Damit alles in der Spur bleibt
Wo «normale» Pneus an ihre Limits kämen, fühlt sich der japanische der beiden grössten Pneuhersteller der Erde traditionell zuhause: Bridgestone ist Entwicklungspartner und Erstausrüster vieler führender Autohersteller.
Nur ein (extremes) Beispiel, das trotz der nahenden Wintersaison ausnahmsweise mal nichts mit Schnee und Eis zu tun hat: Damit die 15 Exemplare des Lamborghini Fenomeno Roadster trotz der 795 kW/1080 PS des V12-Hybridantriebs der Autohistorie erhalten bleiben, sausen die Sechs-Millionen-Franken-Supersportler auf massgeschneiderten Potenza Sport von Bridgestone über Strassen wie Rennstrecken. «Als offizieller technischer Partner von Lamborghini ermöglichen wir das Erleben der phänomenalen Leistung», sagt Urs Lüchinger, Country Manager Bridgestone Schweiz. Die Walzen im Format 265/30 ZRF21 bzw. 355/25 ZRF22 sind alternativ gar mit Run-Flat-Technologie (RFT) zu haben. Entwickelt wurden sie, wie so oft, im europäischen Entwicklungszentrum der Premiumreifenmarke nahe Rom.
In dem Entwicklungszentrum ging in diesem Jahr zudem ein neuer hochmoderner Fahrsimulator in Betrieb, der «VI-grade DiM500 Driver-in-the-Loop». Bereits zuvor hatte Bridgestone auf virtuelle Entwicklung gesetzt, weil diese alles beschleunigt und die CO2-Emissionen während der Entwicklung senkt. Der Simulator bietet noch mehr Vorteile: rund 12'000 Versuchspneus weniger müssen jährlich «gebacken» werden.
Der Hauptvorteil: Hier erfährt ein echter Fahrer Eindrücke, und es können viel mehr Bedingungen simuliert werden. Musste der Hersteller der Pneus früher warten, bis das Automodell fertig war, läuft die Entwicklung nun parallel. Doch betont Bridgestone: In der Validierung bleiben analoge Realtests weiterhin das Mass der Dinge.
Tests bestätigen, wie dies alles weitere Fortschritte ermöglicht. Das gilt gerade auch bei Winterpneus. Ein Beispiel: 2025 holte Bridgestone den begehrten Titel «Reifenhersteller des Jahres» der deutschen «Auto Bild» für Winterreifen, weil der Blizzak 6 (siehe Bild ganz oben) in Tests so exzellent abschnitt. Wie steht Bridgestone zum Thema Allwetterbereifung? Es seien nicht nur verschiedene Bedingungen und Temperaturen, die All-Season-Pneus stets zum Kompromiss machten und weshalb saisonale Bereifung die beste Wahl bleibe.
Ein oft vergessenes Argument: Langfristig seien Ganzjahresreifen trotz Entfall der Wechsel- oder Lagerkosten nicht immer die langfristig günstigere Wahl. Und: Entfalle der saisonale Wechsel, falle ein ungleichmässiges Ablaufbild oder ein Schaden oder einfach zu tiefer Luftdruck mangels Garagenbesuch oft nicht auf – die kompetente Beratung und Überprüfung im Fachhandel ist unerlässlich.
Nicht nur bei Sportwagen und Premiumfahrzeugen soll es schliesslich schnell gehen und zuverlässig sein. Auch Lieferwagen sollten gerade im Winter als Arbeitstiere der Strasse sicher ankommen. Dazu hat Bridgestone inzwischen den Duravis Van auch als Duravis Van Winter mit Enliten Technologie im Programm.
Auch er ist, wie oftmals bei Bridgestone, «EV-ready» und somit für alle Antriebsarten geeignet, verspricht Bestwerte auf Schnee und Eis etwa beim Bremsen und soll mit hoher Laufleistung überzeugen – bei gegenüber dem Vorgänger Blizzak W810 bis zu 13 Prozent weniger Rollwiderstand: Das sind Argumente, die Flottenkunden sicher gerne hören, wenn es um die richtige Winterbereifung geht.
Zwar empfiehlt Bridgestone den saisonalen Wechsel – aber es gibt Anwendungsfälle, bei denen All-Season Sinn macht. Wie Camper, weshalb Bridgestone jüngst seinen ersten nur für Wohnmobile entwickelten Reifen lanciert hat. Ein Wohnmobil, selten und oft spontan genutzt, sollte ganzjährig wetterfit sein und muss auf Sicherheit, hohe Last, lange Standzeit und viel Laufleistung ausgelegt sein. Laut Bridgestone soll der Duravis Camper (Bild links) all dies verbinden und punktet etwa mit Nasshaftung und Abrollgeräusch der EU-Labelklasse A. Zudem ist er ebenfalls dank Enliten-Technologie «EV-ready». Wobei es manchmal Details sind, die sich als Plus zur Argumentation eignen: Dank der verstärkten Seitenwände beendet nicht jeder Trottoirkontakt die Camperferienreise.