Tesla-Update sorgt für Probleme

8. Oktober 2019 agvs-upsa.ch – Mit der Funktion «Smart Summon» kann man seinen parkenden Tesla via Smartphone neu zu sich rufen. Der unbemannte Gehversuch funktioniert in der Praxis aber noch nicht reibungslos. Die Werkstätten freuts.

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cst. Sich wie von K.I.T.T aus «Knight Rider» abholen lassen, statt zum Parkplatz gehen und selbst ausparken? Das Update der Onboard-Software Version 10.0 des Elektroautoherstellers Tesla macht das für seine Kunden in den USA seit kurzem möglich. Mit der wichtigsten Neuerung, der «Smart Summon»-Funktion, können sie via Smartphone-App ihr parkendes Fahrzeug zu sich rufen – ohne, dass eine Person am Steuer sitzt. 

Voraussetzung für das «schlaue Herbeirufen»: Es muss ein direkter Sichtkontakt zum Auto gegeben sein und der Treffpunkt in einem Umkreis von rund 50 Metern liegen. Zudem bewegt sich das Fahrzeug nur, solange sein Besitzer den «Summon»-Button in der App gedrückt hält. Gemäss einem Tweet von Tesla-Chef Elon Musk sei «Smart Summon» innerhalb weniger Tage über 550'000 Mal genutzt worden.

Tesla-Fahrer zeigen sich grundsätzlich begeistert von der neuen Funktion. Doch die Erfahrungen fallen unterschiedlich aus. Neben Benutzern, die von positiven Erlebnissen berichten, kursieren in den sozialen Netzwerken auch Videos, auf denen zu sehen ist, dass das «schlaue Herbeirufen» im Praxistest offenbar noch nicht reibungslos funktioniert. Eines hält beispielsweise fest, wie ein Tesla nach dem Ausparkieren beinahe mit einem SUV kollidiert. Ein anderes Video filmt einen Tesla beim Versuch, autonom aus einer breiten Garage zu fahren, was lange Kratzer an der Carosserie zur Folge hat. 



Die Probleme bei «Smart Summon» haben die Aufmerksamkeit der US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA auf sich gezogen: Die Behörde sammelt laut eigenen Angaben derzeit Informationen über die Fälle und steht mit Tesla in Kontakt. «Die Sicherheit hat oberste Priorität. Die Agentur wird nicht zögern zu handeln, wenn sie Beweise für sicherheitsrelevante Fehler findet», wird ein Sprecher der NHTSA in einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters zitiert.

Tesla selbst weist die Benutzer klar darauf hin, dass «Smart Summon» nur auf privaten Parkplätzen und Einfahrten genutzt werden dürfe. Dass die Automobilisten noch immer für das Fahrzeug verantwortlich seien und dieses sowie die Umgebung jederzeit im Blick haben müssten, da die Funktion möglicherweise nicht alle Hindernisse erkennen könne. Insbesondere sollen Tesla-Fahrer vorsichtig sein, wenn sie sich in der Nähe von schnell bewegenden Fahrzeugen, Fahrrädern und Passanten aufhalten.

Wie die oben genannten Beispiele zeigen, führen die Probleme mit «Smart Summon» zu Blechschäden und versicherungstechnischen Fragen. Immerhin: Bis die Kinderkrankheiten behoben sind, können sich die Werkstätten über mehr Auslastung freuen – aber nur in den USA, wo die neue Funktion zunächst verfügbar ist.
 

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