Diskussion über Unternehmertum und Herausforderungen

15. Januar 2019 agvs-upsa.ch – Im Anschluss an Magdalena Martullo-Blocher sprachen die Garagisten Hubert Waeber und Edwin Koller über aktuelle Herausforderungen.

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sco. Beide sind in ihren Karrieren als Garagisten unternehmerische Risiken eingegangen. Beide glauben an eine Zukunft des Autogewerbes und beide sind Patrons, die ihre Freiheit geniessen und zum Wohle ihrer Unternehmen und ihrer Mitarbeitenden nutzen.

Edwin Koller hat bewegte Monate hinter sich. In der dritten Generation führt der 40-Jährige die Freihof-Garage in Näfels GL und hat gerade richtig viel Geld in die Hand genommen. Für 6,5 Millionen Franken entsteht am bisherigen Standort an der Kantonsstrasse am Dorfausgang von Näfels ein Neubau des Familienbetriebs. Edwin Koller ist einziger Verwaltungsrat und Geschäftsleiter des Unternehmens mit 17 Mitarbeitenden. «Ich bin keine One-Man-Show», erklärt Koller, «ich habe ein sehr gutes Team und eine Frau, die mich unterstützt.» Aber am Ende des Tages sei ihm immer klar gewesen, dass er den Betrieb allein führen wolle.

«Es ist in einem Unternehmen wichtig, dass jemand das Sagen hat, sonst kommt man nicht weiter», sagt auch Hubert Waeber, CEO der AHG Group mit elf Garagen und 160 Mitarbeitenden im Raum Fribourg. Trotzdem: «Alleine kann man nichts ausrichten. Man muss sich mit guten Kaderleuten umgeben und diese mit Handlungsspielraum ausstatten. Sie dürfen auch Fehler machen.» Waeber hat verschiedene Kadermitarbeitende an seiner Unternehmung beteiligt. «Dabei ging es jedoch um Motivation, nicht um Mitbestimmung.»

Waeber, gelernter Automechaniker, hat mit 30 Jahren seine erste Garage übernommen und seither eine Expansionsstrategie eingeschlagen. Ob er angesichts der Verantwortung für 160 Mitarbeitende keine schlaflosen Nächte habe, wollte Moderator Patrick Rohr von ihm wissen. «Nein, sonst würde ich etwas anderes tun. Klar, die Herausforderung ist gross. Aber es gibt immer wieder Chancen, wenn man die Augen und Ohren offenhält.»

Eine Aussage, die von Edwin Koller bestätigt wurde. Er sei «sehr zuversichtlich und von tiefstem Herzen überzeugt» von der Zukunft der Autobranche. «Wenn der, der die Kutschen repariert hat, damit angefangen hätte, Autos zu warten, dann würde es ihn heute noch geben.» Die Elektromobilität beunruhige ihn nicht. «Sie wird in Zukunft eine Rolle spielen. Aber es wird weitere Technologien geben.»

Hubert Waeber meinte abschliessend, man müsse als Garagist von den Bauern lernen, und spielte auf die nicht ganz ernstgemeinten und schon gar nicht repräsentativen Umfragen an, die das Moderatorenduo Mélanie Freymond und Patrick Rohr zu Beginn der Tagung unter den Teilnehmenden machten. Die Mehrheit äusserte sich zufrieden über das Geschäftsjahr 2018 und zuversichtlich zum Jahr 2019. «Die Bauern jammern und bekommen immer mehr Unterstützung, weil sie am richtigen Ort jammern. Wir hingegen erwirtschaften im Durchschnitt einen Cashflow von knapp 2 Prozent und sagen: ‘Super, es war gut, super, es wird gut’.»

 
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