den Lehrgang an und werde Spezialist:in für diese begeisternde Fahrzeuggeneration. Für noch Unentschlossene wird am Mittwoch, 26. August 2026, um 18 Uhr ein Infoabend in der Mobilcity Bern durchgeführt.

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