Damit im Herbst keine Garage warten muss
Manchmal sind Klischees halt einfach wahr: Wer in Thun-Allmendingen BE ankommt, staunt erstmal über die Stille. Im Supermarkt nur eine alte Dame, Autos parkieren mit offenen Fenstern, 2200-Seelen-Idyll. In römischer Zeit war Allmendingen das kultische Zentrum der Region. Sagt Wikipedia. Ein Jahrtausend später ist die Derendinger-Filiale Thun ein Zentrum eines Winterpneu-Hotspots. Sagt Marc Girard, der Regionalleiter.
Marc Girard, Kumpeltyp mit festem Händedruck, ist seit über 20 Jahren dabei und war hier lange Filialleiter. Heute ist er Regionalleiter Bern und Stv. Regionaldirektor Business Unit Mitte. Tönt, wieder ein Klischee zum Kanton Bern, irgendwie gemütlich. Zumal Girard mit Blick auf den Gantrisch sagt: «Ich bin oft in Bern und anderswo, aber schätze die Ruhe hier.» Doch diese Ruhe dient konzentrierter Arbeit: Stetig flitzen Lieferwagen mit dem D aus dem Gewerbegebiet Bierigut. Neben der Filiale Thun zählen die Filialen Bern, Bellach SO und Burgdorf BE zu Girards Region. Macht fast 100 Mitarbeitende sowie 45 Lieferwagen, die Girard und sein Team dirigieren, damit Garagen pünktlich alles haben, was ihren Pneuabsatz befeuert. Gerade in der bald bevorstehenden Wechselsaison zum Winter.
«Wir sind sehr dezentral, das ist unsere grosse Stärke mit schweizweit 18 Regionallagern und 33 Filialen», erläutert Girard. Exotisches kommt vom Zentrallager, von dem aus alle Standorte täglich beliefert werden. Zudem tauschen die Regionallager (Bern, Thun) und Filiallager (Bellach, Burgdorf) laufend Ware untereinander. «Wo Ware bei der Bestellung liegt, ist egal», erläutert Girard. «Zeigt der D-Store Ihnen Verfügbarkeit, kommt die Ware pünktlich: optimale Verfügbarkeit und Liefertempo dank unseres internen Austauschs.»
Zudem sind Topmarken des Portfolios ans virtuelle Warenhaus angebunden. Heisst: Ist ein Reifen bald abverkauft, liefert der Hersteller nach. «Bei uns können Sie mitten in der Saison drei Reifensätze bestellen – kein Problem», so der Experte. Je nach Lage zwei- bis viermal am Tag wird angeliefert; 15 Touren ab Thun, 13 ab Bern, vier ab Burgdorf und drei ab Bellach. Hm, klappt das in tiefsten Tälern? «Es sollte», sagt Girard schmunzelnd. «Wir fahren dazu manche Täler mit zwei Fahrzeugen an. Das zweite liefert ab Talmitte aus.»
«Wir fahren viel, um uns selbst möglichst viele Pneus zu verkaufen», fügt Girard lachend an. «Nein, Scherz beiseite: Bei uns sind Chauffeure auch nicht nur Fahrer. Sie machen die Ware bereit, laden, fahren, laden aus, haben engen Kundenkontakt und tragen viel Verantwortung. Und: eine Region, ein Team! Bei uns nimmt jeder das Telefon ab, denn der Kunde muss echte Partnerschaft spüren. Dazu trägt auch das neue Branding bei. Da ging ein Ruck durch die Mitarbeiterschaft: Wir identifizieren uns stolz mit Derendinger.»
Die Wintersaison geht für diese Mitarbeitenden früh los. «Bestellungen kommen so ab Ende Juli, Winterreifen ab Ende August. Auf Erfahrungswerten basierend bestücken wir alle Standorte. Überall bevorratet wird unsere Hauptmarke Kumho. Bei Premiummarken variiert es nach Ort – auch deshalb braucht es unsere internen Versorgungsfahrten.»
Wann geht das Geschäft in den Garagen los, Herr Girard? «Matchentscheidend ist der erste Schneefall. Kündigt er sich früh und sanft an, geht es gesittet los – dann klappt es auch mit der Oktober-bis-Ostern-Regel. Schneit es aber plötzlich, entsteht Hektik. Ich schaue in die Berge und weiss: Liegt auf 1000 Meter über dem Meer Schnee, geht es los. Der zweite Schub kommt mit Schnee im Flachland. Dann verkaufen wir übrigens über die Verfügbarkeit, nicht über den Preis. Deshalb bieten wir auch Vorzugskonditionen für Früheinkäufer: So ist die Garage parat, und auch wir haben mehr Luft.» Exotisch bleiben Ganzjahresreifen. «Die Region Bern ist ein Winterreifenschwerpunkt. Obwohl sich All-Season-Reifen verbessert haben, ist es kein Thema. Im Oberland fahren manche auch ganzjährig winterbereift, nicht aber All-Season. Die Regel ist der saisonale Wechsel.»
Auch Billigreifen seien noch kein Thema, weiss Girard. «Gefragter als früher ist Qualität zum fairen Preis. Dafür haben wir Kumho oder Linglong, deren Sportmaster Winter wir neu führen. Aber billig? Nein. Der Schweizer Wagenpark braucht viele ganz spezifische Premiumreifen, und billig will auch die Endkundschaft nicht: Wegen 20 Franken weniger für den Winterreifen will ich nicht erst hinter dem Fussgängerstreifen anhalten können. Ihre Kundinnen und Kunden vertrauen Ihnen in der Garage, dass Sie die richtige Wahl treffen. Das kann am Kleinwagen Kumho sein und am Premium-SUV Premium. Wichtig ist, dass der Reifen zum Kunden passt!»