Nur noch jedes fünfte neu zugelassene Auto ist ein Benziner
Die leichte Erholung des Marktes für neue Personenwagen in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein hat im traditionell schwachen August an Schwung verloren. Mit 16'047 Neuimmatrikulationen lag das Ergebnis 0,6 Prozent unter dem bereits schwachen Vorjahresmonat. Seit Jahresbeginn wurden 151'589 neue Personenwagen zugelassen. Das entspricht gegenüber den ersten acht Monaten 2025 einem Plus von 1,8 Prozent, wie Auto-Schweiz in einer Mitteilung schreibt.
Damit bleibt die wirtschaftliche Lage der Schweizer Automobilbranche angespannt. Der hiesige Gesamtmarkt liegt weiterhin hinter der europäischen Entwicklung zurück. In Europa war der Markt zur Jahresmitte um mehr als 5 Prozent gewachsen.
25 Prozent der Neuwagen fahren rein elektrisch
Während der Gesamtmarkt stagniert, setzt sich die Elektrifizierung fort. Seit Anfang Jahr war knapp jeder vierte neu zugelassene Personenwagen ein reines Elektroauto (BEV). Ihr Anteil liegt bei 24,8 Prozent. Im August erreichten die batterieelektrischen Modelle sogar 30,2 Prozent der Neuimmatrikulationen.
Gegenüber dem Vorjahresmonat legten die BEV im August um 48,7 Prozent zu. Anders verlief die Entwicklung bei den Plug-in-Hybriden (PHEV): Ihre Neuzulassungen gingen um 4,3 Prozent zurück. Die Fahrzeuge, die einen Verbrennungsmotor mit einem batteriegestützten Elektroantrieb und einer Lademöglichkeit über das Stromnetz kombinieren, kamen im August auf einen Marktanteil von 12,4 Prozent.
BEV und PHEV, die sogenannten Steckerfahrzeuge, erreichen seit Jahresbeginn zusammen einen Anteil von 37,2 Prozent. Damit liegen sie erstmals vor den Hybridantrieben, die auf 36,7 Prozent kommen.
«Jede zusätzliche Abgabe ist fehl am Platz»
Reine Benzin- und Dieselantriebe verlieren dagegen an Stellenwert. Seit Jahresbeginn entfallen noch 20,6 Prozent der Neuzulassungen auf Benziner und 5,5 Prozent auf Dieselfahrzeuge. Im August wurde nur noch jedes fünfte neue Auto ausschliesslich fossil angetrieben.
Weiterhin hoch ist die Nachfrage nach Fahrzeugen mit Allradantrieb: Seit Jahresbeginn verfügen 52,5 Prozent der neu zugelassenen Personenwagen über einen solchen.
Thomas Rücker, Direktor von Auto-Schweiz, sieht trotz der zunehmenden Elektrifizierung weiterhin Handlungsbedarf: «Die August-Zahlen belegen die nach wie vor sehr angespannte Branchensituation. Der sehr tiefe Gesamtmarktverlauf beeinträchtigt die Perspektiven im Neufahrzeughandel. Eine Deregulierung und Flexibilisierung der CO2-Vorschriften analog dem restlichen Europa ist dringend geboten. Zudem dürfen die steigenden Zulassungszahlen von Steckerfahrzeugen nicht durch neue regulatorische Vorgaben eingebremst werden. Neue Steuern oder regulatorischen Belastungen für Elektrofahrzeuge wirken sich kontraproduktiv aus. Jede zusätzliche Abgabe ist fehl am Platz.»