SAA-Konjunkturbarometer

Garagenzulieferbranche bleibt stabil

Die Schweizer Wirtschaft wächst 2026 weiterhin nur verhalten. Internationale Handelskonflikte, geopolitische Spannungen und steigende Energiepreise sorgen für Unsicherheit und belasten das wirtschaftliche Umfeld.
Publiziert: 07. Mai 2026

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AGVS-Newsdesk


										Garagenzulieferbranche bleibt stabil
Foto: AGVS-Medien

Nicht nur international, sondern auch in der Schweiz bleibt die Stimmung in der Wirtschaft gedämpft: Das Wachstum fällt unterdurchschnittlich aus, während Unternehmen und Konsumenten mit anhaltender Unsicherheit konfrontiert sind. Vor diesem Hintergrund zeigt sich die Garagenzulieferbranche im 1. Quartal 2026 weiterhin robust. Die aktuelle Lage wird mehrheitlich als gut bis befriedigend beurteilt. Für das 2. Quartal fällt der Ausblick jedoch vorsichtiger aus als im Vorquartal. Besonders der deutlich gestiegene Kostendruck im Materialbereich sowie die eingetrübten Erwartungen bei der Ertragslage belasten die Einschätzung der kommenden Monate.

 

Beurteilung der Situation im 1. Quartal 2026

Die Beschäftigungslage in der Garagenzulieferbranche präsentiert sich gemäss des Konjunkturbarometers vom Swiss Automotive Aftermarket (SAA), dem Verband der Schweizer Garagenzulieferer, dessen 65 Mitglieder sich für einen unabhängigen Automotive Aftermarket in der Schweiz einsetzen, zum Jahresbeginn erfreulich stabil. 58 Prozent (Vorquartal: 52 Prozent) befragten Unternehmen beurteilen die Beschäftigungslage als gut und 42 Prozent (VQ: 48 Prozent) als befriedigend. Kein Unternehmen (VQ: 0 Prozent) stuft die Lage als schlecht ein. Gegenüber dem Vorquartal hat sich die Einschätzung damit leicht verbessert. Diese Robustheit dürfte auch darauf zurückzuführen sein, dass der Automotive Aftermarket weniger stark auf kurzfristige Ausschläge reagiert als andere, stärker zyklische Branchen.

 

Verhaltener bezüglich Ertragslage

Auch beim Umsatz zeigt sich ein insgesamt solides Bild. 42 Prozent (VQ: 44 Prozent) der Unternehmen bewerten die aktuelle Umsatzlage als gut, 54 Prozent (VQ: 52 Prozent) als befriedigend und 4 Prozent (VQ: 4 Prozent) als schlecht. Damit bleibt die Einschätzung gegenüber dem Vorquartal weitgehend stabil. Dass sich der Umsatz trotz des unsicheren Umfelds hält, spricht für eine weiterhin intakte Grundnachfrage. Gleichzeitig ist davon auszugehen, dass Konsumzurückhaltung, steigende Kosten und eine insgesamt vorsichtigere Wirtschaftsstimmung das Wachstum bremsen.

Etwas verhaltener fällt die Beurteilung der Ertragslage aus. 25 Prozent (VQ: 33 Prozent) der Unternehmen stufen diese als gut ein, 71 Prozent (VQ: 59 Prozent) als befriedigend und 4 Prozent (VQ: 7 Prozent) als schlecht. Im Vergleich zum Vorquartal zeigt sich damit eine leichte Abschwächung. Insgesamt bleibt die Branche operativ auf solidem Niveau, auch wenn sich der Druck auf die Profitabilität bereits abzeichnet.

 

Trendprognose fürs 2. Quartal 2026

In der Prognose fürs 2. Quartal 2026 werden die Unsicherheiten deutlicher sichtbar. Bei der Beschäftigungslage rechnen 17 Prozent (VQ: 22 Prozent) der Unternehmen mit einer besseren, 71 Prozent (VQ: 78 Prozent) mit einer gleichbleibenden und 13 Prozent (VQ: 0 Prozent) mit einer schlechteren Entwicklung. Der Ausblick fällt damit spürbar vorsichtiger aus als im Vorquartal. Diese Zurückhaltung dürfte auch Ausdruck des insgesamt anspruchsvolleren wirtschaftlichen Umfelds sein: Geopolitische Spannungen, der Krieg im Nahen Osten, steigende Energiepreise sowie handelspolitische Unsicherheiten belasten die Planungssicherheit vieler Unternehmen. Beim Personalbestand erwarten 79 Prozent (VQ: 78 Prozent) der Unternehmen keine Veränderung, 17 Prozent (VQ: 22 Prozent) einen zunehmenden und 4 Prozent (VQ: 0 Prozent) einen abnehmenden Bestand. Kurzarbeit bleibt eine Ausnahme.

Weiterhin hohe Personalkosten

Im Personalbereich bleibt der Kostendruck hoch. 54 Prozent (VQ: 56 Prozent) der Unternehmen rechnen mit steigenden, 42 Prozent (VQ: 44 Prozent) mit gleichbleibenden und 4 Prozent (VQ: 0 Prozent) mit sinkenden Personalkosten. Deutlich stärker fällt die Entwicklung im Materialbereich ins Gewicht. Hier erwarten 63 Prozent (VQ: 44 Prozent) der Unternehmen steigende Kosten, 38 Prozent (VQ: 52 Prozent) gleichbleibende und 0 Prozent (VQ: 4 Prozent) sinkende Kosten. Gerade dieser markante Anstieg bei den erwarteten Materialkosten dürfte im Zusammenhang mit den geopolitischen Verwerfungen stehen. Parallel dazu verschlechtert sich auch der Ausblick auf die Ertragslage. 29 Prozent (VQ: 11 Prozent) der Unternehmen rechnen im 2. Quartal mit einer schlechteren Ertragslage, 46 Prozent (VQ: 63 Prozent) mit einer gleichbleibenden und 25 Prozent (VQ: 26 Prozent) mit einer besseren Entwicklung. Darin zeigt sich der zunehmende Margendruck besonders deutlich.

Während die Nachfrage insgesamt noch stabil erscheint, dürften höhere Beschaffungs- und Betriebskosten sowie die anhaltende Unsicherheit im wirtschaftlichen Umfeld die Profitabilität zunehmend belasten. Beim Umsatz bleiben die Erwartungen hingegen vergleichsweise stabil. 42 Prozent (VQ: 41 Prozent) der Unternehmen rechnen mit einem steigenden Umsatz, 50 Prozent (VQ: 48 Prozent) mit einem gleichbleibenden und 8 Prozent (VQ: 11 Prozent) mit einem sinkenden. Die Umsatzentwicklung erweist sich damit weiterhin als stabiler als die Ertragslage. Die grösseren Risiken liegen derzeit weniger auf der Nachfrageseite als vielmehr beim steigenden Kostendruck und bei der Margenentwicklung.
 

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