Aufgepasst bei mitgebrachten Ersatz- und Verschleissteilen!

18. September 2018 agvs-upsa.ch – Handtaschen, Uhren, Mode. Fake-Artikel kennt jeder, doch Produktpiraten fälschen auch Autoteile. Und die sind deutlich gefährlicher als am Strand erworbene Luxushandtaschen. Der AGVS bietet Hilfe.

sco. Schon die finanziellen Schäden der Produktpiraterie sind für die Autoindustrie enorm. Der europäische Dachverband der Automobil-Zulieferindustrie CLEPA in Brüssel schätzt sie auf fünf bis zehn Milliarden Euro jährlich. Doch neben dem wirtschaftlichen Verlust für die Industrie geht es vor allem um den Menschen, der sich und andere mit gefälschten Teilen in Gefahr bringt. Billige Kopien, die den Zollkontrollen entgehen, sind ein ernstes Risiko für die Fahrsicherheit: Bremsscheiben oder -sättel können reissen, Dichtungen versagen, Felgen brechen oder Chips schlicht die falschen Steuerbefehle abgeben.

Eine Frage des gesunden Menschenverstandes
Oft hilft bereits der gesunde Menschenverstand, um Fälschungen zu entlarven. «Wird Ware deutlich unter dem üblichen Listenpreis angeboten, sollte man zumindest skeptisch werden», sagt Markus Peter, beim AGVS für Technik & Umwelt verantwortlich.

Einige Markenhersteller von Autoersatzteilen betreiben eigene Abteilungen, die nur damit beschäftigt sind, Messen im In- und Ausland auf der Suche nach illegalen Kopien ihrer Produkte abzuklappern. Zusätzlich schützen sie ihre Produkte mit Merkmalen, die nur sehr schwer oder gar nicht zu fälschen sind. So verwenden Hersteller wie Bremsenspezialist Brembo QR-Codes, Hologramme und spezielle Etiketten auf ihrer Ware. Eine weitere Möglichkeit, die Hersteller wie Bosch, Mahle, Mann-Filter, Schaeffler oder Wabco nutzen, ist der MAPP- oder DataMatrix-Code. Auf diese Weise erhält jedes Ersatzteil eine weltweit einzigartige Identifikationsnummer, die sich per Computer oder Smartphone über die Website TecIdentify.com überprüfen lässt. Binnen Sekunden lässt sich so checken, ob ein Ersatzteil echt ist oder ob es sich um ein Plagiat handelt.

Doch nicht nur mehr oder weniger offensichtliche Fälschungen können für die Autobesitzerinnen und -besitzer zum Problem werden. Auch auf regulären Wegen im Baumarkt gekaufte und in die Garage gebrachte Produkte können Schwierigkeiten bereiten: Kennt der Kunde die notwendigen Spezifikationen für das richtige Ersatzteil? Bei einem Scheibenwischblatt mag das einfach sein, doch schon beim Motorenöl wird es schwieriger.

Garagist entscheidet selber
Ob der Garagist solche mitgebrachten Teile nutzen respektive verbauen will, ist seine unternehmerische Entscheidung. Im AGVS-Ehrenkodex verpflichten sich die AGVS-Garagisten, «Unterhalts- und Reparaturarbeiten fachgerecht, zuverlässig und im Hinblick auf eine optimale Betriebssicherheit und Werterhaltung der uns anvertrauten Fahrzeuge auszuführen». Als Mobilitätspartner werden die Werkstätten des Schweizer Garagistenverbands über den konkreten Einzelfall in einem Beratungsgespräch mit dem Kunden gemeinsam entscheiden.

Dabei müssen neben sicherheitsrele­vanten Aspekten auch rechtliche Fragen beantwortet werden. Mit einem Haftungsausschluss auf mitgebrachte Verbrauchsmaterialien und Ersatzteile kann sich der Garagist hier absichern. Zu finden ist er auf der AGVS-Website.
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