Ernüchternde Resultate bei Ganzjahrespneus
Für Garagistinnen und Garagisten nichts Neues: Die grösste Herausforderung bei Ganzjahresreifen ist, dass sie sich bei sommerlichen und winterlichen Bedingungen mit den jeweiligen Spezialisten messen müssen, gleichzeitig soll ihre Umweltbilanz gut sein. 19 Testkriterien fordern die Ganzjahresreifen im TCS-Test ganz schön heraus. Keine einfache Aufgabe für die Entwicklungsabteilungen der Reifenhersteller, hierbei auf einem ordentlichen Niveau zu bestehen. Das zeigte sich eindrücklich beim aktuellen Ganzjahresreifen-Test von 16 Pneus in der Dimension 185/65 R15 88H. Sie eignen sich für Fahrzeuge der Kleinwagenklasse wie zum Beispiel Citroën C3, Mazda 2, Opel Adam, Peugeot 208 oder VW Polo.
Seit 2023 werden die Reifentests entsprechend der Zwei-Säulen-Bewertung veröffentlicht – die Gesamtnote setzt sich aus 70 Prozent «Fahrsicherheit» und 30 Prozent «Umweltbilanz» zusammen. Die «Fahrsicherheit» umfasst die Kriterien «Fahrverhalten auf trockener und nasser Fahrbahn» sowie «winterliche Fahrbahn». Bei der «Umweltbilanz» finden sich Kriterien wie die prognostizierte Laufleistung, der Abrieb, der Kraftstoffverbrauch und das Gewicht, das Geräusch sowie das Kriterium Nachhaltigkeit. Letzteres befasst sich vor allem mit den Produktionsstätten bzw. den dazugehörigen Zertifikaten, aber auch mit dem Reifen selbst.
Insgesamt fällt der TCS-Test ernüchternd aus: Nur ein Ganzjahresreifen überzeugt, während zahlreiche Modelle deutliche Schwächen zeigen – auch bekannte Markenprodukte. Ungeachtet der Testresultate muss gleich zu Beginn kritisch angemerkt werden, dass einige Premiumhersteller in kleineren Dimensionen – wie auch in der getesteten 185/65 R15 – nicht ihr neuestes bzw. aktuellstes Modell anbieten. So ist von Bridgestone in dieser Grösse lediglich der Weather Control A005 Evo erhältlich, obwohl mit dem Turanza All Season 6 in grösseren Dimensionen bereits dessen Nachfolger am Markt verfügbar ist. Ähnlich bei Michelin: Auch dort wird in der 15-Zoll-Dimension nicht das neueste Produkt, der CrossClimate 3, angeboten. Stattdessen produziert Michelin weiterhin den getesteten Vorgänger, den CrossClimate 2. Dies bedeutet: Verbraucherinnen und Verbrauchern steht in dieser Dimension bei diesen Herstellern die neueste Reifentechnologie gar nicht erst zur Verfügung.
Wie in vergangenen Jahren zeigt sich im TCS-Ganzjahresreifentest 2026 bei einigen Modellen ein grundsätzlich positiver Trend: Die Hersteller scheinen den anspruchsvollen Zielkonflikt, den ein Ganzjahresreifen meistern muss, inzwischen besser zu beherrschen als früher. Gleichzeitig wird deutlich, dass die getestete Dimension – relativ klein, am Markt aber keineswegs unbedeutend – offenbar nicht bei allen Herstellern im Fokus steht.
Am Ende gelingt es nur einem Reifen, ein gutes Gesamtergebnis zu erzielen und damit die Bewertung «sehr empfehlenswert» zu erhalten: Der Continental AllSeasonContact 2 überzeugt in allen Kriterien der Fahrsicherheit. Selbst wenn er bei der Laufleistung und damit bei der Umweltbilanz leichte Schwächen zeigt, reicht es rechnerisch dennoch für dieses Gesamturteil. Zwei Reifen, der Pirelli Cinturato All Season SF 3 und der Michelin CrossClimate 2, verpassen ein «sehr empfehlenswert» nur knapp. Mit etwas Abstand folgen der Vredestein Quatrac, der Hankook Kinergy 4S 2, der Goodyear Vector 4Seasons Gen-3, der Nokian Tyres Seasonproof 2 und der GT Radial Climateactive. Allen gemeinsam ist, dass sie bei der Fahrsicherheit auf mindestens einer Fahrbahn leichte Schwächen zeigen.
Mit dem Nexen N’Blue 4Season 2, dem Dunlop All Season 2 und dem Milever All Season Versat MC545 folgen drei der 16 getesteten Reifen, für die keine Kaufempfehlung ausgesprochen werden kann. Sie zeigen auf trockener Fahrbahn deutliche Schwächen, was zur Abwertung der Gesamtnote führt. Abgeraten wird auch von den fünf verbliebenen Testkandidaten: dem Norauto 4 Seasons 2, dem Bridgestone Weather Control A005 Evo, dem Mastersteel All Weather 2, dem Roadhog RGAS02 und dem Tomason Allseason. Ausschlaggebend für ihre Platzierung am Ende des Testfeldes sind vor allem die sehr schwachen Leistungen auf winterlicher Fahrbahn.