Die Marke bleibt entscheidend

Emotionen unter Strom?

Die Marke bleibt entscheidend

17. Januar 2023 agvs-upsa.ch – Vom Benzin im Blut zu «Watt-Heads». So formulierte Jürgen Stackmann die Zukunft der Mobilität. Der ehemalige Automobilmanager betonte, dass auch in Zukunft die Marke und die Dienstleistungen des einzelnen Garagisten zentral für den Erfolg sein werden.

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srh. «Die Karten sind gelegt», sprach Jürgen Stackmann geradeheraus Klartext. Für den ehemaligen Automobilmanager und heutigen Direktor des Instituts für Mobilität an der Universität St. Gallen (HSG) ist klar: «Wir werden in Zukunft alle elektrisch fahren.» Die europäischen Automobilhersteller hätten den Weg vorgegeben, indem sie konsequent auf Elektromobilität setzten. «Das Klima ist wichtig», sagte Stackmann unmissverständlich. «Wir haben Raubbau betrieben. Wir müssen die Zukunft selbst bestreiten und nicht auf andere zeigen.» Und es brauche mehr grüne Energien.

Die Garagisten hätten 70 Jahre lang Träume verkauft. «Auf den Strassen in Europa sind 325 Millionen Autos unterwegs. Sie haben das erfolgreich gemacht», so Stackmann. Mit der gleichen Überzeugung müssten Garagisten nun Elektroautos verkaufen. «Die Emotionalität muss von Ihnen kommen», forderte er die Garagisten auf. Der riesige Fuhrpark, das sei heute laut Stackmann allen bewusst, könne man nicht per 2035 einfach abstellen. «Dafür brauchen wir auch synthetische Treibstoffe», so Stackmann, aber diese würden dringender als für Autos «für Flugzeuge und Schiffe benötigt.»

Wichtig sei nun, dass man eine Planungssicherheit auch für die grossen Investitionen habe – und das sei nun der Fall. Die Richtung sei klar, und alle würden in die gleiche Richtung gehen. «Der Motor ist etwas Menschliches», demonstrierte Stackmann mit einem röhrenden Motor ab Lautsprecher, um gleich den Spassfaktor eines E-Autos nachzuschieben. Heutige «Petrol-Heads» würden zu «Watt-Heads». Das Drehmoment sei der neue V8. «Da steckt viel drin – auch für Sie», sagte Stackmann an die Adresse der Garagisten.

Zentral werde unabhängig vom Antrieb und Vertrieb aber der Wert der Marke sein. «Es drängen viele chinesische Autohersteller auf den Markt», sagte Stackmann. «Diese produzieren gute Autos, das kann ich aus eigener Erfahrung sagen. Aber sie haben keine Marke, die Emotionen auslöst.» Die Marke sei wichtig, weil sie den Kaufentscheid vereinfache, weil Kunden sie mit Attributen verbänden. Dies gelte nicht nur für die Hersteller, sondern auch für die Garagisten. «Sie müssen sich von Ihren Mitbewerbern differenzieren können», so Stackmann. «Sie können nicht einfach die Türen öffnen und warten, ob jemand kommt. Sie müssen erlebnisorientiert denken und sich mit Diensten und Services differenzieren. Legen Sie den Fokus auf Qualität, Technik und Design.» Man müsse offen sein für neue Geschäftsfelder: «Denken Sie über den heutigen Markt hinaus und schaffen Sie ein Angebot, dass Elektroautokunden anspricht. Gehen Sie als Unternehmen voran und schreiben Sie die Geschichte der Zukunft. Reissen Sie Ihre Mannschaft und Ihre Kunden mit!»

Kurz ging Stackmann auf die kontroverse Thematik Agenturmodell ein - etwas, das er bei Volkswagen selbst initiiert hatte. «Hintergrund der Einführung waren mögliche Kosteneinsparungen von fünf bis sechs Prozent», erklärte er. Man habe sich dabei auch an Tesla orientiert. Die Amerikaner krempelten mit ihrer Herangehensweise den Markt komplett um. Welche Auswirkungen das Agenturmodell auf die Zukunft haben werde, konnte indes auch Stackmann nicht genauer skizzieren. «Es gibt in Europa einen neuen Gesamtarbeitsvertrag; als Händler muss man sich auf diesen verlassen können.»
 
Die ausführliche Berichterstattung zum «Tag der Schweizer Garagisten 2023» lesen Sie im AUTOINSIDE 2/2023.



Alles über den «Tag der Schweizer Garagisten» 2023
erfahren Sie hier.

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