CDG-Event zur Digitalisierung

Ein neues DMS allein löst nichts

Bei einem spannenden Event von CDG Beratungen und garagensoftwarevergleich.ch drehte sich in Bachenbülach ZH alles um DMS. Das Fazit: Digitalisierung lockt mit Effizienzgewinn – aber ein neues DMS bringt nur was, wenn auch der Rest stimmt.
Publiziert: 07. August 2026

Von

Timothy Pfannkuchen


										Ein neues DMS allein löst nichts
Angeregte Podiumsdiskussion am Event der CDG Beratungen AG in den Räumen von Juice Technology: Von links Co-Organisator Martin Koch (Gründer garagensoftwarevergleich.ch), Simon Helbling (Kommunikation Infinity), Isabel Chinetti (Geschäftsführerin Betterworking), Anna Wälti (Partnerin CDG Beratungen), Mathias Kunz (Inhaber Garage Kunz), Aris Gauch (Verkaufsleiter BME), Roland Bodmer (Managing Director BME) und Jan Epper (Geschäftsführer Garax). Fotos: AGVS-Medien

Manchmal macht bereits die Ansprache den kleinen, aber feinen Unterschied. Bei «Raus aus Excel, veralteten DMS und Insellösungen» in Bachenbülach ZH ging es darum, «wie die digitale Garage Realität wird», führte Organisatorin Anna Wälti, Partnerin bei der CDG Beratungen AG, ein – und dies auf Augenhöhe im vertraulichen, branchenüblichen «du».

Kein Wunder: CDG aus Glattbrugg ZH ist auf die Beratung von Garagen jeder Grösse spezialisiert, und Co-Organisator Martin Koch (Gründer garagensoftwarevergleich.ch) sowie Gastgeber Juice Technology wissen, wie ihre Klientel tickt. Und dass die Uhr tickt: Digitalisierung tut Not, aber welches Dealer Management System (DMS) passt? Die Antwort in Kürze: Kommt auf den Betrieb an, und voreiliger Wechsel allein löst nichts.

«DMS-Wechsel nie problemlos»

Gegen 60 Garagistinnen und Garagisten sowie Branchenvertretende hörten interessiert die Referate und die Podiumsdiskussion und beteiligten sich rege mit Wortmeldungen. Mit dabei nebst Wälti und Koch: DMS-Anbieter wie Betterworking, BME, Garax und Infinity (Personen siehe Bildlegende ganz oben) sowie der AGVS-Garagist Mathias Kunz von der durchdigitalisierten Garage Kunz AG aus Saland ZH. «Wir haben vier DMS-Wechsel hinter uns», erläuterte der Toyota-Markenvertreter Kunz. «Ein Wechsel läuft nie problemlos.» Er sei jedoch eine Riesenchance. «Nutze sie, um deine Prozesse zu hinterfragen», so Aris Gauch, Verkaufsleiter BME. Es gebe keine Patentlösung. «Wir alle müssen effizienter werden», ergänzte Kunz, «aber nur, weil du kein Papier mehr hast, bist du es noch nicht.» 

Kein DMS löst alle Sonderfälle

Zahlreiche Fragen aus dem Publikum sorgten für lebhafte Diskussionen. Stets betont wurde: Ohne saubere Datenbasis geht nichts und wird ein DMS-Wechsel erschwert. Wichtig sei, dass ein DMS offene Schnittstellen biete: Es gebe Garagen, die mangels dessen oder wegen der Systemhürden mancher Autohersteller mit 30 Systemen arbeiteten. Und, so Jan Epper, Geschäftsführer Garax: «Es gibt immer Sonderfälle, die kein DMS digital abdecken kann und bei denen du zum Telefon greifen musst. Aber bist du dank des richtigen DMS in 80 Prozent der Fälle effizienter, hast du mehr Zeit für Sonderfälle.»

DMS-Feld für die Ansprache

Manchmal hakt es an Kleinigkeiten, wie bei einer Diskussion um automatisierte Emails zur Rechnungsstellung deutlich wurde. «Ohne korrekt ausgefüllte Felder mit der Anrede hast du ein Problem», so Anna Wälti – und gab einen Tipp zum Thema Sie oder du: «Denk daran, dass dein DMS ein Feld braucht, in dem steht, ob dein Kunde mit du oder Sie angesprochen wird. Das macht bei Korrespondenz den entscheidenden Unterschied!» Ebenfalls erörtert wurde, dass es bereits Spracheingabe für schreibfaule «Mechs» gibt.

Nach zwei Stunden Diskussion forderte Wälti auf, noch je einen praktischen, morgen umsetzbaren Tipp zu geben. «Nichts zu machen ist der grösste Fehler», hiess es dann etwa. Oder dass Ärgern über schlechte DMS nichts bringe, sondern nur, dann wirklich das DMS zu wechseln. Angenehm: Die DMS-Anbieter versuchten nicht, ihre Produkte anzupreisen, sondern betonten, ein DMS-Wechsel sei nie das wichtigste Ziel. Es gelte, die Prozesse zu prüfen, dann das vorhandene DMS auf unausgeschöpftes Potenzial zu checken. Wolle man dann wechseln, solle man sich der Aufwände bewusst sein, doch nicht abwarten: Das Suchen nach Lieferscheinen etwa seien versteckte Kosten, und selbst hilfreiche KI – ein Bereich, in dem sich in den nächsten zwei, drei Jahren sehr viel tue – sei in allen DMS längst vorgesehen. 

Garagist Kunz schliesslich gab zu bedenken: «Digitalisiert nicht um jeden Preis. Falls es für euren Betrieb Sinn macht, bleibt beim Papier. Falls nicht, sucht ein DMS, das wirklich passt. Es muss für euch stimmen!»

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