Der Druck auf die Mobilitätssysteme nimmt zu

Autonomes Fahren, vernetzte Mobilitätskonzepte, Carsharing, alternative Antriebstechnologien – die Automobilwelt befindet sich in einem grundlegenden Wandel. Die Zukunft der Mobilität ist noch offen, und entsprechend viele verschiedene Visionen und Szenarien existieren.

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In einem sind sich alle Experten einig: Die Frage ist nicht, ob es den Verkehr in Zukunft noch geben wird, sondern wie er funktioniert. Denn ein leistungsfähiger Personen- und Güterverkehr ist Voraussetzung für einen breiten Wohlstand. Mit anderen Worten: Ist der Verkehr blockiert, so ist es auch die Entwicklung der jeweiligen Region.

Mit der zunehmenden Verkehrsbelastung und der unerbittlich voranschreitenden Urbanisierung wird der Ruf nach integrierten Mobilitätslösungen lauter. Eine intelligente Vernetzung unterschiedlicher Fortbewegungsmöglichkeiten, bei der Sharing-Angebote mit dem Angebot öffentlicher Verkehrsmittel verknüpft werden, soll wieder Platz schaffen.

Um dem drohenden Verkehrsinfarkt zu entgehen, arbeiten Ingenieure, Verkehrsplaner und Politiker an einer besseren Vernetzung des Vorhandenen. Dabei steht die Energieeffizienz im Vordergrund – denn jene Regionen, die ihren Energiebedarf ressourcenschonend gestalten, werden zu den Gewinnern der Zukunft zählen.

 


Veränderung als Chance für die Garagisten

Das fordert auch die Automobilindustrie, die zudem auf einen schmerzlichen Wertewechsel reagieren muss: Das eigene Fahrzeug wird längst nicht mehr von allen Lenkerinnen und Lenkern als Statussymbol angesehen – der Nutzen steht bei den meisten Autofahrerinnen und Autofahrern im Vordergrund. Der Trend geht weg vom Besitz hin zur optimalen Nutzung.

Automobilwirtschafts-Experte Prof. Dr. Ferdinand Dudenhöffer erklärt: «Früher hat man sich ein schönes Auto angeschaut, wenn es vorbeigefahren ist. Heute guckt man aufs Handy. Mit dieser Welt müssen wir uns auseinandersetzen. Wir müssen neue Arten von Interesse und Emotionen finden, die junge Menschen begeistern.»

Der Automobilwirtschaftsprofessor der Universität Duisburg-Essen weiss aber auch, dass der Wertewandel grosse Chancen für das Autogewerbe birgt: «Ich glaube, der Garagist kann sehr viel gewinnen, wenn er es schafft, gemeinsam mit dem Autobauer oder Importeur auch eine Lösung für den Autovertrieb im Internet zu finden. Wenn er sein Unternehmen zudem langfristig auf Nachhaltigkeit ausrichtet, dann kann er neue Zielgruppen, bspw. junge Leute, gewinnen und nebenbei die bisherigen Zielgruppen weiterhin mit ausgezeichneten Produkten bedienen.»

 


Weitere Informationen

Video Elektromobilität: Revolution der Automobilindustrie von Zukunfts- und Trendforscher Lars Thomsen

 


UITP und Arthur D. Little: Kriterienkatalog zur Bewältigung der künftigen urbanen Mobilität


Arthur D. Little-Studie zur Zukunft urbaner Mobilität


GDI-Studie Mobilität 2025, Unterwegs in die Zukunft


AUTOINSIDE 03/2014 – Interview mit Prof. Ferdinand Dudenhöffer


AUTOINSIDE 01/2014 – Interview mit Dr. Philipp Dietrich


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