Vortragstagung SSM: Abgasemissionen von Personenwagen im Fokus

22. September 2016 agvs-upsa.ch - An der diesjährigen Vortragstagung, welche die Schweizerische Studiengesellschaft für Motorbetriebsstoffe (SSM) in Zusammenarbeit mit SAE-Switzerland durchgeführt hat, standen die Abgasgesetzgebung und die Messung der Emissionen im praktischen Fahrbetrieb (Real Driving Emissions RDE) im Mittelpunkt.

Ab September 2017 werden die Abgasemissionen der neu zugelassenen Personenwagen im praktischen Fahrbetrieb ermittelt. An der Berner Fachhochschule für Technik und Informatik hat ein Team unter der Leitung von Prof. Dr. Jan Cerwinski verschiedene portable Emissionsmesssysteme (PEMS) miteinander verglichen. Ganz allgemein kann festgestellt werden, dass die CO-, CO2- und NOx-Emissionen im Vergleich mit den auf dem Rollenprüfstand (stationär) ermittelten Werten, höher sind.

Dieser Umstand wird jedoch vom Gesetzgeber berücksichtigt, indem für den NOx-Ausstoss ein so genannter Konformitätsfaktor zur Anwendung kommt. Ab September 2017 beträgt dieser Faktor 2,1 (das heisst, der Grenzwert darf um 110 % überschritten werden), derweil ab Januar 2020 der Faktor 1,5 verordnet ist (der Grenzwert somit nur noch um 50 % überschritten werden darf).

Es wurde auch darauf hingewiesen, dass die bisherige Abgasgesetzgebung für Personenwagen zwar hinsichtlich der Kohlenwasserstoffe (HC), Kohlenmonoxid (CO) und Partikel eine starke Reduktion bewirkt, bei den Stickoxiden (NOx) jedoch weitgehend versagt hätten. Das Problem sei den Gesetzgebern der EU seit über 10 Jahren bekannt gewesen; die Einführung im Jahr 2017 sei dabei unabhängig vom VW-Abgasskandal seit langem vorgesehen gewesen.

Christian Bach, der Leiter der Abteilung «Fahrzeugantriebssysteme» der EMPA hob in seinem Referat die Vorteile der mit Erdgas (Compressed Natural Gas CNG) betriebenen Fahrzeuge hervor. Auch im Vergleich mit modernsten Benzinmotoren (Benzin-Direkteinspritzung) wiesen diese bereits heute bei geringem technischen Aufwand ein sehr gutes Emissionsverhalten auf. Mittels beheizbaren Katalysatoren könnten auch die nachteiligen Kaltstartemissionen eliminiert werden.

Hier gibt es mehr Infos zur SSM-Vortragstagung!




Hochkarätige Referenten aus der Wirtschaft, der Forschung und Behörden informierten die Teilnehmer der SSM-Vortragstagung. V. l. Leif-Erik Schulte, Institut für Fahrzeugtechnik und Mobilität, TÜV Nord Mobilität GmbH & Co. KG, Essen; Dr. Peter Mock, Geschäftsführer ICCT Europa, Berlin; Prof. Dr. Jan Cerwinski, Abgasprüfstelle und Motorenlabors, Berner Fachhochschule für Technik und Informatik, Biel; Christian Bach, Abteilungsleiter Fahrzeugantriebssysteme, EMPA, Dübendorf; Dr. Jürgen Gieshoff, Research and Technology, Automotive Catalysts, Umicore AG & Co. KG, Hanau-Wolfarth; Dr. Martin Schiess, der Chef der Abteilung Luftreinhaltung und Chemikalien des BAFU; Dr. Martin Rexeis, Institut für Verbrennungskraftmaschinen und Thermodynamik, Technische Universität Graz.
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