Neue Dieselautos sind viel sauberer als vorgeschrieben

21. Februar 2019 agvs-upsa.ch – Die aktuellen Euro-6c- und Euro-6d-Temp-Fahrzeuge stossen kaum Stickoxide (NOx) aus – und sind damit deutlich sauberer als vorgeschrieben. Dies zeigt der ADAC-Ecotest. 

abi. Der Allgemeine Deutsche Automobil-Club ADAC wollte wissen, wie sauber Autos mit den aktuellen Abgasnormen bereits heute auf der Strasse unterwegs sind. Deshalb hat er im Ecotest neben den Untersuchungen auf dem Prüfstand 26 Dieselautos und Benziner zusätzlich auf der Strasse mit einem mobilen PEMS-Messgerät (Portable Emissions Measurement System) geprüft. Darunter waren beispielsweise der Audi A8 50 TDI, der Mercedes A 180d oder der Volvo XC60 D5 AWD bei den Dieselmodellen und der BMW 230i Coupé oder Suzuki Ignis 1.2 bei den Benzinern.

Die Ergebnisse sind erfreulich: Alle bisher vom ADAC auf der Strasse gemessenen Euro-6c- beziehungsweise Euro-6d-Temp-Fahrzeuge weisen im Rahmen der RDE-Messungen (Real Driving Emissions) «sehr niedrige NOX-Emissionen» auf, teilte der Automobil-Club mit. Sie liegen sogar deutlich unter dem geltenden Euro-6-Laborgrenzwert von 80mg/km für Diesel – die meisten Modelle erreichen nicht einmal die 50-Milligramm-Grenze. 

Die Benziner fahren ebenfalls weit unter der für sie geltenden Limite von 60mg/km. Sie standen allerdings bisher auch nicht im Verdacht, mit dem Erreichen von Stickoxid-Grenzwerten Probleme zu haben. Kurz: «Der für Euro-6d-Temp zulässige Übereinstimmungsfaktor (CF) von 2,1 wird somit von allen getesteten Modellen deutlich unterschritten und liegt unter 1,0.» 
Der Mercedes C220d verzeichnete laut ADAC sogar einen NOx-Ausstoss von 0 mg/km, beim BMW 520d Touring und beim Opel Astra 1.6 D lag der Ausstoss bei 1 mg/km. Damit sind Dieselfahrzeuge die saubersten der bislang gemessenen Euro-6c- und Euro-6d-Temp-Autos.

Einzige Ausnahme im Test, die den Wert von 80mg/km übertraf, war der Honda Civic 1,6 i-DTEC. Dieser ist nur mit einem NOx-Speicherkat ausgestattet und weist einen CF von 1,26 auf. Trotzdem hält der Honda als Euro 6d-Temp-Fahrzeug die gesetzlichen Vorschriften ein, denn er unterschreitet den maximal erlaubten Wert von 168 mg/km – was einem CF von 2,1 entspricht – für Strassenmessungen.

Gericht kippt Teile der Euro-6d-Abgasnormen
Dass die Autos bereits heute deutlich weniger Stickoxide ausstossen als erlaubt, könnte in Zukunft noch wichtig werden. Um statistische und technische Ungenauigkeiten auszugleichen, die bei RDE-Messungen auftreten können, führte die EU-Kommission Toleranzzuschläge ein – die Übereinstimmungsfaktoren. Dadurch dürfen Dieselautos momentan im normalen Betrieb 168 mg/km ausstossen, während die Euro-6-Norm eigentlich nur 80 Milligramm erlaubt. 

Das Gericht der Europäischen Union (EuG) erklärte Mitte Dezember 2018 die deutlich höheren Grenzwerte für den Strassenverkehr jedoch als unzulässig. Nur der Gesetzgeber – also EU-Parlament und Rat – sei zu einer solch weitgehenden Änderung der Grenzwerte befugt. Die Kommission hat nun ein Jahr Zeit, um die entsprechende Verordnung anzupassen. Tut sie das nicht, gilt ab 2020 der Laborwert von 80 Milligramm auch auf der Strasse.

Die detaillierten Ergebnisse des ADAC-Ecotest gibt es hier.
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