«Erste Trends lassen uns positiv stimmen»

23. August 2016 autoberufe.ch – In diesen Tagen und Wochen beginnt für über 12‘000 Jugendliche ein neues Leben: Sie starten ihre berufliche Ausbildung – davon rund 2900 Lernende über alle sechs AGVS-Grundbildungen. Aber nicht alle Lehrstellen konnten besetzt werden.

Olivier Maeder, nach den Sommerferien ist traditionell der Termin des ersten Schultags, aber eben auch des Starts der Berufslehre. Dabei gab es Schlagzeilen, dass zahlreiche Lehrstellen nicht oder nur mit Mühe besetzt werden konnten. Wie sieht es im Autogewerbe aus? Welche Rückmeldungen haben Sie erhalten?
Olivier Maeder: Bedingt durch die demografische Entwicklung hat die Anzahl der interessierten Jugendlichen für eine Lehrstelle in der Schweiz auch dieses Jahr abgenommen. Hingegen ist das Angebot an Lehrstellen gesamtschweizerisch über alle Branchen und Berufe im Rahmen vom letzten Jahr. Somit erstaunen Schlagzeilen zu noch offenen Lehrstellen nicht. Eine Besserung ist ab 2018 zu erwarten, wenn die Anzahl Jugendlicher, die vor der Berufswahl stehen, wieder steigen wird.
Die Rückmeldungen einzelner AGVS-Sektionen deuten darauf hin, dass die Anzahl unserer Lehrverhältnisse im Rahmen des Vorjahres liegen. In den Sektionen Uri, Solothurn und Bern konnten die Lehrverhältnisse für den Automobil-Mechatroniker erfreulicherweise sogar gesteigert werden. Diese ersten Trends lassen uns vorsichtig positiv stimmen.
Eine objektive gesamtschweizerische Aussage lässt sich für die technischen Grundbildungen jedoch erst im Verlauf vom September machen, wenn alle Rückmeldungen vorliegen.
Bei den Grundbildungen im Detailhandel und der Kaufmännischen Grundbildungen liegen wir gesamtschweizerisch auf dem Niveau des Vorjahres, was auf Grund der demographischen Entwicklung durchaus positiv zu werten ist.

Handwerkliche Berufe haben es bei der Besetzung der Lehrstellen zunehmend schwer. Mit welchen Massnahmen treten dieser Herausforderung entgegen?
Wir müssen die Stärken unserer Produkte zur Bewerbung unserer Berufe nutzen. Mit dem Automobil haben wir einerseits ein emotionales, anderseits auch ein technologisches, hochattraktives Produkt, das eine permanente Weiterentwicklung erfährt und im Interesse der Medien steht.
Mit nationalen Kampagnen wie «Autoberufe haben Zukunft» und interessanten Aktivitäten an den regionalen Berufsmessen versuchen wir bekanntlich, die Aufmerksamkeit der Schüler, Eltern und Lehrer auf unsere Berufe zu lenken. Unterstützt wird dies durch Online-Kommunikationsmassnahmen (www.autoberufe.ch, www.facebook.com/myfuture.agvs, Blog usw.) und u.a. auch Plakatkampagnen. Auch die Berufsmeisterschaften, die übrigens am 2. und 3. September 2016 in der Mobilcity in Bern stattfinden, sind eine wichtige Kommunikationsmassnahme für unsere Autoberufe.
Abheben zu anderen durchaus auch attraktiven Berufen und aktiven Branchen können wir uns durch Aktivitäten in den Sektionen. Z.B. durch das Ansprechen der Volksschullehrer und spezifische Informationsveranstaltungen mit Praxistätigkeiten für die Schulklassen. Diese ermöglichen es den Jugendlichen, unsere Berufe zu erleben. Für die tolle Arbeit, die unsere AGVS-Sektionen diesbezüglich leisten, möchte ich bei dieser Gelegenheit ein grosses Dankeschön aussprechen.
Ein stetiger Austausch mit und unter den Sektionen ist entscheidend. Gute Ideen und Massnahmen zur Nachwuchsförderung einzelner Sektionen können so mit Unterstützung des Zentralverbands gesamtschweizerisch genutzt werden.

Wichtig ist es ja nicht nur, die Lehrstellen zu besetzen, sondern auch die passenden Lernenden zu finden. Schnupperpraktiken sind hierfür ein wertvolles Hilfsmittel. Seitens des AGVS unterstützten sie diese in diesem Jahr mit dem Schnuppertagebuch. Wie war das Feedback?
Umfragen zeigen auf, dass das Schnupperpraktikum ein entscheidendes Kriterium für die Berufswahl ist. Diesem Umstand wollten wir mit der «Professionalisierung» des Praktikums Rechnung tragen und haben in Zusammenarbeit mit unseren Sektionen das Tagebuch entwickelt.
Mit dem Schnuppertagebuch werden strukturierte Schnupperlehren gewährleistet. Dies entlastet die Betriebe, lässt objektive Beurteilungen zu und der interessierte Schüler erhält einen guten Einblick in die vielfältigen Aufgabengebiete eines Autoberufes.
Das Feedback der Betriebe und der interessierten Lernenden war durchaus positiv.

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