«20 Jahre BAZ – ein Erfolgsmodell gerüstet für die Zukunft»

11. Mai 2020 agvs-upsa.ch – Seit 20 Jahren können die Betriebe bei der Umsetzung der EKAS-Richtlinie 6508 (Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz) auf die Hilfe der Branchenlösung für das Auto- und Zweiradgewerbe BAZ zählen. Geschäftsleiter Karl Baumann erklärt, weshalb es sich für Garagisten lohnt, der BAZ beizutreten. Warum die Prävention immer wichtiger wird und in welchem Zustand er die BAZ seiner Nachfolge übergeben wird.

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cst. Zum Erfolg eines Garagenbetriebs tragen Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz viel bei. Dies hat die Coronavirus-Pandemie wieder deutlich vor Augen geführt. Aber auch ungeachtet dessen, ist dem Thema die nötige Beachtung zu schenken. Schnell einmal wird eine falsche Bewegung gemacht, die Sicherheitskleidung vergessen oder in eine Stolperfalle getreten. Seit nunmehr 20 Jahren unterstützt die BAZ Betriebe, die Arbeitssicherheit und den Gesundheitsschutz im Arbeitsalltag umzusetzen. Neben dem AGVS sind auch Carrosserie Suisse, 2rad Schweiz, der Reifen-Verband der Schweiz RVS und der Swiss Automotive Aftermarket SAA Teil der BAZ. Karl Baumann, Geschäftsleiter der BAZ und beim AGVS verantwortlich für die Bereiche Arbeitssicherheit & Umwelt, war massgeblich an der Weiterentwicklung dieser Lösung beteiligt.
 
Herr Baumann, die BAZ wurde im Jahr 2000 ins Leben gerufen. Wie wichtig war es damals, dass eine Branchenlösung für das Auto- und Zweiradgewerbe eingeführt wurde?
Karl Baumann: Sehr wichtig! Denn es macht keinen Sinn, wenn sich nahestehende Branchen einzeln um Lösungen bemühen, die sich wiederum in ihrer Ausführung ähneln. Die Gründung der Branchenlösung war zwar mit Kosten verbunden, weil in allen Sparten der Partnerverbände eine Risikobeurteilung gemacht werden musste. Doch schlussendlich hat sich der Aufwand mehr als gelohnt.
 
Inwiefern trug die BAZ zur Verbesserung der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes in den Betrieben bei?
Das ist eine schwierige Frage, zumal es in jedem Betrieb auf die Eigenverantwortung ankommt. Wir können unseren Mitgliedern lediglich unterstützende Massnahmen zur Verfügung stellen. Die Statistik zeigt aber, dass BAZ-Betriebe weniger Unfälle haben.
 
Das heisst, für Garagisten lohnt es sich, der BAZ beizutreten?
Und ob! Als Betrieb habe ich in der Schweiz die gesetzliche Verpflichtung, die EKAS Richtlinie 6508 umzusetzen. Wenn ich mir vorstelle, dass ich nur schon alle Checklisten selbständig an meine Werkstatt anpassen muss – das wäre für mich undenkbar. Mit einem Beitritt in die Branchenlösung des Auto- und Zweiradgewerbes wird mir alles Nötige zur Verfügung gestellt inklusive fachlichem Support. Kommt hinzu, dass es sich um eine der günstigsten Branchenlösungen handelt. Im Mitgliederbeitrag sind Schulungen für Kontaktpersonen für Arbeitssicherheit, die sogenannten KOPAS, Unterlagen, branchenspezifische Checklisten und Onlinetool bereits inbegriffen. Als AGVS-Mitglied profitiere ich ausserdem von 25 Prozent Preisnachlass. Selbstverständlich steht die BAZ auch allen anderen Betrieben offen!
 
Wie bleiben die Mitgliederbetriebe in Bezug auf Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz auf dem Laufenden?
Es ist unsere Aufgabe, dafür zu sorgen, dass BAZ-Mitglieder immer auf dem aktuellen Stand sind – sei es in Bezug auf Gesetzesänderungen oder auch neue Hilfsmittel. Zum einen machen wir unsere Mitglieder via Newsletter aufmerksam. Dieser wird direkt an jede KOPAS gesendet. Zum anderen nutzen wir unsere Website safetyweb.ch, um Änderungen mitzuteilen.
 
Die Online-Lösung «Asa-Control» wurde im vergangenen Jahr zu «asa-Control 2020» weiterentwickelt. Welche Vorteile bietet sie und wie sind die Rückmeldungen dazu?
Die weiterentwickelte Lösung «Asa-Control 2020» bietet viele Neuerungen: Nebst allen nötigen Dokumenten finden die User neu auch interaktive Formulare, die einfach und schnell auf die eigenen Bedürfnisse angepasst werden können. Alle bisherigen Betriebs- und Nutzerdaten sowie Funktionen bleiben erhalten. So erlaubt sie Mitgliedern, ihre Schulungen einfach und klar zu dokumentieren. Weitere Vorteile sind die Unterteilung in zehn Kapiteln nach EKAS. Dies verbessert die Übersicht erheblich und die Bedienerfreundlichkeit für mobile Geräte wie Smartphone und iPad, Videoanleitungen und vieles mehr wurde erhöht. Seit der Einführung von «Asa-Control 2020» im Dezember 2019 haben wir viele positive Rückmeldungen erhalten. 
 
Werden Sie als Branchenlösung auch kontrolliert?
Ja, wir werden regelmässig alle fünf Jahre von der EKAS rezertifiziert. Wie die Betriebe müssen auch wir die zehn Elemente des ASA-Konzepts für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz und der betrieblichen Gesundheitsförderung präsentieren. Weiter sind wir verpflichtet, unsere Unterlagen und Checklisten den neuen Anforderungen anzupassen. 
 
Was glauben Sie, in welche Richtung wird sich der Bereich Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz weiterentwickeln?
Die Prävention wird ein immer wichtigeres Thema für die Betriebe sein. Unsere Aufgaben wird es sein, den Inhabern und Betriebsleitern die präventiven Massnahmen aufzuzeigen. Wir müssen Ihnen mit verschiedenen Projekten klar machen, wie nutzenoptimierter und kostenreduzierter Arbeits- und Gesundheitsschutz in Handwerksbetrieben umgesetzt werden kann.
 
Sie sind seit 2010 für die BAZ zuständig und treten Ende Jahr in den Ruhestand. Was war Ihr persönliches Highlight?
Hier darf ich im Namen der BAZ-Geschäftsstelle unseren Vorgesetzten und den Trägerschaftsverbänden ein grosses Kränzchen winden. Sie liessen uns viele Freiheiten. Dadurch konnten wir die BAZ in den letzten zehn Jahren vom einfachen Schulungsanbieter zu einem geschätzten Kompetenzzentrum für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz ausbauen. Wir nutzten diese Jahre, um unsere Branchenlösung schweizweit bekannt zu machen. Dazu halfen uns der neue Auftritt mit einem eigenständigen Erscheinungsbild und unsere Online-Lösung «Asa-Control». Auf unsere Branchenlösung wurden nicht nur die Mitglieder der Trägerverbände aufmerksam. Auch die kantonalen Arbeitsinspektoren, die Suva, die EKAS und das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) erkannten die Bemühungen der BAZ, was uns bei der Suva und dem Seco erlaubte, in diversen Arbeitsgruppen mitzuwirken. Am meisten berührt uns, dass die Menschen auf Anhieb wissen, woran sie sind, wenn sie von der BAZ hören. Diese Erfolge waren nur möglich dank der tollen Zusammenarbeit der gesamten BAZ-Geschäftsstelle, Manuela Jost und Arjeta Sulejmani, und mir.
 
Ihre Nachfolge ist noch nicht geregelt. Was muss Ihre Nachfolge mitbringen?
Schön wäre es, wenn meine Nachfolge auch aus einer Dienstleistungsbranche kommen würde, von Vorteil aus dem Auto-, Zweirad- oder dem Carrosseriegewerbe. Dadurch würde sie oder er das nötige Verständnis für unsere Mitglieder aufbringen. Die Prävention der Mitarbeitenden ist ein sehr wichtiges Thema. Hierbei braucht es Feingefühl und Verständnis auf beiden Seiten. Weiter gefragt sind: Berufliche Erfahrung in der Arbeitssicherheit und dem Gesundheitsschutz, Teamfähigkeit, Unternehmerisches Handeln sowie Deutsch- und Französisch-Kenntnisse in Wort und Schrift. Ein Abschluss als Sicherheitsfachmann/frau oder Spezialist ASGS mit eidgenössischem Fachausweis ist zwingend nötig.
 
In welchem Zustand übergeben Sie die BAZ?
Die Nachfolge übernimmt eine funktionstüchtige, anerkannte Branchenlösung mit fast 3000 Mitgliedern. Eine BAZ, die sich durch grosse Eigenverantwortung auszeichnet und den Kontakt mit der Branche und dem Netzwerk pflegt.
 
Informationen zur BAZ-Mitgliedschaft unter www.safetyweb.ch oder 0800 229 229.
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